Kunstmuseum Stuttgart: Die Ausstellungsjahre 2019 und 2020

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Kunstmuseum Stuttgart: Die Ausstellungsjahre 2019 und 2020

2019 war einmal mehr ein erfolgreiches Jahr für das Kunstmuseum Stuttgart: 180.376 Besucher_innen wollten die Ausstellungen im Kubus und die Sammlung sehen (2016: 169.200, 2017: 149.600, 2018: 223.700). Wir lassen das vergangene Jahr Revue passieren und geben einen Ausblick auf 2020.

Das Jahr startete berauschend und entrückend: EKSTASE (29. September 2018 – 24. Februar 2019) spürte anhand von Kunstwerken von der Antike bis in die Gegenwart dem Zustand des Außer-sich-Seins in seiner kunsthistorischen sowie kulturellen Bedeutungsgeschichte nach. Begleitet wurde die gattungsübergreifende Ausstellung von zahlreichen Konzerten, Kooperationsprojekten und Vorträgen. Im Frühjahr zeigte das Kunstmuseum die für den Kubus. Sparda-Kunstpreis (23. März – 23. Juni 2019) nominierten Künstler_innen Sinje Dillenkofer, Peter Granser, Annette Kelm und Armin Linke. Das Leitthema der Ausstellung war Fotografie. Gewonnen hat den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis Armin Linke, der ihn mit den anderen Künstler_innen teilte. Der Publikumspreis ging an Peter Ganser. In Ragnar Kjartanssons »Scheize – Liebe – Sehnsucht« (20. Juli – 20. Oktober 2019) trafen im Kunstmuseum Videos auf Gemälde, Zeichnungen und eine Live-Performance. Der isländische Allround-Künstler verknüpfte spielerisch bildende Kunst, Literatur, Musik und darstellende Kunst zu einem einzigartigen Ausstellungserlebnis im Sommer. Bewegung gab es auch wieder im »Frischzellen«-Bereich im Untergeschoss des Museums: Auf Benjamin Bronni (Frischzelle_25, 27. Oktober 2018 – 29. September 2019) folgte im Herbst André Wischnewski. In seiner Frischzelle_26 (19. Oktober 2019 – 6. September 2020) erforscht der Bildhauer die Wechselbeziehung von Sprache und Architektur am Beispiel des Comics. Den Schlusspunkt im Ausstellungskalender 2019 markierte die Eröffnung der Ausstellung Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520–1970 (23. November 2019 – 19. April 2020), die in Kooperation mit dem Wiener mumok entstanden ist.

Kunstmuseum Stuttgart: Vertigo

Ein beliebtes Ausflugsziel in der Bodensee-Region bleibt das Museum Haus Dix in Hemmenhofen. 11.685 Besucher_innen begaben sich zwischen März und Oktober 2019 auf die Spuren des berühmten Malers Otto Dix und seiner Familie. Derzeit befindet sich das Museum Haus Dix in der Winterpause, ab dem 21. März 2020 stehen die Türen wieder offen. Die Saisonausstellung setzt Grafiken von Dix mit Porträtfotografien bekannter Fotografen in Dialog. Das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart gastierte mit der Tanzperformance »Prologue: The Fate of Assassins« im Kunstmuseum (30. April – 5. Mai 2019). Auch die Kooperation mit den Ludwigsburgern Schlossfestspielen ging 2019 in eine neue und leider letzte Runde: Camille Bertault, Médéric Collignon und David Helbock trafen im Juni zur Song Conversation im Kunstmuseum zusammen. Ebenfalls im Juni fand das Stiftsmusikfest Stuttgart statt, das zu einer Performance mit Sammlungsführung einlud. Im Juli wurde das Studio 11 – die neue Mitmach-Werkstatt im Kunstmuseum Stuttgart – eingeweiht. Zur Ausstellung »Vertigo« ist hier aktuell ein »Labor« eingerichtet, in dem Besucher_innen jeden Alters physikalische Phänomene rund um Licht, Farbe und Schwingungen erforschen können (bis 19. April 2020). Der Bestand der Sammlung erweiterte sich 2019 wieder um außergewöhnliche Kunstwerke: Dank der großzügigen Unterstützung durch die Landeshauptstadt Stuttgart, die Kulturstiftung der Länder und die Ernst von Siemens Kunststiftung konnte im Oktober das Werk »Ursus mit Kreisel« (1928) von Otto Dix erworben werden. Weitere Schenkungen und Ankäufe stammen u.a. von atelier JAK, Nevin Aladag, Björn Braun, Birgit Brenner, Ragnar Kjartansson und Fabian Treiber.

Das Ausstellungsjahr 2020 beginnt mit der Ausstellung Der Traum vom Museum »schwäbischer« Kunst. Das Kunstmuseum Stuttgart im Nationalsozialismus (1. Februar – 1. Juni 2020). Die Präsentation thematisiert anhand zahlreicher Kunstwerke aus der Sammlung, die bisher noch nie gezeigt wurden, ein lange vernachlässigtes Kapitel Stuttgarter Museumsgeschichte und schreibt zugleich die Gründungsgeschichte des Hauses neu. Im Mai eröffnet mit WÄNDE | WALLS (16. Mai – 11. Oktober 2020) eine Ausstellung, die die unterschiedlichen Bedeutungsebenen von Wänden beleuchtet. Während im Kunstmuseum Wandarbeiten im Innenraum realisiert werden, widmet sich eine Kooperationsausstellung im StadtPalais – Museum für Stuttgart der Graffitikunst im Stuttgarter Stadtraum. Es folgt im November die LBBW-Sammlungsschau im Kubus: Jetzt oder nie. 50 Jahre Sammlung LBBW (7. November 2020 – 21. Februar 2021). Anlässlich des Jubiläums und der langjährigen Kooperation mit dem Kunstmuseum werden verschiedene Werke aus allen Bereichen der LBBW-Sammlung präsentiert. Außerdem widmet sich die Archivausstellung Kamm, Pastell und Buttermilch. Willi Baumeister – Adolf Hölzel – Fritz Seitz (4. Juli 2020 – 11. April 2021) den Pastellzeichnungen und Kammzug-Bildern des Stuttgarter Künstlers Willi Baumeister in Gegenüberstellung mit Werken seines Lehrers Adolf Hölzels und seines Schülers Fritz Seitz. Der Hans-Molfenter-Preis 2019 wurde an die Künstlerin Katrin Ströbel vergeben und steht unter dem Thema der Ortsspezifik. Im Herbst 2020 wird Ströbel eine in-situ-Arbeit in den Sammlungsräumen realisieren. Die Ausstellungsreihe junger Kunst »Frischzelle« wird im Herbst fortgeführt.

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