Stauffenberg-Ausstellung zum Hitlerattentat vor 75 Jahren

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Stauffenberg-Ausstellung zum Hitlerattentat vor 75 Jahren

Stuttgart (hdgbw) – Zum 75. Jahrestag des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 zeigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg die Ausstellung „Attentat. Stauffenberg“. Sie ist ab 2. Juli 2019 im Galerieraum des Museums in Stuttgart zu sehen. Die Sonderschau vollzieht nach, wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg aufwuchs, wie er vom regimetreuen Offizier zum Hitlerattentäter wurde und wie kontrovers die Tat bis heute betrachtet wird.

„75 Jahre nach dem Umsturzversuch werden das Attentat und die Persönlichkeit Claus Graf Stauffenbergs immer noch intensiv und auch emotional diskutiert“, sagte die Direktorin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger, beim Eröffnungsmediengespräch am 28. Juni 2019. „Noch nach dem Zweiten Weltkrieg war er für viele ein Verräter und wurde später offiziell zum Helden. Heute wird er gleichermaßen bewundert und abgelehnt. Manche Rechtsradikale rufen sogar in seinem Namen wenig verhohlen zum politischen Morden auf.“ „Die Ausstellung widmet sich den Fragen: Wer war dieser Mann? Was bewegte ihn dazu, sein Leben und die Existenz seiner Familie zu riskieren bei dem Versuch, Adolf Hitler zu töten und das NS-Regime zu stürzen?“, sagte Kurator Dr. Christopher Dowe. „Sich mit Stauffenberg zu beschäftigten, ermöglicht wichtige Erkenntnisse über die NS-Diktatur.“

Die Rolle Stauffenbergs am 20. Juli 1944 beleuchtet die Ausstellung ebenso wie die Maßnahmen, mit denen das NS-Regime nach dem missglückten Attentat seine Familie verfolgte. Im Haus der Geschichte sind Dokumente und einige der wenigen erhaltenen Originalobjekte aus dem Leben Stauffenbergs wie sein Cello und sein Ehrensäbel zu sehen. Eindrucksvolle Zeugnisse seiner Familie verdeutlichen, was die Sippenhaft für sie bedeutete. Filme, Zitate aus Sozialen Medien und Objekte wie eine Uniform des Satirikers Martin Sonneborn zeigen, welche öffentliche Aufmerksamkeit dem Hitler-Attentäter immer noch zuteil wird: Jahrestage, Bücher, Filme und Ausstellungen führen zu einer breiten Berichterstattung in den Medien. Journalisten, Historiker und Angehörige von Widerstandskämpfern diskutieren ihre Blicke auf Stauffenberg, seinen Werdegang und die Motive für seine Wendung gegen den Nationalsozialismus. Auch in Kommentarspalten und im Internet prallen die Meinungen aufeinander. In geschlossenen Zirkeln bestätigen sich dagegen Gleichgesinnte in ihren teils kruden Ansichten. Viele dieser Interpretationen sagen allerdings oft mehr über diejenigen aus, die urteilen, als über die historische Person Stauffenbergs.

Stauffenberg-Ausstellung zum Hitlerattentat vor 75 Jahren. Foto © HDGBW

Das Haus der Geschichte bietet im Juli einen Veranstaltungsmonat mit Führungen, musikalischen Darbietungen, einer Filmvorführung und einem Podiumsgespräch: Am 11. Juli um 19 Uhr steht die umstrittene Stauffenberg-Biografie von Thomas Karlauf im Mittelpunkt der Diskussion des Autors mit dem Vorsitzenden der Stauffenberg Gesellschaft, Wolfgang Schneiderhan, und Ausstellungskurator Christopher Dowe. Es moderiert die Journalistin Franziska Augstein.

Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm finden sich im Internet unter www.hdgbw.de

Attentat. Stauffenberg
Ausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Galerieraum,
vom 2. Juli 2019 bis 30. August 2020
Eintritt frei
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr
www.stauffenberg-museum.de

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Eine Antwort zu Stauffenberg-Ausstellung zum Hitlerattentat vor 75 Jahren

  1. Begleitprogramm zur Ausstellung „Attentat. Stauffenberg“ beginnt

    Stuttgart (hdgbw) – Rund um den 75. Jahrestag des Hitlerattentats bietet das Haus der Geschichte Baden-Württemberg einen Veranstaltungsmonat mit musikalischen Darbietungen, Führungen, einer Podiumsdiskussion und einer Filmvorstellung an. Der Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 und der Hitlerattentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Attentat. Stauffenberg“, die ab 2. Juli 2019 im Galerieraum des Hauses der Geschichte zu sehen ist.

    Das Begleitprogramm zur Ausstellung beginnt am Mittwoch, 3. Juli 2019, um 12.30 Uhr mit einer musikalischen Mittagspause. Es spielen junge Preisträgerinnen und Preisträger aus der Region Stuttgart Cello-Kammermusik im Museum. Musik prägte die Jugend der Stauffenberg-Söhne. Claus Graf Stauffenberg spielte mit großer Begeisterung seit dem neunten Lebensjahr Cello. Er nahm sein Musikinstrument während der Offiziersausbildung sogar mit in die Kaserne. Treffpunkt für die Veranstaltung ist im Foyer des Hauses der Geschichte. Der Eintritt ist frei. Weitere musikalische Mittagspausen gibt es an jedem Mittwoch im Monat (10., 17. und 24. Juli).

    Am Donnerstag, 4. Juli 2019, folgt um 11 Uhr der Vortrag „Gehorsam. Mut. Widerstand“ von General a. D. Wolfgang Schneiderhan mit anschließendem Gespräch. Es geht um die Frage, was wir heute aus der Widerstandstat von Stauffenberg und seinen Mitverschwörern lernen. Wo sind die Grenzen des Gehorsams und wie kann Mut zum Frieden und zur Versöhnung entwickelt werden vor dem Hintergrund der Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zweiten Weltkrieg? Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und Präsident des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge gibt dazu in einem Vortrag Impulse und diskutiert mit Schülerinnen und Schülern und allen Interessierten im Otto-Borst-Saal. Der Eintritt ist frei.

    Das Programm umfasst zudem eine Podiumsdiskussion zur umstrittenen Stauffenberg-Biografie von Thomas Karlauf am 11. Juli, Führungen durch die Ausstellung am 20. und 21. Juli sowie die Vorstellung ein Films über ein deutsch-polnisches Schülerprojekt am Ort des Attentats, der „Wolfsschanze“.

    Weitere Informationen im Internet unter http://www.stauffenberg-museum.de