StadtPalais und Stuttgarter Ballett zeigen die Geschichte des „Ballettwunders“
#StadtPalais #JohnCranko
Ab dem 19. März widmet sich das StadtPalais – Museum für Stuttgart erstmals umfassend der Geschichte des Stuttgarter Balletts. Die große Sonderausstellung „Ballettwunder“ erzählt, wie sich aus einer regionalen Tanztruppe eine Kompanie von Weltrang entwickelte. In Kooperation mit dem Stuttgarter Ballett zeigt das Museum eine visuell eindrucksvolle Ausstellung über die Anfänge, den internationalen Durchbruch und die Gegenwart des Stuttgarter Tanzes.
Der entscheidende Moment in dieser Geschichte liegt im Jahr 1969. Bei einem Gastspiel an der Metropolitan Opera in New York sorgt das Ensemble weltweit für Aufsehen. Internationale Medien sprechen vom „Stuttgart Ballet Miracle“, dem Stuttgarter Ballettwunder. Maßgeblich geprägt wurde diese Entwicklung vom damaligen Ballettdirektor und Choreograf John Cranko. Seit seinem Amtsantritt 1961 formte er das Ensemble zu einer international gefeierten Kompanie. Tänzerinnen und Tänzer wie Marcia Haydée, Birgit Keil, Richard Cragun und Egon Madsen wurden zu Stars der internationalen Ballettszene.

Elisa Badenes als Odette und Henrik Erikson als Siegfried
Elisa Badenes als Odette und Henrik Erikson als Siegfried (2024).
Foto © Roman Novitzky, Rechte: Stuttgarter Ballett
Die Ausstellung im StadtPalais verbindet historische Einblicke mit einem besonderen Ausstellungserlebnis. Kostüme, Bühnenbildentwürfe sowie großflächige Licht- und Videoprojektionen lassen die Geschichte des Stuttgarter Balletts lebendig werden. Besucherinnen und Besucher können so nicht nur die Entwicklung der Kompanie nachvollziehen, sondern auch die Atmosphäre von Tanz und Bewegung im Raum erleben.
Dabei reicht der Blick weit zurück. Schon im 18. Jahrhundert spielte Tanz in Stuttgart eine wichtige Rolle. Damals wurde der berühmte Choreograf Jean Georges Noverre von Herzog Carl Eugen an den württembergischen Hof berufen. Rund zwei Jahrhunderte später begann unter John Cranko der internationale Aufstieg des Stuttgarter Balletts. Auch nach Crankos plötzlichem Tod im Jahr 1973 setzte sich diese Erfolgsgeschichte fort. Die sogenannte „Stuttgarter Ballettfamilie“ blieb seinem künstlerischen Erbe verbunden und entwickelte den Stil der Kompanie weiter.
In der Ausstellung wird deshalb nicht nur Crankos Zeit gewürdigt. Erstmals beleuchtet sie auch die Arbeit seiner Nachfolger – darunter Glen Tetley, Marcia Haydée, Reid Anderson und der heutige Intendant Tamas Detrich. Damit zeigt die Schau, wie sich das Stuttgarter Ballett bis heute weiterentwickelt hat.
Die Ausstellung läuft bis zum 4. April 2027 im StadtPalais in Stuttgart. Neben der Ausstellung selbst gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Workshops und Veranstaltungen. Besonders gefragt dürften die Insider-Führungen der ehemaligen Solistin Sonia Santiago sein, die persönliche Einblicke in das Leben auf und hinter der Bühne gibt.
Mit „Ballettwunder“ würdigt das StadtPalais die besondere Bedeutung des Tanzes für Stuttgart. Die Ausstellung macht deutlich, warum die Stadt bis heute als eine der wichtigsten Ballettmetropolen Europas gilt.

