Wildtiermonitoring-Projekt: Vor der Kamera – Hirsch, Reh und Wildschwein

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Nationalpark Schwarzwald und Forstamt Baden-Baden arbeiten beim Wildtiermonitoring zusammen

Wildtiermonitoring-Projekt: Vor der Kamera – Hirsch, Reh und Wildschwein

Wie viele Hirsche, Rehe und Wildschweine streifen eigentlich im Wald des Nationalparks Schwarzwald umher? Und wie sind die Wanderbewegungen zwischen Großschutzgebiet und dem angrenzenden Forstbetrieb? Diese Fragen wollen der Nationalpark Schwarzwald und das Forstamt Baden-Baden gemeinsam im Rahmen eines zunächst einjährigen Wildtiermonitoring-Projekts über Waldbesitzgrenzen hinweg beantworten.

„Ab Juni sind sowohl im Nationalpark Schwarzwald als auch im angrenzenden Forst Baden-Baden über 50 Fotofallen, also automatische Wildtierkameras, im Einsatz. Hiermit wollen wir das Vorkommen und das Wechseln von Hirschen, Rehen oder Wildschweinen in beiden Gebieten dokumentieren“, erklärt der Forstwissenschaftler Raffael Kratzer, der das Kooperationsprojekt vonseiten des Nationalparks Schwarzwald koordiniert. „Denn Wildtiere halten sich natürlich nicht an Waldbesitzgrenzen.“

Besenderter Rothirsch, Name: Gandalf, auf der Fotofalle. Foto © Raffael Kratzer (Nationalpark Schwarzwald)

Der Nationalpark Schwarzwald führt bereits seit einigen Jahren ein flächendeckendes Fotofallenmonitoring durch, um mehr über die Wildtiere zu erfahren. Die Fotofallen befinden sich dabei fern von Wegen – so kann auch der Datenschutz gewährleistet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in das Wildtiermanagement des Großschutzgebietes ein. Mit Hilfe eines standardisierten Monitorings sollen nun auch gebietsübergreifend Zusammenhänge zwischen der Anzahl und der Wirkung der verschiedenen Wildtierarten auf ihr Ökosystem erkannt werden. Nur mithilfe dieser Erkenntnisse kann ein sinnvolles Wildtiermanagement umgesetzt werden. Das gebietsübergreifende Fotofallenmonitoring ergänzt das laufende Rothirsch-Telemetrieprojekt des Nationalparks (wir berichteten: https://www.nationalpark-schwarzwald.de/de/nationalpark/blog/2020/forschung-gandalf-und-fasnachtshirsch-auf-sendung).

„Alle Forstbetriebe mit Schalenwild, zu denen die bei uns vorkommenden Wildschweine, Hirsche und Rehe zählen, stehen vor den gleichen Herausforderungen und müssen ähnliche Aufgaben erfüllen“ erklärt Thomas Hauck, Fachgebietsleiter für Forst und Natur im Stadtwald Baden- Baden. „Wir freuen uns deshalb, gemeinsam mit dem Nationalpark ein Forschungsprojekt zu starten, um neue Erkenntnisse für unser praktisches Wildtiermanagement zu gewinnen. Solch eine Kooperation zwischen Forstbetrieb und Wildtierforschung aus einem Nationalpark ist bisher einzigartig.“

Informationen auf www.nationalpark-schwarzwald.de

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