125 Jahre Motorsport von Mercedes-Benz: Offen für Alternativen seit 1894

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125 Jahre Motorsport von Mercedes-Benz: Offen für Alternativen seit 1894

Innovationskraft und Offenheit für das Neue gehören von Anfang an zur Motorsport-Geschichte von Mercedes-Benz. Denn schon der erste Automobilwettbewerb der Geschichte vor 125 Jahren ist auch ein Wettkampf zwischen den Antriebstechnologien. Damals setzen sich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren von Daimler gegen die bis dahin vorherrschenden Dampfwagen durch. Im 21. Jahrhundert feiert die Marke mit dem Stern in der Formel 1 mit Hybrid-Motoren fünf Doppel-Weltmeisterschaften in Folge. Ende 2019 folgt zudem der Einstieg in die Formel E.

Stuttgart – Siege im Motorsport brauchen den Willen zum Wettbewerb. Das gilt nicht nur für die Konkurrenz der Fahrer und Rennteams, sondern auch für den Wettstreit der technologischen Konzepte. Deshalb gehören alternative Antriebe immer wieder zur einzigartigen Geschichte der 125 Jahre Motorsport von Mercedes-Benz.

Serien-Sieger: 2014 hat in den Formel-1-Silberpfeilen von Mercedes-AMG Petronas Motorsport eine neue 1,6-Liter-V6-Power Unit mit Turbo-Aufladung und erweiterten Hybrid-Funktionen Premiere. Seit dieser Saison gewinnt der Rennstall fünfmal in Folge sowohl die Konstrukteurs- als auch die Fahrer-Weltmeisterschaft der Formel 1. Von der Erfahrung aus dem Rennsport profitiert auch die Entwicklung neuer Personenwagen von Mercedes-Benz. Die Anwendungen reichen von der elektrischen Rückgewinnung der Bremsenergie bis zur Hochvolt-Technologie für elektrische Anriebe.

Elektrisch: Am 22. November 2019 wird Mercedes-Benz Premiere in der rein elektrischen Rennserie Formel E feiern. Das Mercedes-Benz EQ Formel E Team geht mit zwei Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 an den Start. In deren Entwicklung fließt auch Wissen aus der Arbeit an den Antrieben der aktuellen Formel-1-Rennwagen ein.

Urknall: Dampfmaschine oder schnelllaufender Verbrennungsmotor – wer setzt sich in der ersten Automobilwettfahrt der Geschichte durch? Diese Frage stellen sich Publikum und Fachleute am 22. Juli 1894 beim Start der Wettfahrt von Paris nach Rouen. Am Ende fällt die Entscheidung klar aus: Peugeot und Panhard & Levassor teilen sich den ersten Preis. Die Fahrzeuge beider Hersteller werden von Daimler-Zweizylindermotoren in V-Form angetrieben, die rund 2,6 kW (3,5 PS) leisten. Panhard & Levassor baut das Aggregat in Lizenz. Der erste Preis ist zugleich ein Sieg des in der Fahrzeugtechnik noch neuen Verbrennungsmotors – einer alternativen Antriebstechnik also – gegenüber der bewährten Dampfmaschine und den nach wie vor weit verbreiteten Verkehrsmitteln Pferdekutsche oder Ochsengespann.

Transformation: Im Motorsport bewährte Entwicklungen wirken sich auf die Serientechnik des Kraftfahrzeugbaus aus. Das zeigt schon die Wettfahrt von Paris nach Rouen. Der erste Automobilwettbewerb der Geschichte ist kein reines Rennen auf Zeit, sondern bewertet vor allem Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit. Die beiden französischen Hersteller mit Daimler-Motor gewinnen, weil ihre Fahrzeuge am besten die Kriterien erfüllen, „ohne Gefahr zu benutzen, leicht zu bedienen und nicht zu teuer im Betrieb“ zu sein („être sans danger, aisément maniable pour les voyageurs et de ne pas coûter trop cher sur la route“). Das sind die Kriterien, die das Boulevardblatt „Le Petit Journal“ als Ausrichter des Wettbewerbs festgelegt hat.

Erste Automobilwettfahrt von Paris nach Rouen, 22. Juli 1894. Der Peugeot von Albert Lemaître (Startnummer 65), auf dem linken Rücksitz Adolphe Clément. Der Peugeot mit nach Daimler-Lizenz gefertigtem Motor geht auf Position zwei als erster Wagen mit Verbrennungsmotor ins Ziel und erhält zusammen mit Panhard & Levassor den ersten Preis. Foto © Daimler

Mischung: Kaum beginnt sich der Verbrennungsmotor als bevorzugte Kraftquelle des Automobils durchzusetzen, tüfteln findige Ingenieure schon an Antriebsalternativen. Bereits beim zweiten Rennen überhaupt, dem Langstreckenwettbewerb Paris–Bordeaux–Paris im Juni 1895, ist auch ein Fahrzeug mit Elektroantrieb am Start, schafft es aber nichts ins Ziel. Ferdinand Porsche, der ab 1906 Technischer Direktor der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) in Österreich sein wird und dann ab 1923 dieses Amt bei der DMG in Untertürkheim innehat, arbeitet bereits Anfang des 20. Jahrhunderts an einem Hybridantrieb: Ein Daimler-Motor erzeugt per Generator elektrische Energie für die elektrischen Radnabenmotoren. Am 7. Mai 1902 gewinnt Porsche mit einem solchen sogenannten Mixte-Rennwagen auf Basis des Mercedes-Simplex 28 PS das Rennen auf den Exelberg bei Wien.

Selbstzünder: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts dominiert der Viertakt-Ottomotor in Rennfahrzeugen. Mercedes-Benz erringt damit größte Erfolge. Aber vor allem bei Rallye- und Rekordfahrzeugen nimmt die Stuttgarter Marke auch den Dieselmotor in den Blick. Zu den Meilensteinen gehören:

·Klassensieg bei der Mille Miglia 1955 mit dem Mercedes-Benz 180 D (W 120)
·Gesamtsieg der Afrika-Rallye Méditerranée-Le Cap 1959 mit dem Mercedes-Benz 190 D (W 121)
·Diesel-Weltrekorde mit Mercedes-Benz C 111-II D und C 111-III (1976 und 1978)
·30-Tage-Weltrekordfahrt mit Mercedes-Benz E 320 CDI (W 211) im Jahr 2005
·Klassensieg beim Pikes-Peak-Bergrennen 2015 mit Mercedes-Benz C 300 d 4MATIC (W 205)

Solar-Sieger: Auszubildende der Mercedes-Benz Werke Sindelfingen und Untertürkheim konzipieren und bauen 1985 das Solarmobil Mercedes-Benz Alpha-Real. Photovoltaikpaneele mit zusammen 432 Zellen versorgen seine beiden zusammen 1,8 kW (2,4 PS) starken Elektromotoren mit Strom. Bei der Rallye „Tour de Sol“ vom Bodensee zum Genfer See gewinnt der Sonnen-Rennwagen mit dem 21 Jahre alten Peter Bauer am Steuer. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 71 km/h. Heute gehört das Solarmobil zur Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart im Mythosraum 7 „Silberpfeile – Rennen und Rekorde“.

Hybrid-Premiere: 2009 darf zum ersten Mal in der Formel 1 das kinetische Energierückgewinnungssystem KERS als Hybridkomponente im Antriebsstrang der Rennwagen eingebaut werden. Lewis Hamilton gewinnt in dieser Saison neben dem Großen Preis von Ungarn auch den Großen Preis von Singapur auf McLaren-Mercedes MP4-24. Mercedes-Benz kehrt 2010 mit einem eigenen Rennteam in die Formel 1 zurück und schreibt seit 2014 mit einer einzigartigen Erfolgsserie einmal mehr Motorsportgeschichte. Bis heute wird der Hybridantrieb der Rennwagen kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Gegenüber 2009 konnte beispielsweise das Gewicht des Batteriesystem um über 80 Prozent reduziert werden, während die Effizienz des Energiespeichers von 70 Prozent auf 96 Prozent gestiegen ist.

Höllengeburt: Der Mercedes-Benz SLS AMG Electric Drive stellt 2013 auf der Nürburgring-Nordschleife einen neuen Rekord auf. Er umrundet die „Grüne Hölle“ in 7:56,234 Minuten und ist damit das erste Serien-Elektrofahrzeug, das die legendäre Rennstrecke in weniger als acht Minuten absolviert. Im Mythosraum 6 „Aufbruch – Der Weg zur emissionsfreien Mobilität, 1982 bis heute“ des Mercedes-Benz Museums steht der SLS AMG Electric Drive für die Entwicklung alternativer Antriebe in Seriensportwagen der Spitzenklasse.

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