Zombies im Linden-Museum Stuttgart: Neue Ausstellung beleuchtet die Ursprünge des Mythos

#LindenMuseum #Zombies

Zombies sind längst fester Bestandteil der Popkultur. Ob in Horrorfilmen, Fernsehserien, Comics oder Videospielen: Die Untoten stehen meist für Angst, Gewalt und den Zusammenbruch gesellschaftlicher Ordnung. Doch woher stammt die Vorstellung vom Zombie eigentlich? Dieser Frage geht das Linden-Museum Stuttgart ab dem 24. Oktober 2026 in seiner neuen Sonderausstellung „Zombies – die Ursprünge“ nach. Die Schau führt von den religiösen Traditionen Haitis bis zur modernen Popkultur und ist bis zum 9. Mai 2027 zu sehen.

Von Haiti nach Hollywood: Die Geschichte der Untoten
Wer bei Zombies zunächst an blutrünstige Filmmonster denkt, dürfte in der Ausstellung eine andere Perspektive kennenlernen. Denn die Ursprünge des Zombie-Mythos liegen auf der karibischen Insel Haiti. Dort ist der Begriff zombi eng mit der Vodou-Religion und einer Geschichte verbunden, die von Kolonialismus, Versklavung und kultureller Vermischung geprägt ist. Im haitianischen Vodou bezeichnet ein zombi unter anderem einen Menschen, der durch den Einsatz von Drogen seiner Selbstbestimmung beraubt und zur Arbeit gezwungen wird. Diese Vorstellung weist deutliche Parallelen zur historischen Versklavung von Menschen auf. Anders als die menschenfressenden Untoten des modernen Horrorkinos steht hier vor allem der Verlust von Freiheit und Kontrolle über das eigene Leben im Mittelpunkt. Die Ausstellung beschäftigt sich deshalb nicht nur mit religiösen Vorstellungen, sondern auch mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen, Ängsten und der Frage, welche Wirklichkeit hinter den Erzählungen über Zombies steckt. Gleichzeitig zeichnet sie nach, wie aus einer Figur der haitianischen Kultur ein weltweit bekanntes Motiv der Unterhaltungsindustrie wurde. Konzipiert wurde „Zombies – die Ursprünge“ vom Musée du quai Branly – Jacques Chirac in Paris. Partner ist das Musée des Confluences in Lyon.

© Barbara D’Antuono: Entre deux mondes (Detail). Foto: M. Gandolphe de Witte, Grafik: Cercle Studio, mit freundlicher Genehmigung des Musée des Confluences

Vortrag und Live-Zeichnung zum Zombie-Mythos
Bereits am Freitag, 23. Oktober, wird die Ausstellung um 18 Uhr eröffnet. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.
Zum begleitenden Programm gehört am Sonntag, 25. Oktober, um 18 Uhr der Vortrag „Zombies: Vom Vodou-Mythos zur Gesellschaftsmetapher“. Der Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger verfolgt darin die Entwicklung der Zombie-Figur von ihren haitianischen Wurzeln über das klassische Hollywoodkino bis zu den gesellschaftskritischen Filmen von George A. Romero und heutigen Serienproduktionen. Dabei geht es auch um die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Untoten. Zombies können als Sinnbilder für Krieg, Kolonialismus, Kapitalismus oder soziale Krisen gelesen werden. Während des Vortrags begleitet der Comic-Künstler Stefan Dinter das Thema mit Live-Zeichnungen. Die Moderation übernimmt Silke Arning. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Dragon Days statt.

Weitere Veranstaltungen im Oktober
Neben der neuen Sonderausstellung stehen im Linden-Museum weitere kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm. Noch bis zum 10. Oktober ist das Museum Partner des Arabischen Filmfestivals. An insgesamt neun Abenden werden 13 aktuelle Filme gezeigt. Am 17. Oktober folgt die „Nacht der Vielfalt – eine afrodiasporische Literaturreise“. Gemeinsam mit dem Je Wanda Collectiv veranstaltet das Museum einen Abend mit Autorinnen, Autoren und Musik. Einen Tag später, am 18. Oktober, steht japanische Schwerttanzkunst im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Schwerttanz der Samurai“ präsentieren TAROeMAKI eine Kenshibudo-Performance, bei der traditionelle Schwertkunst und darstellender Tanz miteinander verbunden werden.

Ausstellung und Besuchsinformationen
Die Sonderausstellung „Zombies – die Ursprünge“ ist vom 24. Oktober 2026 bis zum 9. Mai 2027 im Linden-Museum Stuttgart zu sehen. Die Eröffnung findet am Freitag, 23. Oktober, um 18 Uhr bei freiem Eintritt statt. Regelmäßige Führungen werden donnerstags von 18 bis 19 Uhr, samstags von 15 bis 16 Uhr sowie sonntags von 11 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 15.30 Uhr angeboten.

Weitere Informationen zum Museum und seinem Programm gibt es unter www.lindenmuseum.de.

Promotion