Pflegebedürftigkeit: Schon in jungen Jahren vorsorgen

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Pflege-Tipp der IDEAL Versicherung

Pflegebedürftigkeit: Schon in jungen Jahren vorsorgen

Pflegebedürftigkeit ist keine Frage des Alters. Denn Unfälle oder Krankheiten führen regelmäßig dazu, dass Betroffene weit vor dem Seniorenalter ihre Selbstständigkeit verlieren. So war laut des Statistischen Bundesamts 2017 knapp ein Fünftel aller Pflegebedürftigen jünger als 65 Jahre. Daher gilt wie bei allen Vorsorgethemen: Frühzeitig anfangen! Wann der optimale Zeitpunkt ist, sich mit den Themen Pflege und Lebensgestaltung im Ruhestand auseinanderzusetzen und welche Möglichkeiten zur Vorsorge existieren, weiß Birger Mählmann, Pflegeexperte der IDEAL Versicherung.

Auslöser für Pflegebedürftigkeit in jungen Jahren
Pflegebedürftigkeit verbindet man meist mit dem Alter. Doch in der Realität sieht es ein wenig anders aus: 19 Prozent werden bereits zwischen ihrer Geburt und dem 64. Lebensjahr zum Pflegefall. Während Senioren häufig aufgrund von Demenz und weiteren alterstypischen Krankheiten Pflege benötigen, liegen bei jüngeren Betroffenen meist andere Ursachen vor. Oft sind sie durch Lähmungen, Intelligenzminderungen oder Entwicklungsstörungen, wie sie etwa beim Down-Syndrom vorkommen, in ihrem Alltag eingeschränkt. Auch Epilepsie kann die Selbstständigkeit von Kindern, Jugendlichen und Menschen im jungen und mittleren Erwachsenenalter beeinflussen. Manchmal tritt die Pflegebedürftigkeit ganz unerwartet ein und betrifft Menschen, die bis vor kurzem mitten im Leben standen: „Zu den Auslösern für körperliche oder geistige Einschränkungen zählen neben chronischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) oder Parkinson auch Unfälle, Herzinfarkte und Schlaganfälle“, erläutert Pflegeexperte Birger Mählmann. Das Problem: Die meisten Menschen rechnen nicht damit, in jungen Jahren zum Pflegefall zu werden und verschieben die Vorsorge auf später.

Gesetzlicher Schutz reicht nicht aus
Pflegebedürftige bleiben meist über mehrere Jahre oder sogar für den Rest ihres Lebens auf fremde Hilfe im Alltag angewiesen. Je jünger die Betroffenen, desto höher ist die Kostenbelastung, wenn sie bis zum Lebensende bestehen bleibt. „Daher lautet das Motto bei der Vorsorge: Je früher, desto besser“, betont der IDEAL-Experte. Im Pflegefall springt zwar die gesetzliche Pflegeversicherung ein – doch damit lässt sich nur ein Teil der entstehenden Kosten decken. Für Pflegebedürftige, die vollstationär in einem Heim gepflegt werden, liegt der Eigenanteil derzeit im Bundesdurchschnitt bei 1.891 Euro im Monat, wie der Verband der Ersatzkassen (vdek) zum 1. Juli 2019 ermittelte.


Pflegebedürftigkeit: Schon in jungen Jahren vorsorgen. Quelle: © peppi18 / iStock.com

Absicherung für jedes Alter
„Wer sich im Bereich Pflege umfassend absichern möchte, sollte zunächst den individuellen Bedarf berechnen“, rät Mählmann. Dabei gilt es zu klären, ob eine künftige Betreuung durch Angehörige, stationär oder ambulant erfolgen soll und kann. Ein weiterer Punkt: Welche Zusatzleistungen möchte man im Falle einer stationären Pflege in Anspruch nehmen? So wünschen sich beispielsweise einige Pflegebedürftige einen persönlichen Vorleseservice oder spezielle Kosmetikbehandlungen. Die Differenz, die sich aus dem persönlichen Bedarf und den Zahlungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung ergibt, muss privat abgesichert werden. „Regelmäßige Einnahmen, etwa durch Vermietung, können in die Rechnung einbezogen werden und die finanzielle Lücke verringern“, so der IDEAL-Experte. „Der frühzeitige Abschluss einer privaten Pflegeversicherung ist auch deshalb sinnvoll, weil Antragsteller damit Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse oder eine Ablehnung aufgrund von Vorerkrankungen vermeiden können“, ergänzt Mählmann. Tipp: Für junge Menschen existieren besonders preiswerte Tarife, die einen günstigen Einstieg in die Pflegeabsicherung ermöglichen.

Formen der privaten Vorsorge
Bei den Pflegeversicherungen lassen sich drei Arten unterscheiden:
• Pflegetagegeldversicherung
Die Pflegetagegeldversicherung zahlt einen vereinbarten Tagessatz. Um zusätzliche Kosten im Pflegefall zu vermeiden, ist es wichtig, bei der Wahl der Police darauf zu achten, dass der Versicherte ab Leistungsbeginn von der Beitragszahlung befreit ist. Wichtig zu wissen: Die Beitragshöhe ist nicht garantiert, sondern kann vom Versicherer den veränderten Bedingungen, etwa bei einem erhöhten Pflegerisiko oder einer steigenden Lebenserwartung, immer wieder angepasst werden.
• Pflegekostenversicherung
Eine Pflegekostenversicherung erstattet dem Versicherten die tatsächlich anfallenden Pflegekosten, die nicht durch gesetzliche Pflegeleistungen abgedeckt sind – je nach Vertrag ganz oder in Teilen. Dazu ist der Nachweis aller anfallenden Kosten gegenüber dem Versicherer mit Rechnungen zu belegen.
• Pflegerentenversicherung
Bei dieser Pflegezusatzversicherung erhält der Versicherte eine vorher festgelegte monatliche Rente, abhängig vom jeweiligen Pflegegrad, ausgezahlt. Die Verwendung des Geldes bleibt dem Pflegebedürftigen selbst überlassen. Wer eine Pflegerentenversicherung abschließt, kann mit einem gleichbleibenden Beitrag während der gesamten Einzahlungsphase rechnen. Diese Form der Absicherung hat den Vorteil, dass der Versicherte Kapital anspart. Selbst im Falle einer Kündigung während der Laufzeit erhält der Versicherte so den aktuellen Rückkaufswert zurück. Bei finanziellen Engpässen kann er mit der Beitragszahlung pausieren. Einige Policen bieten zudem auch einen Hinterbliebenenschutz: Wird der Versicherte nicht pflegebedürftig, erhalten die Angehörigen im Todesfall die eingezahlten Beiträge zurück.

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