NaturVision Filmfestival feiert seine Gewinner 2022

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NaturVision Filmfestival feiert seine Gewinner 2022

Ludwigsburg – 13 Filmpreise in insgesamt 12 Kategorien wurden bei der Preisverleihung des NaturVision Filmfestivals am Samstagabend vergeben. Die Preise gingen in die Schweiz, nach Österreich, England, Südafrika, Frankreich und Italien.

Es gab kaum jemanden im Saal, der seine Rührung verbergen konnte als die Moderatorin der Preisverleihung Dana Hoffmann nach vorne trat und etwas in ganz eigener Sache verkündete. Das Dokumentarfilmdebüt von David Klammer Barrikade – Bilder einer Waldbesetzung, der den NaturVision Filmpreis Umdenken gewonnen hat, hat sie emotional so sehr gepackt, dass sie ganz spontan 1000.- Euro als Dotierung spendet. Der Film erzählt subjektiv und mitreißend vom Engagement der Aktivist*innen im Dannenröder Wald.

Die HAHN+KOLB Werkzeuge GmbH, die ihr Firmengelände zum Biotop gemacht hat und sich für unterschiedlichste Nachhaltigkeitsprojekte einsetzt, lobt für den Deutschen Filmpreis Biodiversität ein Preisgeld von 8.333 aus. Siegmar Klein, Mitglied der Geschäftsführung, überreicht den Preis an Heiko De Groot für seinen Film Stilles Land – Vom Verschwinden der Vögel. Die Jury begeistert sich vor allem für die märchenhafte Erzählweise des Films, der das komplexe Geflecht von Biodiversität am Beispiel einer norddeutschen Wiese sichtbar macht.
Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg dotiert den Deutschen Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis ebenfalls mit 8.333 Euro. Darüber freuen darf sich der österreichische Regisseur Kurt Langbein für seinen herausragenden Kinofilm Der Bauer und der Bobo. Geschickt und bis zur letzten Minute unterhaltsam wird hier der Zwist zwischen einem Bergbauern und einem Journalisten genutzt, um die Gegensätze zwischen Stadt und Land, Wirtschaft und Ökologie, Tradition und Fortschritt darzustellen und über die Zukunft der Landwirtschaft nachzudenken.

Logo © NaturVision

Den dritte Hauptpreis des Festivals – den Deutschen Wildlife Filmpreis – stattet die Stadt Ludwigsburg mit 8.333 Euro aus. Gewonnen haben ihn Victoria Stone und Mark Deeble für ihren originellen und kunstvoll gestalteten Film über die Savanne The Elephant and the Termite. Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht betonte in seiner Rede, wie wichtig es der Stadt Ludwigsburg ist, dass sich NaturVision in Baden-Württemberg weiter etabliert. Zusammen mit der Wirtschaftsregion Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg will Ludwigsburg NaturVision finanziell noch mehr unterstützen.

Um den vielen mutigen und journalistisch herausragenden Arbeiten ein eigenes Forum zu bieten, hat die Hauptjury in diesem Jahr zusätzlich die Kategorie Story – investigativ bestimmt. Gewonnen hat diesen Spezialpreis Green Warriors: Cursed Uranium von Martin Boudot. Die Dokumentation über radioaktive Verschmutzung durch den Abbau und die Lagerung von Uranium beeindruckt nicht nur durch spektakuläre Drohnenaufnahmen und authentische Interviews, sie hat sogar zu einer Klage gegen das Bergbauunternehmen geführt.

Fünf Filme waren in der Kategorie Newcomer nominiert – und jeden davon fand die Jury engagiert und einzigartig. Da die Entscheidung sehr schwer viel, teilen sich den Preis – den dieUmweltDruckerei mit 1.000 Euro ausstattet – zwei besondere Erstlingswerke: Circle of Moose von Josefin Kuschela erzählt humorvoll von einer außergewöhnlichen Beziehung: die des Elchs und die der Menschen, die sich in Alaska um seinen Fortbestand kümmern. Sagebrush Gold – der Abschlussfilm von Marcus Widger beleuchtet klug die Frage, welchen Preis eine Energiewende hat, die auf Elektroenergie setzt – und überlässt die Antwort letztlich den Zuschauer*innen.

NaturVision ist es wichtig, dass auch die Kinder und Jugendlichen eine eigene Stimme beim Wettbewerb haben. Über den NaturVision Preis der Jugendjury – für den das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg 2.000 Euro Preisgeld gibt – darf sich eine junge Webdokumentationsserie des SWR freuen. Besonders schätzen die Jugendlichen, die ihren Preis persönlich überreichten, dass in Axel Wagner und die Klimakrise – Wasser in der Erderwärmung der Moderator sie mit seiner direkten und vorwurfsfreien Art ganz individuell erreicht.

Die Kinderjury erstürmte fast vollzählig die Bühne im Central Filmtheater. Sie hat Pia und die wilde Natur: Abtauchen in die Seegraswiese zum Sieger in der Kategorie NaturVision Preis der Kinderjury gekürt. Pia Amofa-Antwi nahm die Trophäe begeistert entgegen. Der Preis ist von der Wiedeking-Stiftung mit 2.000 Euro dotiert.

Den Preis für die beste Kamera kann in diesem Jahr ein Schweizer Filmemacher mit nach Hause nehmen. Die Jury war tief beeindruckt von den wohlkomponierten Bildern im Film WILD – Jäger und Sammler von Mario Theus, die eine ganz eigene Erzählebene schafft.

Der NaturVision Filmmusikpreis geht 2022 an Steffen Kaltschmidt, der mit seiner Musik für Wildes Marokko – der Goldene Süden eine ganz eigene Antwort auf das dramaturgische Erzählen mit einem regionalen musikalischen Bezug gefunden hat. Der NaturVision Förderverein dotiert diese Kategorie mit 1.000 Euro.

Zum fünften Mal hat NaturVision zusammen mit der Audi Stiftung für Umwelt GmbH einen Kurzfilmpreis ausgeschrieben. „Grown to be Wild“ war in diesem Jahr das Motto. Ein wichtiger Beweggrund für dieses Engagement ist für Geschäftsführer Dr. Rüdiger Recknagel, dass die Stiftung für Naturschutz begeistern will und sich gerade Filme besonders gut eignen, Menschen zu erreichen. Die 5.000 Euro Preisgeld gehen an Mattia Cialoni für seinen berührenden und witzigen Film My Neighbour is a Bear. Er erzählt von den Menschen im Dorf Dorf Villalago in den Apenninen, die zu ihren wilden Freunden, den Bären, ein ungewöhnlich freundschaftliches Verhältnis haben.

Den NaturVision Ehrenpreis wurde in der zwanzigjährigen Festivalgeschichte bisher sechsmal vergeben – unter anderem an Heinz Sielmann. 2022 geht er an Udo Zimmermann – Filmemacher und ehemaliger BR-Redakteur. In ihrer Laudatio erzählte Annette Scheurich – Produzentin und Geschäftsführerin von Marco Polo Film – von seinen großen Verdiensten um den Natur- und Tierfilm als Redakteur, als feinfühliger Mentor von Filmschaffenden und auch als Unterstützer von NaturVision.

Quelle / Mehr Infos unter www.natur-vision.org

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