Eine Nacht im Iglu-Dorf Zugspitze – Wintererlebnis auf 2.600 Metern

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❄️ Vom 28. auf den 29. Januar waren wir zu Gast im Iglu-Dorf Zugspitze. Hoch oben auf dem Zugspitzplatt, umgeben von Schnee, Eis und einer beeindruckenden Bergkulisse, erwartete uns eine Nacht, die sich deutlich von klassischen Winterurlauben unterscheidet. Das Iglu-Dorf entsteht hier jedes Jahr neu im Herbst und Winter – mittlerweile seit rund zwanzig Jahren – und ist damit längst eine feste Größe unter den außergewöhnlichen Alpenerlebnissen.

Anreise: Schon der Weg ist Teil des Erlebnisses
Unsere Anreise verlief bei bestem Wetter und hätte kaum spektakulärer sein können. Mit der hochmodernen Zugspitz-Seilbahn ging es zunächst hinauf auf den Gipfel der Zugspitze. Allein diese Fahrt ist ein Erlebnis für sich: ruhig, beeindruckend und mit einem Panorama, das mit jedem Höhenmeter weiter wird. Vom Gipfel aus brachte uns anschließend die Gletscherbahn in die Nähe des Iglu-Dorfes auf dem Zugspitzplatt. Das Iglu-Dorf empfiehlt ausdrücklich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln – nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch wegen der guten Organisation. Wer spätestens gegen 15:00 Uhr in Garmisch-Partenkirchen oder 15:30 Uhr am Eibsee ankommt, erreicht das Zugspitzplatt entspannt. Alternativ stehen für Autofahrer die ausgewiesenen Nachtparkplätze der Bayerischen Zugspitzbahn am Eibsee zur Verfügung.

Ankommen und erste Eindrücke
Der offizielle Treffpunkt für alle Gäste ist um 16:30 Uhr im Restaurant Sonnalpin auf dem Zugspitzplatt. Dort wurden wir herzlich von einem der Guides begrüßt und erhielten erste allgemeine Informationen zum Ablauf des Abends und Tipps zur Übernachtung. Ski und Snowboards bleiben vor dem Restaurant zurück – ab hier beginnt das Abenteuer abseits der Pisten. Was sofort auffiel: die Guides. Alle waren außerordentlich hilfsbereit, ruhig und sehr professionell. Fragen wurden geduldig beantwortet, Abläufe verständlich erklärt. Besonders spannend waren die Einblicke in die Geschichte des Iglu-Dorfes und des aufwendigen Bauprozesses. Jedes Iglu, jede Wand und jede Kuppel entsteht aus Schnee und Eis – präzise geplant und dennoch jedes Jahr ein Unikat, dieses Jahr zum Thema „Wasserwelten“. Dabei wird vor Allem der Altschnee des Vorjahres verwendet, der vor Ort jedes Frühjahr nach Ende der Skisaison zusammengeschoben und mit einer Plane abgedeckt über den Sommer gerettet wird. Vorteil Altschnee gegenüber Neuschnee beim Iglubau: Während Altschnee beim zusammenpressen nur 5% Volumen verliert Neuschnee zwei Drittel. Der Aufbau mit Altschnee vereinfacht damit den Aufbau ungemein.

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Jedes Iglu mit individuellem, aus dem Schnee herausgeschälten Motiv zum Thema „Wasserwelten“

Der Weg ins Iglu-Dorf und der Abend
Nach der Einführung noch im warmen Höhenrestaurant Sonnalpin folgte ein kurzer Fußmarsch durch die verschneite Landschaft hinüber zum Iglu-Dorf. In der Dämmerung wirkte alles noch einmal eindrucksvoller: die schlichten Formen der Iglus, das gedämpfte Licht, die Ruhe auf 2.600 Metern Höhe. Nach dem Zimmerbezug gab es einen Aperitif sowie einer Vesperplatte, später gefolgt vom gemeinsamen Abendessen, einem Käse-Fondue mit Schweizer Käse. Danach blieb Zeit für Gespräche, kleine Nachtaktivitäten und den Besuch von Sauna und Whirlpool. Im warmen Wasser zu sitzen, während ringsum Schnee liegt und sich über einem der Sternenhimmel spannt, gehört zu den Momenten, die man nicht plant, aber lange im Kopf behält. Später wurde es stiller im Dorf. Wer wollte, blieb noch draußen, eingehüllt in dicke Jacken, und genoss die besondere Atmosphäre. Andere zogen sich früh in ihre Iglus zurück. Die Temperaturen im Inneren liegen um den Gefrierpunkt, was mit der richtigen Kleidung und dem bereitgestellten Expeditionsschlafsack bis –14 °C überraschend gut auszuhalten ist.

Unser Iglu mit dem bereitgestellten Expeditionsschlafsack


Die Nacht und der Morgen danach
Die Nacht im Iglu ist ruhig. Kein Lärm, keine Geräusche außer dem Wind draußen. Am Morgen wurden wir mit heiß aufgebrühtem Tee direkt an den Schlafsack geweckt – ein kleines Detail, das viel ausmacht. Über Nacht gab es 30 Zentimeter Neuschnee, wir hatten nichts davon gemerkt. Die sonnenbeschienen Bergspitzen des Vortages haben sich in wolkenverhangene Gipfel mit leicht flirrendes Schneetreiben verwandelt. Das Frühstück findet im nahegelegenen Restaurant Sonnalpin statt, bevor es mit der Zahnradbahn, die bereits seit 90 Jahren besteht, langsam zurück in die normale Zivilisation geht.

Gut vorbereitet ist halb genossen
Die richtige Ausrüstung ist entscheidend. Warme Winter- oder Skibekleidung, gefütterte Schuhe, trockene Wechselkleidung und eine Stirnlampe gehören unbedingt ins Gepäck. Badebekleidung für den Wellnessbereich, Bargeld (keine Kartenzahlung) und Sonnenbrille bzw. Sonnencreme ebenfalls. Ein Rucksack reicht völlig aus. Wertsachen lassen sich im Sonnalpin in Schließfächern verstauen, Ski und Snowboards parken über Nacht im Depot. Da sich das Iglu-Dorf in hochalpinem Gelände befindet, weisen die Betreiber offen auf mögliche Wetterumschwünge, Lawinensprengungen und eingeschränkte Rettungsmöglichkeiten hin. Ein Notfallkonzept existiert, dennoch gehört eine gewisse Gelassenheit und Akzeptanz der Naturbedingungen dazu.

Die Nacht im Iglu-Dorf Zugspitze ist kein klassischer Hotelaufenthalt, sondern ein bewusst gewähltes Erlebnis. Wer sich darauf einlässt, gut vorbereitet anreist und den Erklärungen der Guides folgt, wird mit einer außergewöhnlichen Erfahrung belohnt. Nicht umsonst zählt das Iglu-Dorf mit über 130.000 Übernachtungsgästen zu den beliebtesten Winterabenteuern der Alpen. Für uns war es eine Nacht voller Ruhe, besonderer Eindrücke, netten Gesprächen und Kontakten sowie echter Bergatmosphäre – und ganz sicher nicht die letzte ihrer Art. ❄️
MK Schechler

Im Iglu-Dorf Zugspitze

„Durch die Isolation des Schnees herrscht in den Iglus eine Temperatur um 0° C, keiner muss frieren!“, so Adrian Günter, der das Konzept vor dreißig Jahren erfunden und immer weiter verfeinert hat, bei einem persönlichen Treffen mit uns im vergangenen Jahr.

INFO-BOX
www.iglu-dorf.com Infos zum Iglu-Dorf Zugspitze und den anderen Standorten
Weitere nützliche Links:
wwww.garmisch-partenkirchen.de Tourismusbüro Garmisch-Partenkirchen
www.grainau.de Infos Gemeinde Grainau am Fuß der Zugspitze
www.zugspitze.de Infos zur Zugspitzbahn

Lage des Iglu-Dorfes auf dem Zugspitzplatt

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