Von Schmuck, Schätzen und neuen Perspektiven – Das Landesmuseum Württemberg blickt auf ein spannendes Jahr 2026
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Mit einem vielfältigen Programm aus großen Sonderausstellungen, innovativen Sammlungsprojekten und gesellschaftlich relevanten Themen setzt das Landesmuseum Württemberg 2026 kraftvolle Akzente. Von kulturhistorischen Entdeckungen über interaktive Familienangebote bis hin zu digitalen Zukunftsprojekten zeigt das Museum einmal mehr, wie lebendig, offen und aktuell Museumsarbeit heute sein kann.
Schmuck als Zeichen der Geschichte: „Zier & Zeichen – Was Männer schmückt“
Ein besonderes Highlight erwartet Besucherinnen und Besucher ab Oktober 2026 im Alten Schloss Stuttgart: Die große Sonderausstellung „Zier & Zeichen: Was Männer schmückt“ widmet sich erstmals umfassend der Geschichte des Männerschmucks – von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Ob Krone, Ring, Uhr, Tattoo oder Gürtelschnalle: Schmuck war für Männer zu allen Zeiten weit mehr als bloße Dekoration. Er diente als Statussymbol, Ausdruck von Zugehörigkeit, Glauben oder persönlicher Identität. In zehn thematischen Kapiteln zeigt die Ausstellung herausragende Objekte zwischen Kunsthandwerk, Alltagskultur und Inszenierung und verbindet historische Exponate mit zeitgenössischen Perspektiven sowie interaktiven Elementen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Männlichkeitsbildern, gesellschaftlichem Wandel und der symbolischen Kraft von Schmuck. Die Ausstellung macht deutlich: Zierobjekte prägen Männerbilder seit Jahrtausenden – und erzählen spannende Geschichten über Macht, Mode und Selbstverständnis.
Funkelnde Entdeckungsreise für die Jüngsten: „SCHÄTZE“ im Jungen Schloss
Parallel dazu lädt das Kindermuseum Junges Schloss Kinder und Familien zu einer interaktiven Mitmachausstellung ein. „SCHÄTZE“ richtet sich an Kinder von vier bis zehn Jahren und nimmt sie mit auf eine spielerische Suche nach den wertvollen Dingen des Lebens. Gemeinsam mit dem Maskottchen „Goldstück“ erkunden junge Besucher*innen eine begehbare Schatzkarte, lauschen Geschichten aus verschiedenen Kulturen und entdecken, dass Schätze nicht nur aus Gold bestehen, sondern auch Werte wie Freundschaft, Gerechtigkeit und Zusammenhalt umfassen. Geheimnisvolle Höhlen, Schatzkammern nach dem Vorbild historischer Wunderkammern und multisensorische Stationen laden zum Forschen, Bauen und Gestalten ein. Ein inklusives Konzept mit barrierearmen Angeboten, Gebärdensprache-Videos und Audiostationen sorgt dafür, dass alle Kinder mitmachen können. Besonders schön: Ein Kinderbeirat war aktiv an der Entwicklung der Ausstellung beteiligt.

Landesmuseum: Dürnitz
Geschichte neu erzählt: Vom Bauernkrieg bis zu queeren Perspektiven
Auch die Schausammlung „LegendäreMeisterWerke – Kulturgeschichte(n) aus Württemberg“ wird 2026 erweitert und neu gedacht. Mit dem neu gestalteten Raum „Vom Altar zum Aufstand“ erhält der Bauernkrieg von 1525 einen festen Platz im Museum. Ausgangspunkt ist ein monumentaler Altaraufsatz aus dem Kloster Lichtenstern, von dem aus Ursachen, Verlauf und Folgen des Aufstands beleuchtet werden. Interaktive Medienangebote machen die Gesellschaftsordnung um 1500 anschaulich und laden zur aktiven Auseinandersetzung ein. Ab Juli 2026 öffnet das Projekt „Mehr als eine Realität“ neue Blickwinkel auf die Landesgeschichte. In Kooperation mit der freien Szene Stuttgart werden queere Perspektiven sichtbar gemacht und traditionelle historische Narrative hinterfragt. Künstlerische Interventionen, humorvolle Irritationen und sinnliche Gestaltung verbinden Forschung mit zeitgenössischem Ausdruck. Begleitende Veranstaltungen wie Führungen, Workshops und Musikformate schaffen Raum für Austausch und Vielfalt.
Kinder im Fokus: Fachtagung „Kinder! Mitdenken!“
Wie Museen zu lebendigen Orten der Begegnung und Erfahrung für Kinder werden können, steht im Mittelpunkt der Tagung „Kinder! Mitdenken!“ am 27. April 2026. Fachleute diskutieren hier über gelingende Vermittlung, neue Ansätze und die Rolle von Kindern im Museum – passend zum 15-jährigen Bestehen des Jungen Schlosses.
Digitalisierung mit Zukunft: LMW goes KI
Mit dem Projekt „LMW goes KI“ beschreitet das Landesmuseum Württemberg neue Wege in der digitalen Sammlungserschließung. Erstmals werden Medaillen, Plaketten und Münzen des 19. und 20. Jahrhunderts mithilfe Künstlicher Intelligenz erfasst, wissenschaftlich überprüft und online zugänglich gemacht. So wird ein bislang wenig erschlossener Bestand zur südwestdeutschen Musikkultur sichtbar – und zugleich erforscht, welche Chancen und Grenzen KI in der Museumsarbeit bietet. Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und digitaler Teilhabe.
Alltag im Museum erleben: Schloss Waldenbuch
Im Museum der Alltagskultur in Schloss Waldenbuch können Besucherinnen ab Juni 2026 live verfolgen, wie eine Ausstellung entsteht. „Unboxing Wandschmuck – Vom Depot zur Ausstellung“ zeigt historische Objekte aus Wohnräumen und beleuchtet die Bedeutung von Wänden als Orte für Erinnerungen, Dekoration und Identität. Besonders spannend: Gäste können eigene Perspektiven und Geschichten einbringen, die später in eine große Sonderausstellung zur „Wand“ einfließen. Der Bereich „Mein Stück Alltag“ ergänzt dies mit wechselnden Präsentationen zeitgenössischer Alltagsobjekte – 2026 unter anderem zu Wandbefestigungen sowie zu queeren Lebensrealitäten in Zusammenarbeit mit Communitys rund um den UTOPIA Kiosk Stuttgart.
Ein Museum im Wandel – offen, vielfältig und zukunftsorientiert
Ob große kulturhistorische Ausstellungen, interaktive Angebote für Kinder, neue gesellschaftliche Perspektiven oder digitale Innovationen: Das Programm 2026 zeigt eindrucksvoll, wie das Landesmuseum Württemberg Tradition mit Gegenwart verbindet. Es lädt zum Staunen, Mitmachen, Nachdenken und Diskutieren ein – und beweist einmal mehr, dass Museen lebendige Orte sind, an denen Geschichte, Alltag und Zukunft auf inspirierende Weise zusammenkommen.
Aktuelle Informationen und Veranstaltungen finden sich unter: www.landesmuseum-stuttgart.de/besuch/veranstaltungen

