Ein Abend voller Energie: Kiara Huber entfacht im BIX ein musikalisches Feuerwerk

#bixstuttgart #hmdkstuttgart

Der Abend im BIX Jazzclub begann mit einem leisen Raunen – und endete in begeistertem Jubel. Was Kiara Huber an diesem Dienstag auf die Bühne brachte, war weit mehr als ein Hochschulprojekt. Es war ein Statement.

Eine junge Truppe betritt die Bühne, viele von ihnen geprägt durch die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart – und doch klingt hier nichts nach Übungsraum oder Pflichtprogramm. Stattdessen: ein Sound, der genau in diesen ehrwürdigen Jazzclub passt. Reif, mutig, eigenständig. Hubers Stimme steht im Zentrum. Ausdrucksstark, warm, mit genau dem richtigen Maß an Kontrolle und Freiheit. Sie erzählt, ohne zu übertreiben. Ihre eigenen Texte wirken ehrlich und nahbar, getragen von einer Band, die nicht begleitet, sondern mitgestaltet. Jeder Ton sitzt, aber nichts wirkt geschniegelt.

Die Besetzung ist dabei ein echtes Pfund: Neben Huber selbst am Gesang und punktuell am Piano liefern Cornelius Reich (Piano), Nils Becker (Bass) und Leon Küting (Drums) ein rhythmisches Fundament, das gleichermaßen sicher wie beweglich ist. Darüber legen Jan Sinapius und Anas Kalpakidis feine, teils überraschende Gitarrenfarben – mal subtil, mal kantig. Und dann ist da noch Iliia Vasylynets am Saxophon, der mit seinen Soli immer wieder neue Räume öffnet. Was diesen Abend besonders macht, ist das spürbare Miteinander. Blicke werden gewechselt, Motive aufgegriffen, Ideen weitergedacht. Die Arrangements sind durchdacht, aber nie starr. Immer wieder blitzen kleine Nuancen auf – rhythmische Verschiebungen, harmonische Wendungen, mehrstimmige Gesangspassagen –, die zeigen, wie viel musikalische Intelligenz hier am Werk ist.

Große Foto-Galerie bei uns: Hier klicken!

Ein Abend voller Energie: Kiara Huber entfacht im BIX ein musikalisches Feuerwerk

Die Setlist ist klug gebaut
Set 1 startet mit „Meant“ und „Rhythm“ – zwei Eigenkompositionen, die sofort die Bandbreite andeuten. Mit „Man’s World“ (in der Tradition von James Brown) kommt früh ein erstes Ausrufezeichen: roh, energiegeladen, aber in ein modernes Gewand gekleidet. „Summer Sky“ und die „Jazz Ballade“ bringen ruhigere Töne, bevor Al Greens „Love & Happiness“ erneut den Soul-Kern des Abends freilegt. „Wait“ beschließt ein erstes Set, das bereits zeigt, wie stimmig dieses Konzept ist.

Set 2 öffnet sich noch weiter. „Just A Girl“ und „Broken Glass“ zeigen Huber als Songwriterin mit klarer Handschrift. „Cry Me A River“ bekommt eine reduzierte, fast fragile Interpretation. Dann das Highlight für viele im Publikum: ein Michael-Jackson-Medley, das Klassiker von Michael Jackson nicht kopiert, sondern neu denkt – verspielt, respektvoll, überraschend. Auch die Referenzen an Eminem und Alicia Keys fügen sich organisch ein.

Mit „Keep On Moving“ und dem einzigen deutschsprachigen Stück „Melodie“ wird es nochmal persönlich. Die Zugabe „Empire State“ setzt schließlich einen kraftvollen, fast hymnischen Schlusspunkt. Was bleibt, ist das Gefühl, etwas Besonderes erlebt zu haben. Eine junge Künstlerin, die genau weiß, was sie will, und eine Band, die das nicht nur trägt, sondern verstärkt.

Von Kiara Huber wird man noch hören. Und zwar nicht nur ein bisschen.
MK Schechler

BIX Jazzclub Stuttgart
Di. | 28.04.26 | 20:30 Uhr
Kiara Huber (presented by HMDK Stuttgart)

Kiara Huber und Band im BIX Stuttgart

Promotion