Marbacher Schillerwoche vom 02.11. – 11.11.2019

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Marbacher Schillerwoche vom 02.11. – 11.11.2019

Vielfältiges Programm in der Marbacher Schillerwoche: Anfang November dreht sich alles um Schiller, Literatur und Lesen

Marbach ehrt ihren großen Sohn. Neben der Pflege traditioneller Bräuche, wie dem Läuten der Schillerglocke Concordia, dem Blumengruß am Schillerdenkmal oder der musikalischen Huldigung vor Schillers Geburtshaus, möchte die Schillerwoche Lust auf Literatur, auf das Lesen oder auch auf das Schreiben machen und bietet für alle Lesefreunde ein vielfältiges Programm: Es gibt Lesungen, Vorträge und Ausstellungseröffnungen, Poetry Slammer messen sich mit ihren Texten, die Württembergische Landesbühne Esslingen präsentiert eine Neuinszenierung von „Kabale und Liebe“, Cem Özdemir hält die Schiller-Rede, am Schiller-Sonntag gibt es zahlreiche Leseaktionen und geöffnete Geschäfte und der Schillerpreis der Stadt wird an die Genforscherin Professor Christiane Nüsslein-Volhard verliehen.

Am 10. November 1759 kam Friedrich Schiller in der Niklastorstraße 31 in Marbach am Neckar zur Welt. Schillers literarische Überlieferung hat im Schiller-Nationalmuseum auf der Schillerhöhe ihren Platz gefunden. Heute befindet sich auf dem Dichterhügel auch das Deutsche Literaturarchiv und das Literaturmuseum der Moderne.

Eröffnet wird am Samstag, den 02.11. um 19.30 Uhr mit nächtlicher Lesung und Weinverkostung in Schillers Geburtshaus. Birger Laing beleuchtet die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller.

Am Montag, 04.11. um 19.30 Uhr beleuchten Herbert Pötzsch, Bürgermeister i. R. und Dr. Michael Davidis im Marbacher Rathaus mit Vortrag und Lesung die Zeit des Marbacher Bürgermeisters Traugott Haffner als „Marbach zur Schillerstadt“ wurde.

In der Stadthalle findet am Mittwoch um 19.30 Uhr der legendäre Poetry Slam in der Schillerwoche statt, bei dem das Kulturamt zum Dichterwettstreit auffordert, moderiert von Alexander Willrich und Johannes Elster. Plätze für den Poetry Slam sind noch zu vergeben (Anmeldung Tel. 07144 102 314 oder kultur@schillerstadt-marbach.de). Das Literaturmuseum der Moderne kann an diesem Abend zwischen 18 – 19.30 Uhr kostenlos besichtigt werden.

In der Stadtkirche gibt Pfarrer Dr. Joachim Kummer, Giengen an der Brenz, am Donnerstag, 07.11., um 19.30 Uhr Einblicke in „Schillers Religiosität und Gottesvorstellungen“. In seinem Vortrag geht Referent der Frage nach, welcher Glaube und welche Gottesvorstellung sich mit der philosophischen Strömung des „Deutschen Idealismus“, der von Schiller geprägt wurde, verbindet.

Szenenfoto Kabale und Liebe, Fotonachweis: WLB Esslingen

Auf den Brettern der Stadthalle spielt am Freitag, den 08.11. um 19.30 Uhr die Württembergische Landesbühne Esslingen „Kabale und Liebe“: Luise und Ferdinand lieben sich und haben einander ewige Treue geschworen. Beide Väter verlangen die Trennung dieser unmöglichen Verbindung, denn sie stammt aus einer bürgerlichen Familie und er gehört dem Adel an. Höfische Intrigen werden gesponnen, die geradewegs in die Katastrophe führen. Mit ungeheurer sprachlicher Kraft und Emphase schildert Friedrich Schillers 1784 uraufgeführtes Drama die moralische Verkommenheit des herrschenden Systems. Themen wie Machtmissbrauch und die Forderung nach persönlicher Freiheit sind noch immer aktuell. An diesem Abend kann man der Schiller-Nationalmuseum zwischen 18 – 19.30 Uhr kostenlos besuchen.

Der 260. Geburtstag Schillers am Sonntag, 10.11., wird wie in jedem Jahr ganz traditionell gefeiert: Um 7, 11 und 17 Uhr läutet die Schillerglocke Concordia in der Alexanderkirche und um 19 Uhr huldigen die Marbacher Vereine den Dichter auf musikalische Weise vor seinem Geburtshaus. In den Literaturmuseen auf der Schillerhöhe ist Tag der offenen Tür mit zahlreichen Führungen durch die Ausstellungen. Um 11 Uhr hält Cem Özdemir die Schillerrede 2019, um 14 Uhr eröffnet die Ausstellung „Dostojevskij und Schiller“, um 15 Uhr die Ausstellung „#step one. Narrating Africa“. In der Innenstadt beginnt um 12.30 der Schiller-Sonntag „Bitte nicht berühren“ – der etwas andere verkaufsoffene Sonntag mit Kinderlesungen und vielen anderen phantasievollen Lese-Aktionen für die ganze Familie. Um 20 Uhr findet, wie alle zwei Jahre, die feierliche Verleihung des Schillerpreises statt. Die Schillerpreisträgerin 2019 ist die Tübinger Genforscherin und Nobelpreisträgerin Professor Christiane Nüsslein-Volhard, die Laudatio hält Professor Horst Bredekamp.

Am 11.11. feiern die weiterführenden Schulen vormittags ihre Schillerfeiern mit Buchpreisverleihungen, während die Grundschüler sich um 14.30 Uhr zum traditionellen Blumengruß am Schillerdenkmal versammeln.

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Eine Antwort zu Marbacher Schillerwoche vom 02.11. – 11.11.2019

  1. Verleihung des Schillerpreises der Stadt Marbach am Neckar 2019 an Christiane Nüsslein-Volhard

    Am Sonntag, 10. November 2019, dem 260. Geburtstag Friedrich Schillers, wird der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar 2019 an die Tübinger Entwicklungsbiologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard verliehen. Bürgermeister Jan Trost überreicht den mit 10.000 Euro dotierten Preis in einem öffentlichen Festakt um 20 Uhr in der Stadthalle Schillerhöhe. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält der Berliner Kunsthistoriker und letzte Schillerpreisträger der Stadt Marbach am Neckar, Horst Bredekamp.

    Das Lebenswerk von Christiane Nüsslein-Volhard gilt der Erforschung der genetischen Steuerung der Entwicklung der Eizelle und des Embryos der Taufliege Drosophila melanogaster. Zu ihren wichtigsten Entdeckungen gehören Gene, die die Entwicklung von Tier und Mensch steuern. 1995 erhielt sie gemeinsam mit Eric Wieschaus und Ed Lewis den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie. Ihre jüngste Forschung befasst sich mit der Entstehung von Farbmustern bei Tieren, insbesondere dem Zebrafisch.

    Ein wichtiges Anliegen der studierten Biochemikerin ist die Vermittlung der Entdeckungen auf den Gebieten der Gentechnik sowie der Embryonen- und Stammzellforschung und deren Bedeutung für die Zukunft des Menschen. Von 2001 bis 2006 gehörte sie dem Nationalen Ethikrat der Bundesregierung an. 2004 gründete sie die Christiane Nüsslein-Volhard Stiftung zur Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen mit Kindern.

    Der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar
    Der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar wurde erstmals zum 200. Geburtstag Friedrich Schillers im Jahr 1959 verliehen. Bis zum Jahr 2007 wurde mit ihm alle zwei Jahre eine hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der Landeskunde von Württemberg ausgezeichnet.

    Anlässlich des Schillerjahres 2009 veränderte der Gemeinderat die Verleihungskriterien. Der Preis geht seither an Persönlichkeiten, die in ihrem Leben oder Wirken der Denktradition Friedrich Schillers verpflichtet sind. Besonders preiswürdig ist der Einsatz für einen ethisch verantwortbaren Freiheitsbegriff im Sinne des Dichters, sei es in der Politik, der Kunst, den Geistes- und Sozialwissenschaften oder den Naturwissenschaften. 2009 wurde erstmals nach den neuen Kriterien der Molekularbiologe und DDR-Bürgerrechtler Jens Reich ausgezeichnet, dem 2011 die französische Politikerin Simone Veil für ihre Verdienste um Europa folgte. 2013 erhielt die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Rachel Salamander den Preis für ihr entscheidendes Mitwirken am Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Regisseurin Andrea Breth wurde 2015 für ihre herausragenden Inszenierungen der Schillerdramen Maria Stuart und Don Carlos ausgezeichnet. Zuletzt ging der Preis 2017 an den Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp, der als politisch und ästhetisch engagierte, weltweit überragende Figur der Kunstgeschichte gewürdigt wurde.