Eröffnungswochenende zu Tobias Mayers 300. Geburtstag

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Eröffnungswochenende zu Tobias Mayers 300. Geburtstag

Marbach am Neckar feiert den 300. Geburtstag des großen Mathematikers, Kartografen und Astronomen Tobias Mayer
Tobias Mayer? Der Mathematiker, Kartograf und Astronom wurde am 17. Februar 2023 in Marbach geboren. Dies ist Anlass genug für die Stadt Marbach am Neckar und den dort ansässigen Tobias-Mayer-Verein, den 300. Geburtstag mit einem umfangreichen Programm zu feiern.

Am Freitag, 17. Februar erfährt man um 18 Uhr vor dem Geburtshaus in der Torgasse 13 bei einer Rezitation aus Mayers Autobiografie einiges über den Naturwissenschaftler, um 20 Uhr sind in der Stadthalle der deutsche Astronaut Ernst Messerschmid und der Bildhauer Thomas Duttenhoefer zu Gast. Den Festvortrag hält Nico Sneeuw, Professor für Erdvermessung an der Universität Stuttgart.

Am Samstag, 18. Februar, öffnet um 16 Uhr eine Sonderausstellung „Die privaten Briefe der Mayer-Familie“ im Tobias-Mayer-Museum und um 20 Uhr heißt es beim Science Slam in der Stadthalle „Bühne frei für die Wissenschaft“.

Der Sonntag, 19. Februar beginnt mit einem Festgottesdienst in der Taufkirche von Tobias-Mayer. Im Anschluss um 11:30 Uhr erfährt man von Professor Dr. Günther Oestmann einiges über Mayers Winkelmessinstrumente. Das Tobias-Mayer-Museum bietet am Wochenende diverse Führungen an.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, Karten für den Science Slam kosten im VVK 12/10 €, an der Abendkasse 14/12 €.

Tobias-Mayer-Museum – Foto © Lukas Roth

Gleich mehrere gute Gründe gibt es für Baden-Württemberg, sich an Tobias Mayer zu erinnern: Einerseits können seine Person und ihr ungewöhnlicher Bildungsweg noch heute als wegweisend gelten. Andererseits fordern Mayers wissenschaftliche Leistungen zu einer Neubewertung der Rolle der Naturwissenschaften in der baden-württembergischen Erinnerungskultur auf: Das Land hat nicht nur zahlreiche Dichter und Denker, sondern auch große Naturwissenschaftler hervorgebracht, die in der Erinnerungskultur und allgemeinen Wahrnehmung bislang eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Mayer, geboren in Marbach und aufgewachsen in Esslingen, war früh Waise und ver-lebte seine Kindheit im Waisenhaus – ein Glück für den wissbegierigen Jungen: Er konnte sich bilden. Von seiner Hand entstanden der erste Stadtplan von Esslingen, ein Buch über Geografie und Mathematik sowie ein Mathematischer Atlas; letztere führten zu einer Anstellung in einer Nürnberger kartografischen Anstalt. 1751 wurde Mayer Professor für Ökonomie und Mathematik in Göttingen. Er, der selbst nie eine Universi-tät besucht hatte, war im Zentrum der Wissenschaft angekommen – ein Wunderkind oder vielmehr Beispiel einer neuen Bildungsgeschichte?

Zugleich steht fest: Ohne Mayer wäre die Welt heute eine andere. Seine Karten und Tabellen, mit denen die Position des Mondes bis auf wenige Kilometer genau bestimmt werden konnte, brachten die Forschung ebenso voran wie jene über das irdische Magnetfeld, die Farbenlehre, die Geometrie und die Physik. Für seine Erkenntnisse über die Längenforschung wurde ihm posthum der Preis des britischen „Board of Longitude“ verliehen. Nicht zuletzt aufgrund seines frühen Todes blieb ihm eine breite Anerkennung außerhalb seiner Forschungsgebiete allerdings verwehrt; bis heute sind Mayers Leistungen vor allem WissenschaftshistorikerInnen und ExpertInnen seines Faches bekannt.

Über das Jubiläumswochenende hinaus organisieren der Tobias-Mayer-Verein und die Stadt Marbach ein ganzjähriges Begleitprogramm, das wissenschaftliche Vorträge, Führungen, Lesungen, Musik und die Präsentation eines neuen „Tobias-Mayer-Weins“ umfasst. Eingebunden sind als KooperationsparterInnen die „5 Museen“ in Marbach, die örtlichen Kirchen und Schulen, regionale Kultur-, Freizeit- und Sportvereine sowie das Theater unter der Dauseck, das die Stadt im Sommer mit einem Theaterspaziergang bespielt. Pünktlich zum Jubiläumswochenende erscheint am 15. Februar zudem eine neue Biografie über Tobias Mayer von Thomas Knubben im Stuttgarter Hirzel Verlag, die am Erscheinungstag um 19:30 Uhr mit einer Lesung im Marbacher Schlosskeller präsentiert wird. Abrufbar ist das Programm über die Website des Vereins und der Stadt Marbach.

Das Tobias-Mayer-Museum in Marbach
Das Tobias-Mayer-Museum entstand 1985 im Erdgeschoss des Geburtshauses und wurde 2018 durch einen anliegenden Neubau erweitert. Das Museum wird vom 1981 gegründeten Tobias-Mayer-Verein getragen und dient als Ausstellungs- und Veranstaltungsort für Vorträge, Exkursionen und Forschungsveranstaltungen. Der Verein gibt Publikationen zum Leben und Werk Tobias Mayers heraus und erinnert damit regional und überregional an die Bedeutung des Mathematikers, Kartografen und Astronomen.

Weitere Informationen:
https://www.schillerstadt-marbach.de/schiller-mayer-co/tobias-mayer/tobias-mayer-wird-300/
https://tobias-mayer-museum.de/

Quelle:
STADT MARBACH AM NECKAR

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