Stuttgarts Bevölkerung nimmt 2025 weiter ab
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Die Einwohnerzahl der Landeshauptstadt Stuttgart ist 2025 deutlich gesunken. Nach Angaben des Statistisches Amt Stuttgart waren am 31. Dezember 2025 genau 605.663 Personen mit Hauptwohnung in der Stadt gemeldet. Das sind 3.671 Einwohnerinnen und Einwohner weniger als zu Jahresbeginn.
„Die Bevölkerungszahl Stuttgarts ist im Jahr 2025 stark zurückgegangen“, erklärte Amtsleiter Matthias Fatke bei der Vorstellung der Zahlen.

Neues aus Stuttgart
Mehr Fortzüge als Zuzüge
Hauptgrund für den Rückgang ist die negative Wanderungsbilanz. 3.252 Personen mehr verließen Stuttgart, als neu zuzogen. Besonders deutlich fiel der Verlust bei deutschen Staatsangehörigen aus: Hier lag der Wanderungssaldo bei minus 3.659 Personen. Bei Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit ergab sich dagegen ein leichter Überschuss von 407 Personen.
Auffällig bleibt der Zuzug aus einzelnen Herkunftsländern. Der Wanderungssaldo von Ukrainerinnen und Ukrainern lag im dritten Jahr seit Beginn des Krieges bei plus 529. Auch Menschen mit kosovarischer (plus 202) und vietnamesischer (plus 158) Staatsangehörigkeit trugen zu einem positiven Saldo bei. Deutlich schwächer als in den Vorjahren fielen hingegen die Wanderungsgewinne bei türkischen, syrischen, afghanischen und iranischen Staatsangehörigen aus.
Auslandszuwanderung leicht negativ
Erstmals seit 2020 war die direkte Zuwanderung aus dem Ausland leicht negativ. 92 Personen mehr zogen ins Ausland fort, als von dort nach Stuttgart kamen. Auch gegenüber den anderen Bundesländern verzeichnete Stuttgart ein Minus von 762 Personen. Positiv blieb dagegen die Bilanz gegenüber anderen Landesteilen Baden-Württembergs außerhalb der Region Stuttgart. Hier gewann die Stadt 1.079 Einwohnerinnen und Einwohner hinzu, allerdings deutlich weniger als im Vorjahr. Diese Zahl umfasst auch geflüchtete Menschen, die aus Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes zugewiesen werden. Die Abwanderung ins Umland bleibt hoch: 3.300 Personen zogen per Saldo in die umliegenden Landkreise der Region Stuttgart.
Weniger ausländische Bevölkerung – mehr Einbürgerungen
Ende 2025 lebten 170.289 Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Stuttgart. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag bei 28,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr sank ihre Zahl um 3.092 Personen. Ein Grund dafür ist die gestiegene Zahl an Einbürgerungen. 3.719 Personen wechselten 2025 per Saldo von einer ausländischen zur deutschen Staatsangehörigkeit. Im Jahr zuvor waren es 2.683 gewesen. Dieser Effekt dämpfte den Rückgang bei den deutschen Staatsangehörigen und verstärkte statistisch den Rückgang bei der ausländischen Bevölkerung.
Weiterhin mehr Sterbefälle als Geburten
Auch die natürliche Bevölkerungsentwicklung bleibt negativ. 5.327 Geburten standen 5.746 Sterbefällen gegenüber. Das ergibt ein Geburtendefizit von 419 Personen. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Die Zahl der Geburten liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau der 2010er-Jahre. Die Fertilitätsrate stabilisierte sich nach dem Rückgang 2022 und 2023 bei 1,12 Kindern je Frau, bleibt damit jedoch auf niedrigem Niveau.
Verluste in den meisten Stadtbezirken
Nur vier der 23 Stadtbezirke konnten 2025 Bevölkerungszuwächse verzeichnen. In allen übrigen ging die Zahl der gemeldeten Personen zurück. Relativ am stärksten wuchsen Birkach (plus 0,5 Prozent), Feuerbach (plus 0,4 Prozent) und Wangen (plus 0,3 Prozent). Deutliche relative Verluste zeigten sich in Möhringen (minus 3,2 Prozent), Mitte (minus 2,2 Prozent) und Münster (minus 1,2 Prozent). In absoluten Zahlen verlor Möhringen 1.105 Einwohnerinnen und Einwohner, der Stadtbezirk Mitte 525. Die größten Zugewinne verzeichneten Feuerbach mit 122 und Stuttgart-Nord mit 64 Personen.
Ein wichtiger Einflussfaktor auf Bezirksebene bleibt die Belegung städtischer Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Ohne diese Effekte wäre der Rückgang in Möhringen deutlich geringer ausgefallen, während Birkach und Wangen Bevölkerung verloren hätten. Den stärksten prozentualen Zuwachs hätte dann Plieningen verzeichnet, die größten Verluste weiterhin Münster.
Die Zahlen zeigen: Stuttgart steht weiterhin vor demografischen Herausforderungen. Abwanderung ins Umland, ein Geburtendefizit und veränderte Wanderungsbewegungen prägen die Entwicklung – und dürften auch die kommenden Jahre bestimmen.
Daten: Stadt Stuttgart

