Summer of COLOURS 2025: Das Festival, das Stuttgart bewegt hat

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Ein Rückblick auf 24 Tage Tanz, Menschlichkeit und ungebremste Lebensfreude

Drei Jahre pandemiebedingter Pause – und dann dieses Comeback: Der Summer of COLOURS 2025 hat nicht einfach da angeknüpft, wo die Tanzbiennale einst aufgehört hatte. Er hat ein Zeichen gesetzt. Stuttgart hat getanzt, gefeiert, mitgefühlt – auf den Bühnen des Theaterhauses genauso wie unter freiem Himmel bei den City-Events. Über 33.000 Menschen kamen zusammen, um zu erleben, was Tanz in einer Welt voller Unsicherheiten leisten kann: Nähe, Hoffnung, Schönheit.

„COLOURS – was für ein schöner Name für ein Festival in einer Welt, die immer schwarz-weißer wird.“ Mit diesen Worten traf Akram Khan bei der Festivaleröffnung einen Nerv. Die künstlerische Qualität war überragend – keine Frage. Aber was COLOURS 2025 so besonders machte, war die Energie, die zwischen Publikum, Künstler*innen und Stadt entstand. Ein Gefühl, das blieb.

Auf den Bühnen: Dringlichkeit trifft auf Tanzkunst
42 Vorstellungen, 15 Compagnien aus vier Kontinenten, vier Europa- und drei Deutschlandpremieren – das Line-Up im Theaterhaus ließ keine Wünsche offen. Programmchef Meinrad Huber hatte ein kluges Gleichgewicht gefunden zwischen gefeierten Namen und neuen Stimmen. Viele Arbeiten stellten sich drängenden Fragen unserer Zeit – wie Hofesh Shechters Theatre of Dreams, Sidi Larbi Cherkaouis Nomad oder das düstere The Center Will Not Hold von Ephrat Asherie und Michelle Dorrance.

Doch es ging nicht nur um Krise, sondern auch um Gemeinschaft: Stücke von Marie Chouinard, Virginie Brunelle, Gravity & Other Myths oder dem Dance On Ensemble gaben der Sehnsucht nach Verbindung ein tänzerisches Zuhause. Das Publikum war bereit – mit Begeisterung, Offenheit und Neugier. Bei über 92 % Auslastung zählte das Bühnenprogramm über 17.000 Besucher*innen. COLOURS wurde sogar von tanznetz zu einem der „boomenden Festivals der Saison“ gekürt.

Ein Ausrufezeichen setzten auch die beiden Uraufführungen der Gastgeber: Akram Khans Turning of Bones für Gauthier Dance und Barak Marshalls Barker für die JUNIORS – beide Stücke gehen in der nächsten Spielzeit ins Repertoire.

Gauthier Dance bei den Jazzopen am 11.Juli

COLOURS in the City: Tanz für alle – überall
Wie sehr COLOURS die Stadt durchdrang, zeigte sich im öffentlichen Raum. Mit Plakaten, Bannern, Flaggen – aber vor allem mit Menschen, die tanzten. Über 16.000 besuchten das kostenlose Rahmenprogramm. Ob auf dem Playground am Schlossplatz, bei den Pop-Ups in neun Stadtteilen oder beim legendären Family Day in der Wilhelma: Die Mischung aus Spaß, Bewegung und künstlerischem Anspruch machte COLOURS zum Fest für alle Generationen. Eric Gauthier, der Initiator dieses Arms des Festivals, erwies sich einmal mehr als Herz und Motor des Konzepts.

Ein Highlight war das neue Format COLOURS Collaborations. Es brachte den Tanz dorthin, wo er sonst nicht stattfindet – ins Kino, in die Galerie, aufs Musikfestival. Gauthier Dance tanzte zu Jean-Michel Jarres Beats bei den jazzopen, initiierte eine Tanzfilmreihe mit den Arthaus Kinos, kuratierte eine Ausstellung in der EXOgallery und schuf dort mit seinen Tänzer*innen einen intimen Abend zwischen Kunstwerken. Dieses genreübergreifende Denken machte COLOURS 2025 nicht nur sichtbar, sondern spürbar in ganz Stuttgart.

Mehr als ein Festival: ein Gefühl, das bleibt
Vielleicht ist dies der größte Erfolg: COLOURS hat nicht nur Zuschauerinnen begeistert, sondern auch die internationale Tanzszene enger zusammengebracht. Künstlerinnen und Veranstalter*innen feierten im Theaterhaus gemeinsam bis tief in die Nacht. Freundschaften entstanden, Ideen wurden ausgetauscht – viele neue Projekte dürften ihren Ursprung hier haben.

Mit Sofia Nappi und ihrer Company KOMOCO, die in einer dreiwöchigen Residenz an ihrem neuen Werk SORA arbeitete, ist bereits der erste Schritt in Richtung COLOURS 2027 getan. Die nächste Ausgabe darf kommen – das Fundament ist gelegt, die Vorfreude groß.

COLOURS 2025 war nicht einfach ein Festival. Es war ein Lebenszeichen. Ein Appell für Vielfalt, Solidarität, künstlerische Freiheit – und ein ausgelassener Tanz gegen das Grau der Welt.

Mehr Eindrücke, Bilder und Ausblicke auf www.coloursdancefestival.com

Gauthier Dance bei den Jazzopen am 11.Juli

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