Ressourceneffizienz in Baden-Württemberg: Wie Industrie und Mittelstand sich anpassen
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Durch die Energiekrise, zunehmende Engpässe bei Materiallieferungen und steigende ökologische Anforderungen wird der Umgang mit Ressourcen zunehmend zu einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor. Baden-Württemberg steht in Deutschland als Industriestandort in der Verantwortung, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Wie sich Unternehmen durch ihre Umweltverträglichkeit auszeichnen können und worauf es in Zukunft ankommen wird.
Regionale Impulse dank lokaler Netzwerke
Ein wichtiges Instrument zur Förderung von Ressourceneffizienz sind regionale Innovationsnetzwerke. In Baden-Württemberg unterstützen Organisationen wie die Umwelttechnik BW oder das Kompetenzzentrum Ressourceneffizienz des Landes gezielt Unternehmen beim Umstieg auf zirkuläre Wirtschaftskonzepte. Dabei geht es nicht nur um technologische Innovationen, sondern auch um Wissenstransfer und den Aufbau nachhaltiger Lieferketten, die dank regionaler Beziehungen kürzer gehalten werden.
Besonders kleine und mittlere Unternehmen profitieren von Beratungsangeboten, Förderprogrammen und praxisnahen Projekten. Der Schlüssel liegt oft in der besseren Nutzung von Daten, etwa durch die Digitalisierung von Produktionsketten oder den Einsatz von Sensorik zur Überwachung von Energieverbräuchen. Damit können nicht nur Ressourcen gespart, sondern auch Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden, egal bei welcher Unternehmensgröße.
Umweltbewusstsein wird zum Standortvorteil
Bereits jetzt lassen sich Erfolgsrezepte erkennen, die mit der Nachhaltigkeit zusammenhängen. Beispielsweise lassen sich durch innovative Produktionsverfahren besonders hochwertige und langlebige Kunststoffkomponenten gibt. Der baden-württembergische Hersteller Primo Deutschland beispielsweise setzt auf Produkte, die nicht nur enorm langlebig sind, sondern sich auch sortenrein recyceln lassen.
Weitere Entwicklung: Die Nachfrage nach ökologisch produzierten Gütern wächst. Unternehmen, die transparent mit ihren Umweltkennzahlen umgehen und aktiv an der Senkung ihres ökologischen Fußabdrucks arbeiten, werden zunehmend bevorzugt. Das Ansehen des Unternehmens steigt sowohl bei den Endverbrauchern als auch bei Geschäftspartnern, welche mit dieser „grünen Zusammenarbeit“ werben können.
Tipp: In diesem Zusammenhang ist auch das Thema „Greenwashing“ in den Fokus geraten. Echtes Engagement statt PR-Strategien ist gefragt. Eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation basiert auf überprüfbaren Daten und klaren Zielen.

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Studien stützen den Unternehmenserfolg durch Nachhaltigkeit
Dass Nachhaltigkeit in der Produktion Kosten einsparen kann, hat sich in den letzten Jahren bereits gezeigt. Beispielsweise reduzierten viele Betriebe ihre Stromkosten enorm, indem sie auf eigene PV- oder Solarthermieanlagen setzten. Zudem wurden technische Lösungen immer zugänglicher, die kontrollierten, wie effizient und damit auch nachhaltig in einem Unternehmen produziert wird.
Mehrere aktuelle Studien belegen die Erkenntnis, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch vorteilhaft ist. So zeigt eine Analyse der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), dass Unternehmen mit einem hohen Nachhaltigkeitsengagement langfristig bessere wirtschaftliche Kennzahlen aufweisen. Darunter höhere Rentabilität, größere Krisenresistenz und gesteigerte Innovationskraft durch schnellere Abwicklungen.
Was tut sich in den nächsten Jahren in BW beim Thema Nachhaltigkeit?
In Baden-Württemberg stehen in den kommenden Jahren zahlreiche Initiativen an, die Nachhaltigkeit weiter voranbringen sollen. Der Landesentwicklungsplan legt bis 2030 klare Ziele fest, darunter eine Halbierung der CO₂ Emissionen im Vergleich zu 1990 sowie einen Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Schlüsselbranchen. Der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix soll auf 60 % steigen, während Investitionen in Wasserstofftechnologie und umweltfreundliche Mobilität forciert werden.
Abschließender Tipp: Das Förderprogramm „Nachhaltige Produktionssysteme II“ unterstützt Mittelständler bei der Umstellung auf energie- und ressourceneffiziente Verfahren. Außerdem entstehen neue Regionalcluster, in denen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen gemeinsam Pilotprojekte etwa zur Abfallvermeidung und Digitalisierung umsetzen.

