Coronavirus Stuttgart: Absage von Frühlingsfest und Veranstaltungen über 1000 Teilnehmern

#stuttgart #veranstaltungsabsagen #coronavirusinfo

Coronavirus Stuttgart: Absage von Frühlingsfest und Veranstaltungen über 1000 Teilnehmern

Coronavirus: „Bewährungsprobe für die Stadtgesellschaft“ – Frühlingsfest abgesagt – Keine weiteren Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern – Keine Veranstaltungen im Rathaus bis 19. April

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat am Dienstag, 11. März, aus Gründen des Infektionsschutzes weitreichende Konsequenzen für anstehende Veranstaltungen gezogen. So wird das Stuttgarter Frühlingsfest abgesagt. Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmenden werden im Vorgriff auf eine landesweite Regelung mit sofortiger Wirkung untersagt. Alle Veranstaltungen im Rathaus, die nicht zwingend sind für den Dienstbetrieb sowie den Sitzungsbetrieb des Gemeinderates und seiner Ausschüsse, werden bis vorläufig 19. April 2020 abgesagt.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: „Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist eine Bewährungsprobe für die Stadtgesellschaft. Diese Epidemie braucht den Zusammenhalt und das Mitwirken aller. Wir wollen Ansteckungsgefahren reduzieren und Infektionsketten unterbrechen. Deshalb müssen wir auch einschneidende Entscheidungen treffen.“ Wichtig sei es, Zeit zu gewinnen, damit nicht viele schwerwiegend Erkrankte auf einmal behandelt werden müssten. „Die Stuttgarter Ärzteschaft ist gut vorbereitet, aber wir müssen schauen, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.“ Kuhn sagte weiter: „Der Gemeinderat muss beschlussfähig bleiben, daher werden die Sitzungen zunächst wie geplant stattfinden. Wichtig ist für Teilnehmende und Beobachter das Einhalten der Hygieneregeln, um Viren nicht weiter zu verbreiten.“

Personen auf dem Foto (v.l.n.r.): Prof. Stefan Ehehalt, Oberbürgermeister Fritz Kuhn,
Bürgermeister Thomas Fuhrmann, Bürgermeister Dr. Martin Schairer. Foto: Leif Piechowski, Rechte: Landeshauptstadt Stuttgart.

Der Leiter des städtischen Gesundheitsamts, Prof. Stefan Ehehalt, erläuterte: „Wir erwarten weitere Infektionen, das lässt sich auch daran ablesen, dass Italien und die französische Region Grand Est zu Risikogebieten erklärt worden sind.“ Aktuell gebe es in Stuttgart 34 erfasste Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus. „Aus Gründen des Infektionsschutzes sind Maßnahmen, wie wir sie jetzt treffen, entscheidend, um die weitere Ausbreitung zu verlangsamen“, so Ehehalt.

Der Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, Thomas Fuhrmann, unterstrich: „Es ist bedauerlich, dass das Frühlingsfest nicht stattfindet. Allerdings wäre es nicht zu rechtfertigen, dass unter diesen Gegebenheiten über 5.000 Menschen in Festzelten in Feierlaune zusammenkommen. In diesem Sinne werden wir uns mit den Schaustellern und Festwirten zusammensetzen, um über die Folgen zu beraten.“ Geplant war das 82. Frühlingsfest vom 18. April bis zum 10. Mai auf dem Cannstatter Wasen. Auch Veranstaltungen in der Schleyerhalle, der Porsche-Arena und der Liederhalle werden abgesagt.

Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, sagte: „Das Ordnungsamt sagt im Vorgriff auf die zu erwartende Landesregelung alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmenden ab. Wenn mit weniger Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu rechnen ist, entscheiden wir im Einzelfall.“ Kriterien für die Risikoabwägung seien im Wesentlichen die Vorgaben und Hinweise des Robert-Koch-Instituts.

Die Stadt informiert online über das Virus und seine Auswirkungen auf das öffentliche Leben unter https://www.stuttgart.de/coronavirus.

Promotion

Eine Antwort zu Coronavirus Stuttgart: Absage von Frühlingsfest und Veranstaltungen über 1000 Teilnehmern

  1. Infektionsschutz: Stadt trifft weitreichende Entscheidungen

    Die Landeshauptstadt Stuttgart untersagt wegen der Corona-Infektionen und zum Schutz der Bevölkerung mit sofortiger Wirkung Veranstaltungen in Kultur, Bildung, Sport und Freizeit sowie Versammlungen, auch unter 1.000 Teilnehmenden. Der Betrieb von Clubs, Bars und Tanzlokalen ist untersagt. Nicht betroffen davon ist der Betrieb von Speiselokalen. Die städtischen Bibliotheken, das Planetarium, die Musikschule und das Stadtarchiv werden geschlossen. Der Betrieb der vhs stuttgart, von Museen, von Kinos und von Bädern wird untersagt. Prostitution jeder Art ist untersagt. Besuche in Alten- oder Pflegeheimen sind untersagt, Ausnahmen hiervon nur bei begründeten Einzelfällen möglich. Alle Maßnahmen gelten unmittelbar und bis auf Widerruf. Das hat die Stadt am Freitag, 13. März, bekannt gegeben.

    Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: „Wir stemmen uns mit allen Kräften gegen die Ausbreitung des Virus. Jetzt gilt es, soziale Kontakte auf das Nötigste zu beschränken. Das ist der beste Schutz für den Einzelnen, wie auch für die Gemeinschaft.“ Es sei wichtig, Zeit zu gewinnen, so dass Schwerkranke in den Krankenhäusern behandelt werden könnten und das Gesundheitssystem arbeitsfähig bliebe. Der Leiter des Gesundheitsamts, Prof. Stefan Ehehalt, sagte: „Seit zwei Tagen ist die Ausbreitung eine Pandemie, auch in Stuttgart zählen wir bereits 55 Infizierte. Eine weitere Ausbreitung ist erwartbar. Aus medizinischer Sicht wird es erst schlimmer, bevor es besser wird. Um das Maß der Ausbreitung zu begrenzen, handeln wir entschlossen und tatkräftig.“ Bei den Infizierten in Stuttgart seien bislang nur milde Verläufe zu beobachten.

    Der Erste Bürgermeister Dr. Fabian Mayer sagte: „Der Einschnitt in das kulturelle Leben der Stadt ist tief, schafft aber Klarheit für die gesamte Kulturbranche und ist für alle nachvollziehbarer als eine Teilnehmergrenze von 1.000 Personen.“ Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, unterstrich: „In Clubs verbreiten sich Viren durch die Nähe und den Körperkontakt leicht. Durch diese Maßnahme schützen wir auch die jüngere Bevölkerung vor Infektionen. Dabei geht es auch um das gesamtgesellschaftliche Ziel, die Anzahl an möglichen Infektionsträgern zu kleinzuhalten.“ Er kündigte Gespräche mit den Betreibern der Clubs, Bars und Discotheken an.

    Die Stadt informiert online über das Virus und seine Auswirkungen auf das öffentliche Leben unter: https://www.stuttgart.de/corona.