Rennwagen als Jubiläumsbotschafter: Der letzte 718 Cayman GT4 RS Clubsport fährt Geschichte
#porschemuseum
Porsche verbindet 75 Jahre Motorsportgeschichte mit einem außergewöhnlichen Museumsprojekt. Der letztgebaute 718 Cayman GT4 RS Clubsport wurde zum rollenden Botschafter des Jubiläums und absolvierte am 1. August beim 6-Stunden-Rennen der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie seinen letzten großen Renneinsatz. Anschließend geht das Fahrzeug in die Unternehmenssammlung über.
Stuttgart. Bei Porsche gehört Motorsport seit Jahrzehnten zur DNA der Marke. Zum 75-jährigen Jubiläum der Porsche-Motorsportgeschichte wird diese Verbindung nun in einem besonderen Fahrzeug sichtbar: Ein 718 Cayman GT4 RS Clubsport trägt eine exklusive Livery, die sich an der Architektur des Porsche Museums in Zuffenhausen orientiert. Das Projekt wurde von Porsche Heritage und Museum von der Fertigung bis zum fertigen Rennwagen begleitet. Der Wagen mit der Startnummer 718 sollte jedoch nicht ausschließlich als Ausstellungsstück entstehen. Bevor er in die Unternehmenssammlung übergeht, musste er sich noch auf der Rennstrecke beweisen.
Beim 6-Stunden-Rennen der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie am 1. August 2026 teilten sich die Porsche-Markenbotschafter Timo Bernhard und Jörg Bergmeister das Cockpit. Das Duo erreichte den vierten Platz. Damit bekam der letztgebaute Mittelmotor-Rennwagen von Porsche noch einmal echte Rennkilometer auf die Slicks. „Dieses Fahrzeug ist unser Beitrag zu ‚75 Jahre Porsche Motorsport‘. Es erzählt nicht nur Geschichte – es fährt sie weiter“, erklärt Armin Burger, Koordinator Historischer Motorsport bei Porsche.
Eine Hommage auf vier Rädern
Die besondere Gestaltung des 718 Cayman GT4 RS Clubsport nimmt zahlreiche Elemente des Porsche Museums auf. Die mattweiße Grundfarbe erinnert an die Fassade des Gebäudes, schwarze Flächen greifen Fensterbänder und Rahmen auf. Grautöne zitieren den Vorplatz, während feine Rautenmuster die Aluminiumstruktur der Außenhaut des Museums aufgreifen. Auch auf dem Dach finden sich architektonische Anspielungen. Folienkacheln erinnern an die spiegelnden Elemente unter dem Museumsüberhang. Eine silberne Grafik nimmt zudem Bezug auf die Skulptur im Kreisverkehr vor dem Porsche Museum und zieht sich über Fronthaube und Dach. Selbst Details wie der Schriftzug „Porsche Museum“ und die Typografie der Fassade wurden übernommen. Der Christophorus-Schriftzug des Museumsrestaurants findet ebenfalls seinen Platz auf der Karosserie. Damit wird die Architektur des Museums auf ungewöhnliche Weise mobil: Aus einem Gebäude wird eine Rennwagen-Livery, aus einem Rennwagen ein Botschafter der Porsche-Geschichte.

Timo Bernhard, Jörg Bergmeister, l-r, 718 Cayman GT4 RS Clubsport, 6-Stunden-Rennen der ADAC Ravenol Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS), 2026, Porsche AG
Vom Rohbau bis zum Renneinsatz
Die Entstehung des Fahrzeugs wurde in mehreren Stationen dokumentiert. Ausgangspunkt war das Karosseriewerk in Zuffenhausen, wo der Rohbau des 718 Cayman GT4 RS Clubsport entstand. Anschließend wurde das Fahrzeug bei Spezialisten mit der für den Rennbetrieb notwendigen Technik ausgestattet. Dazu gehören unter anderem Sicherheitszelle, Verstärkungen, Aufnahmen für Luftheber und weitere Motorsportkomponenten. Im Volkswagen-Werk in Osnabrück erhielt der Rennwagen seine endgültige Form. Dort wurde er montiert und lackiert. Auch Naturfaserbauteile aus Flachs kamen zum Einsatz. Die letzte Station war Manthey Racing am Nürburgring. Dort folgten Setup, Vermessung, AG10-Abnahme und eine erste Probefahrt, bevor der 718 schließlich für seinen Renneinsatz bereit war.
Die Idee entstand nach Le Mans
Die Idee für das außergewöhnliche Projekt entstand bereits im Sommer 2023. Auf der Rückfahrt vom 24-Stunden-Rennen von Le Mans kamen Armin Burger und Porsche-Markenbotschafter Jörg Bergmeister auf den 718 Cayman GT4 RS Clubsport zu sprechen. Bergmeister bezeichnete das Fahrzeug damals sinngemäß als einen Rennwagen, der inzwischen das Leistungsniveau eines Supersportwagens erreicht habe. Daraus entwickelte sich die Idee, die Entstehung des letzten Mittelmotor-Rennwagens filmisch zu begleiten und ihm nach seinem aktiven Renneinsatz einen Platz in der Unternehmenssammlung zu geben. Zum ersten Mal arbeiteten Porsche Heritage und Museum dabei gemeinsam mit den Motorsportexperten aus Weissach und dem „Team 75 Motorsport“ an einem aktuellen Renneinsatz.
Der letzte Mittelmotor-Rennwagen
Der 718 Cayman GT4 RS Clubsport der Generation 982 nimmt auch technisch eine besondere Stellung ein. Er ist der letzte in Zuffenhausen gefertigte Mittelmotor-Rennwagen von Porsche. Als Kundensportfahrzeug bleibt das Modell noch bis 2027 homologiert. Danach beginnt mit dem neuen 911 GT4 R eine neue Ära: Erstmals basiert ein Porsche-GT4-Rennwagen auf der ikonischen 911-Baureihe. Der 718 Cayman GT4 RS Clubsport selbst setzt auf einen hochdrehenden Sechszylinder-Boxermotor, eine konsequent für die Rundstrecke entwickelte Aerodynamik und ein auf das Wesentliche reduziertes Interieur. Wie bei Porsche üblich, steht dabei die Verbindung von Rennsport und Serienentwicklung im Mittelpunkt. Erkenntnisse von der Rennstrecke fließen in die Weiterentwicklung der Straßenfahrzeuge ein.
Mehr als 1.500 Cayman-Rennwagen
Der 718 ist zugleich Teil einer erfolgreichen Kundensportgeschichte. Seit dem Einstieg in die GT4-Kategorie im Jahr 2016 hat Porsche nach eigenen Angaben mehr als 1.500 Rennfahrzeuge auf Cayman-Basis entwickelt und produziert. Die Fahrzeuge kombinieren bewährte Serientechnik mit speziell für den Rennsport entwickelten Komponenten. Dadurch haben sie sich weltweit als Kundensportfahrzeuge etabliert. Mit dem 911 GT4 R steht nun der nächste Schritt bevor. Sein Renneinsatz ist für die Motorsport-Saison 2027 vorgesehen.
Der letztgebaute 718 Cayman GT4 RS Clubsport markiert damit nicht nur das Ende einer Modellgeneration. In seiner besonderen Museums-Livery wird er zugleich zum Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft: Er erinnert an die Motorsportgeschichte von Porsche, trägt die Architektur des Museums auf die Rennstrecke und bleibt als Teil der Unternehmenssammlung über seinen letzten Renneinsatz hinaus erhalten.
Quelle: Porsche Museum

