Monrepos Open Air III: Ein glanzvoller Abschluss voller Natur, Poesie und musikalischer Größe

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Mit dem Monrepos Open Air III fanden die Ludwigsburger Schlossfestspiele am Sonntagabend einen ebenso stimmungsvollen wie künstlerisch herausragenden Abschluss ihrer erstmals auf drei Abende erweiterten Open-Air-Reihe am Seeschloss Monrepos. Bei angenehmem Sommerwetter verwandelte sich die weitläufige Parklandschaft erneut in einen besonderen Konzertsaal unter freiem Himmel. Zahlreiche Besucher genossen die einzigartige Atmosphäre, viele mit liebevoll gestalteten Picknicks auf den Wiesen, die den Wettbewerb um den schönsten Picknickplatz zu einem zusätzlichen Publikumsmagneten machten. Die idyllische Kulisse am See erwies sich einmal mehr als idealer Rahmen für einen Konzertabend, der ganz im Zeichen der Schönheit der Natur stand.

Den Auftakt bildete Carl Maria von Webers Konzertstück f-Moll op. 79 für Klavier und Orchester, das anlässlich seines 200. Todestages auf dem Programm stand. Weber, der als Wegbereiter der deutschen Romantik und Schöpfer der Oper Der Freischütz Musikgeschichte schrieb, schuf mit diesem Werk eines der ersten einsätzigen Konzertstücke überhaupt. Hinter der virtuosen Komposition verbirgt sich eine romantische Erzählung von Trennung, Hoffnung und glücklichem Wiedersehen. Gleichzeitig weist das Werk mit seiner emotionalen Ausdruckskraft und der freien Form bereits weit in die musikalische Zukunft.

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Kit Armstrong

Im Mittelpunkt der ersten Konzerthälfte stand erneut der außergewöhnliche Pianist Kit Armstrong, der bereits am Vorabend das Publikum begeistert hatte. Armstrong zählt seit vielen Jahren zu den faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten der internationalen Klassikszene. Neben seiner außergewöhnlichen pianistischen Begabung studierte er Komposition sowie Physik, Chemie und Mathematik und verbindet analytische Präzision mit großer musikalischer Fantasie. Seine Zusammenarbeit mit führenden Orchestern und Dirigenten weltweit sowie seine regelmäßigen Auftritte in den bedeutendsten Konzertsälen Europas unterstreichen seinen internationalen Rang.

Gemeinsam mit Le Concert Olympique unter der Leitung des ausgewiesenen Beethoven-Experten Jan Caeyers verlieh Armstrong sowohl Webers Konzertstück als auch Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58 außergewöhnliche Tiefe. Sein Spiel wirkte niemals auf bloße Virtuosität angelegt, sondern überzeugte durch feine Klangkultur, Transparenz und eine bemerkenswerte Natürlichkeit. Besonders im Vierten Klavierkonzert entwickelte sich ein sensibler musikalischer Dialog zwischen Solist und Orchester. Beethoven verzichtete hier erstmals auf das übliche orchestrale Vorspiel und ließ stattdessen das Klavier den ersten Gedanken formulieren – ein damals revolutionärer Einfall. Das Werk gilt bis heute als eines seiner poetischsten und persönlichsten Klavierkonzerte und beeindruckt durch seinen innigen Ausdruck ebenso wie durch seine harmonische Kühnheit.

Kit Armstrong und an Caeyers

Nach der Pause stand Le Concert Olympique allein auf der Bühne und widmete sich Beethovens Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 „Pastorale“. Kaum ein Werk hätte sich besser in die natürliche Umgebung des Monrepos eingefügt. Beethoven verstand die Sinfonie ausdrücklich nicht als musikalische Landschaftsmalerei, sondern als „Ausdruck der Empfindung“. Dennoch zeichnen die fünf Sätze eindrucksvolle Naturbilder nach – vom heiteren Ankommen auf dem Land über die friedvolle Szene am Bach und das fröhliche Zusammensein der Landleute bis hin zum dramatischen Gewitter und dem dankbaren Hirtengesang nach dem Sturm. Unter Jan Caeyers entstand eine ebenso differenzierte wie lebendige Interpretation, die Beethovens feine Klangfarben ebenso eindrucksvoll herausarbeitete wie die dramatischen Kontraste. Das hervorragend aufeinander abgestimmte Orchester überzeugte mit Transparenz, Energie und großer musikalischer Geschlossenheit.

Monrepos Open Air III

Mit lang anhaltendem Applaus würdigte das Publikum einen Konzertabend, der eindrucksvoll zeigte, warum das Monrepos Open Air seit vielen Jahren zu den Höhepunkten der Ludwigsburger Schlossfestspiele gehört. Die Verbindung aus hochkarätigen Künstlern, einem außergewöhnlichen Programm und der einzigartigen Atmosphäre am Seeschloss machte Monrepos Open Air III zu einem würdigen und rundum gelungenen Abschluss der dreitägigen Konzertreihe.

Bereits der Auftakt Monrepos Open Air I am Freitag versprach mit französischer Klangpoesie einen stimmungsvollen Sommerabend. Die französische Cellistin Emmanuelle Bertrand, Dirigentin Ariane Matiakh und die Württembergische Philharmonie Reutlingen präsentierten Werke von Debussy, Saint-Saëns und Ravel. Leider musste das Konzert aufgrund anhaltenden Regens in der Pause vorzeitig beendet werden. Trotz des wetterbedingten Abbruchs blieb der erste Teil des Konzerts als musikalisch gelungener Auftakt in Erinnerung.

Am Samstag folgte mit Monrepos Open Air II ein Abend ganz im Zeichen Ludwig van Beethovens. Kit Armstrong beeindruckte bereits hier mit einer hochklassigen Interpretation des dritten Klavierkonzerts sowie der berühmten „Waldstein“-Sonate. Nach der Pause entfachte Le Concert Olympique unter Jan Caeyers mit der kraftvollen Fünften Sinfonie einen begeisternden musikalischen Höhepunkt. Der große Zuspruch des Publikums bestätigte eindrucksvoll die Strahlkraft dieses Beethoven-Abends und bildete die ideale Einstimmung auf das ebenso hochkarätige Abschlusskonzert am Sonntag.
MK Schechler

Le Concert Olympique

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