OLYMP wird 75: Vom Hemdenhersteller aus Bietigheim zur internationalen Modemarke
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Vor 75 Jahren begann die Geschichte von OLYMP in einer Waschküche in Bietigheim. Heute verkauft das Familienunternehmen seine Mode in mehr als 40 Ländern. Zum Jubiläum lohnt sich ein Blick zurück auf drei Generationen Unternehmergeschichte und auf den Wandel vom Hemdenspezialisten zur breiter aufgestellten Modemarke.

Firmengründer Eugen Bezner. Foto © OLYMP
Als Eugen Bezner 1951 mit einigen wenigen Beschäftigten Herrenhemden produzierte, waren die Bedingungen andere als heute. In den ersten Jahren wurden unter anderem noch vorhandene Militärstoffe und Fallschirmseide verarbeitet. Aus diesem kleinen Betrieb entwickelte sich über Jahrzehnte die heutige OLYMP Bezner KG mit Sitz in Bietigheim-Bissingen. Der Firmenname sollte bereits damals einen Anspruch ausdrücken. Eugen Bezner orientierte sich bei „OLYMP“ am griechischen Bergmassiv, das in der Mythologie als Sitz der Götter gilt. Sein Ziel war es, sich mit hochwertigen und gut verarbeiteten Hemden im Markt einen Namen zu machen.
Drei Generationen an der Spitze
Eine entscheidende Zäsur folgte früh. Eugen Bezner starb 1960 unerwartet. Sein Sohn Eberhard Bezner, Jahrgang 1935, übernahm daraufhin mit nur 24 Jahren die Geschäftsführung. Unter seiner Leitung wurde das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten weiter ausgebaut. 1990 trat mit Mark Bezner die dritte Generation in das Familienunternehmen ein. Heute führt der 1963 geborene Unternehmer OLYMP als geschäftsführender Gesellschafter. In dieser Zeit wurde nicht nur das Geschäft internationaler, auch das Sortiment veränderte sich. Das Hemd ist zwar weiterhin ein zentrales Produkt, OLYMP bietet inzwischen aber auch Pullover, Poloshirts, T-Shirts, Hosen, Jacken und Accessoires an. Damit versucht das Unternehmen, sich über sein traditionelles Kerngeschäft hinaus als Anbieter kompletter Herrenmode zu positionieren.
Zum 75-jährigen Bestehen blickt Mark Bezner vor allem auf die Kontinuität des Familienunternehmens zurück. Er sei seinem Großvater und seinem Vater für das aufgebaute Unternehmen dankbar, erklärte Bezner anlässlich des Jubiläums. Zugleich sehe er sich in der Verantwortung, das Unternehmen langfristig so weiterzuentwickeln, dass es eines Tages an die nächste Generation übergeben werden könne.

Firmenchef Mark Bezner. Foto © OLYMP
Mehr als ein Drittel des Geschäfts im Ausland
Längst ist OLYMP nicht mehr allein vom deutschen Markt abhängig. Nach Unternehmensangaben ist die Marke inzwischen in mehr als 40 Ländern vertreten. Zu den wichtigsten Märkten zählen neben Deutschland die Niederlande, Österreich, die Schweiz, Belgien und Frankreich. Rund 35 Prozent des Geschäfts entfallen auf den Export. Die Entwicklung zeigt zugleich, wie sehr sich die Textilbranche seit den Anfangsjahren des Unternehmens verändert hat. Aus einem regional produzierenden Hemdenhersteller ist ein international tätiges Modeunternehmen geworden, das sich in einem Markt behaupten muss, der von globalen Lieferketten, verändertem Einkaufsverhalten und einem wachsenden Onlinegeschäft geprägt ist. Auch bei der Außendarstellung setzt OLYMP inzwischen auf internationale Bekanntheit. Seit 2025 ist der US-Schauspieler und Oscar-Preisträger Matthew McConaughey Markenbotschafter des Unternehmens. Bereits seit 2022 arbeitet OLYMP zudem mit dem deutschen Profisegler Boris Herrmann und dessen Team Malizia zusammen. Die Kooperation ist im Bereich der Unternehmensverantwortung angesiedelt.
Vom Nachkriegshemd zur Lifestylemarke
75 Jahre nach der Gründung hat sich damit vieles verändert. Geblieben sind der Unternehmenssitz in Bietigheim-Bissingen, die Eigentümerfamilie und das Hemd als wichtiges Standbein. Die Geschichte von OLYMP ist zugleich ein Beispiel für den Wandel eines mittelständischen Unternehmens aus Baden-Württemberg: angefangen mit wenigen Beschäftigten und Materialien, die in der Nachkriegszeit verfügbar waren, über den Ausbau des klassischen Hemdengeschäfts bis zur heutigen internationalen Ausrichtung.
2026 steht deshalb nicht nur ein Firmenjubiläum im Kalender. Für das Familienunternehmen beginnt nach dreieinhalb Generationen Unternehmensgeschichte auch die Frage, wie sich das Geschäft mit Herrenmode in einem sich weiter verändernden Markt fortsetzen lässt.

