Wasenpirsch 2026: Erst Netzwerken, dann wurde getanzt
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Prominente Gesichter, 600 geladene Gäste, ein opulentes Drei-Gänge-Menü und beste Wasenlaune: Bei der 14. Wasenpirsch in der SchwabenWelt wurde am ersten Festsonntag nicht nur genetzwerkt und für den guten Zweck gesammelt. Je später der Abend, desto voller wurde auch die Tanzfläche.
Ein warmer Herbstabend, ein kühles Festbier und über den Köpfen das unverwechselbare Treiben eines gut gefüllten Festzeltes: Viel mehr braucht es eigentlich nicht für einen gelungenen Wasenabend. Bei der 14. Wasenpirsch am Sonntag, 27. September, kam allerdings noch einiges dazu. Rund 600 geladene Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Medien, Sport und Politik machten die Empore der SchwabenWelt wieder zu einem der exklusivsten Treffpunkte des Cannstatter Volksfestes. Dazu gesellten sich zahlreiche bekannte Gesichter und lokale Prominenz sowie Gäste aus Sport und Unterhaltung. Die Plätze für die Wasenpirsch sind traditionell begehrt. Auch die 14. Ausgabe war bereits lange im Voraus ausverkauft. Wer dabei war, durfte sich auf einen Abend freuen, bei dem es anfangs noch viel ums Sehen und Gesehenwerden, um Gespräche und neue Kontakte ging. Später hieß es dann vor allem: feiern.

Vor Ort u.a. Almklausi und Giulia Siegel
Über den Köpfen der Festzeltgäste
Für das besondere Ambiente hatten Ehepaar Wilhelmer mit ihrem Team die Empore und den Außenbalkon ihres SchwabenWelt-Festzeltes wieder herausgeputzt. Die Lage über dem eigentlichen Festzeltgeschehen hat ihren ganz eigenen Reiz: mittendrin und doch ein wenig für sich. Besonders gefragt war an diesem ungewöhnlich warmen Herbstabend der Außenbalkon. Hier wurde geplaudert, angestoßen und zwischendurch etwas Luft geschnappt, bevor es wieder hinein ins Getümmel ging. Seit Frederic C. Reinicke und Andreas Stütz die Wasenpirsch mit Unterstützung von Festwirt Michael Wilhelmer ins Leben gerufen haben, ist aus der Veranstaltung längst eine feste Wasen-Tradition geworden. Das Rezept hat sich dabei kaum verändert: Menschen zusammenbringen, die sich sonst vielleicht nicht begegnen würden, gemeinsam feiern und gleichzeitig etwas Gutes tun. Und natürlich gehört zu einem solchen Abend auch ordentlich etwas auf den Teller.
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Wasenpirsch 2026: Charmante Begrüßung
Zum Start kam das Holz-Brettl
Schon der erste Gang machte deutlich, dass bei der Wasenpirsch nicht mit einer kleinen Vorspeise begonnen wird. Unter dem Titel „Wasenpirsch Selektion“ wurde auf großen Holz-Brettln eine ganze Auswahl an herzhaften und feinen Kleinigkeiten serviert. Schwäbisch-zünftig startete die Runde mit einem bunten Rettich-Strauß aus knackigem Freilandradi und Wilhelmer’s Radisalz. Dazu gab es Wasenknäckebrot mit getrüffeltem Hüttenkäse und Birnenconfit sowie würzigen Obatzter. Für die Fleischliebhaber lag luftgetrocknete Pastrami vom Alpen Beef bereit, während Bio-Gemüsesticks mit Avocado-Dip für etwas Frische sorgten. Marinierter „Lax-Delux“ mit Fenchel und eingelegten Strauchtomaten brachte eine weitere Geschmacksrichtung aufs Brettl. Brotgebäck und eine stattliche Riesenbrezel durften bei einem Wasen-Menü selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen. Das Schöne an der Präsentation: Statt steifer Tellerfolge stand das gemeinsame Zugreifen und Probieren im Vordergrund. Man reichte weiter, kostete hier, nahm dort noch etwas und blieb dabei miteinander im Gespräch. Genau so soll ein geselliger Wasenabend beginnen.
„Frisch von der Pirsch“
Beim Hauptgang wurde es französisch und herbstlich zugleich. Serviert wurde „Coq Label Rouge“, französisches Schwarzfederhuhn. Dazu hatte die Küche kräftige Begleiter gewählt: getrüffelten Wirsing, Blaukraut und Pfifferlingsknödel. Die Beilagen kamen in großen rustikalen Pfannen an die Tische. Kein unnötiger Firlefanz, sondern ein Hauptgang, der optisch ebenso gut ins Festzelt passte wie geschmacklich in den Herbst. Gerade die Pfannen sorgten dafür, dass auch beim zweiten Gang das gemeinsame Essen im Mittelpunkt stand. Und während an den Tischen weiter erzählt, gelacht und angestoßen wurde, nahm die Stimmung auf der Empore langsam, aber sicher Fahrt auf.
Kaiserschmarrn zum großen Finale
Wer nach Vorspeisen-Brettl und Schwarzfederhuhn eigentlich schon satt war, musste beim Dessert noch einmal Platz schaffen. Denn zum „Pirsch Finale“ gab es einen Wasen-Klassiker im XXL-Format: Wilhelmer’s Kaiserschmarrn mit beschwipsten Rosinen, Apfelkompott und Pflaumenkompott. Serviert wurde auch der süße Abschluss stilecht in der Riesenpfanne. Der Kaiserschmarrn wanderte von Gast zu Gast, wurde geteilt und gelöffelt und war damit genau das richtige Dessert für einen Abend, bei dem ohnehin das gemeinsame Erlebnis wichtiger war als gastronomische Förmlichkeit.
Und plötzlich war die Tanzfläche voll
Spätestens nach dem Dessert änderte sich die Gangart. Wo zuvor noch Visitenkarten getauscht, Hände geschüttelt und Gespräche geführt wurden, wurde nun zunehmend getanzt. Je später der Abend, desto ausgelassener die Stimmung. Die Musik tat ihr Übriges, die Tanzfläche füllte sich und aus dem gesellschaftlichen Treffen wurde eine veritable Wasenparty. Der warme Herbstabend spielte den Gästen zusätzlich in die Karten. Drinnen wurde getanzt, draußen auf dem Balkon weitergeredet und angestoßen. So wechselten viele den ganzen Abend zwischen Festzeltstimmung und lauer Herbstluft.

Ausgelassene Stimmung
Feiern für einen guten Zweck
Bei aller Ausgelassenheit hat die Wasenpirsch seit ihrer Gründung noch eine andere Seite. Seit 2011 verbindet sie das gesellschaftliche Treffen mit dem Engagement für das Kinderhospiz Stuttgart. In diesem Jahr konnten die Organisatoren einen besonderen Meilenstein verkünden: Seit der ersten Wasenpirsch kamen inzwischen mehr als 100.000 Euro für das Kinderhospiz Stuttgart zusammen. Ein wichtiger Baustein ist die traditionelle Tombola. Partner und Sponsoren stellen dafür die Preise zur Verfügung, sodass der Erlös vollständig dem Kinderhospiz zugutekommt. Botschafter des Kinderhospizes waren auch diesmal wieder beim Losverkauf im Einsatz und kamen dabei mit zahlreichen Gästen ins Gespräch. Für den passenden Auftritt auf dem Wasen sorgte erneut Krüger Dirndl.
„Mehr als 100.000 Euro für das Kinderhospiz sind ein echter Meilenstein. Dahinter stehen viele Partner, Unterstützer und Gäste, die die Wasenpirsch über die Jahre begleitet haben. Diese Entwicklung zeigt, was wir gemeinsam bewegen können“, sagte Festwirt Michael Wilhelmer.
Auch Veranstalter Frederic C. Reinicke sieht gerade in dieser Mischung den besonderen Charakter der Veranstaltung: „Die Wasenpirsch lebt von Begegnungen. Hier treffen sich Menschen, deren Wege sich an anderer Stelle vielleicht nicht gekreuzt hätten – unkompliziert, persönlich und über ganz unterschiedliche Bereiche hinweg.“
Gleichzeitig wolle man dem Kinderhospiz und seinen Botschaftern eine Bühne bieten, deren Arbeit sichtbar machen und Möglichkeiten zum Netzwerken eröffnen. „Genau diese Verbindung macht die Wasenpirsch aus“, so Reinicke.

Und plötzlich war die Tanzfläche voll
Eine Pirsch mit langem Atem
Nach 14 Ausgaben muss niemand mehr erklären, was die Wasenpirsch ist. Der Abend gehört inzwischen fest zum ersten Sonntag des Cannstatter Volksfestes. Dass die Veranstaltung lange im Voraus ausverkauft war, zeigt, welchen Stellenwert sie sich über die Jahre erarbeitet hat. Und vielleicht lässt sich das Erfolgsrezept am besten mit dem Verlauf dieses Abends beschreiben: Man kommt zum Netzwerken, bleibt zum Essen und irgendwann steht man gemeinsam auf der Tanzfläche. So wurde auch 2026 aus der „Pirsch“ wieder eine ziemlich lange Wasennacht.
MK Schechler
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