Impulse geben und beflügeln – Das Programm des 18. NaturVision Filmfestivals

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Impulse geben und beflügeln – Das Programm des 18. NaturVision Filmfestivals

Ludwigsburg – Mit 130 Filmen zu Natur, Tier und Umwelt wird das 18. NaturVision Filmfestival seine Besucher*innen im Central Filmtheater und beim Open Air auf dem Arsenalplatz begeistern. Im Fokus stehen hochaktuelle Themen wie das Artensterben, die Vermeidung von Plastik und nachhaltiges Bauen und Wohnen. Aber auch für Freunde schöner Naturbilder und unvergesslicher Kinomomente ist einiges geboten. Abgerundet wird das Programm durch liebevoll ausgewählte Kinderfilme. Wertvolle Impulse für das Festivalprogramm bringen die neuen Kooperationen mit der IBA’27 und der SportRegion Stuttgart.

Eröffnet wird das 18. NaturVision Filmfestival am Donnerstag, 11. Juli 2019, mit der Dokumentation „Der Bach“ des vielfach preisgekrönten Naturfilmers Jan Haft. Mit Makroaufnahmen, Zeitraffern und seltenen Tonaufzeichnungen gelingt es ihm, die Faszination für einen eher unscheinbaren Lebensraum zu wecken. Gleichzeitig macht er auch auf die Gefahren aufmerksam, die dieses fragile Ökosystem bedrohen. Verborgenes sichtbar machen und Zusammenhänge offenlegen möchte auch das NaturVision Filmfestival. Sein einzigartiges Programm aus Wildlife-, Natur-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmen will neugierig machen auf die kleinen und großen Wunder unseres Planeten, aber auch kritisch hinschauen, Alternativen vorstellen und neue Impulse setzen.

Nah dran an den aktuellen Diskussionen
Die thematischen Schwerpunkte des Festivals greifen zahlreiche brisante gesellschaftliche Debatten auf. So stehen unter anderem Artensterben und Biodiversität im Fokus. In der Dokumentation „Das große Insektensterben“ kommen Forscher aus aller Welt zu Wort und sind sich einig: Dieses unterschätzte Massensterben am Anfang der Nahrungskette ist von uns Menschen gemacht und wird Folgen haben – für alle Erdbewohner*innen.

Die Vermeidung von Plastik beschäftigt NaturVision seit langem in unterschiedlichen Projekten, auch außerhalb des Festivals. Der Kurzfilm „Plastikfreie Stadt – die Suche nach einer machbaren Utopie“ berichtet über diese Bemühungen. Der diesjährige Kurzfilmwettbewerb beschäftigt sich unter dem Motto „Kreislauf statt Kollaps – die Natur macht’s vor“ mit zukunftsfähigen Formen der Kreislaufwirtschaft.

Fotonachweis: Tuulte Tahutud Maa

Landschaften der Zukunft – Bauen und Wohnen
Am Freitag und Samstag steht das Open Air ganz im Zeichen des diesjährigen Sonderthemas „Landschaften der Zukunft – Bauen & Wohnen“. In Kooperation mit der IBA’27 wird auf dem Open Air ein spannendes Filmprogramm mit hochkarätigen Experten*innengesprächen präsentiert. Unter anderem ist der Film „Push – für das Grundrecht auf Wohnen“ zu sehen, der untersucht, warum wir es uns nicht mehr leisten können, in unseren Städten zu wohnen. Tobias Schiller – Pressesprecher der IBA’27 – freut sich über die Partnerschaft mit NaturVision: „Als Bauausstellung wollen wir im Jahr 2027 die Zukunft der Städte und des Bauens physisch erlebbar machen. Das Medium Film kann schon jetzt, bevor die IBA-Projekte vor Ort sichtbar sind, spürbar machen, wohin sich die Städte entwickeln und wo Utopien vielleicht schon Wirklichkeit geworden sind.“

Sport und Natur
Den Festivalsonntag auf dem Open Air bestimmt die Welt des Outdoor-Sports. Zusammen mit der SportRegion Stuttgart werden Filme gezeigt, die die Lust wecken, in der Natur sportlich aktiv zu werden. So porträtiert „Kesselrollen“ die überaus aktive Fahrradszene in Stuttgart, die tagtäglich für eine lebenswertere Stadt und für die Mobilität der Zukunft kämpft. Michael Bofinger von der SportRegion betont: „NaturVision ist auch deshalb ein sehr wichtiges Festival für die Region, weil es Aktive aus anderen Bereichen miteinbezieht und übergreifend denkt. Outdoor-Sport sensibilisiert für die Schönheit der Natur. Das zeigen die Filme am Open Air ganz wunderbar.“

Filmische Vielfalt und cineastische Bonbons – Das Wettbewerbsprogramm
Das Wettbewerbsprogramm im Central Filmtheater bietet unter anderem zahlreiche Filme für die ganze Familie. So ist „Die fabelhafte Welt der Schweine“ ganz bestimmt ein Filmvergnügen für Groß und Klein, das den Blick auf die klugen Borstentiere grundlegend verändert. 90 spannende Minuten für Kids verspricht auch „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten.“ Besondere Entdeckungen können Cineast*innen unter den Naturfilmen machen. So ist der estnische Film „Tuulte Tahutud Maa“ ein gelungenes Regiedebüt, das das Publikum auf eine emotionale Reise durch die urzeitlichen, weiten Landschaften Estlands mitnimmt. Die Langzeitdokumentation „Die rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst“ ist bereits heute ein unwiederbringliches und wichtiges Zeitdokument. Aus dem Widerstand Einzelner entwickelte sich eine bundesweite Bürgerbewegung, die auch die dringend notwendige Diskussion über eine zukunftsfähige Energiepolitik anfachte. Auch in „An den Rändern der Welt“ ist ein David-gegen-Goliath-Kampf Thema: Der berührende Film begleitet den Fotografen und Greenpeace-Aktivisten Markus Mauthe zu den letzten indigenen Gemeinschaften dieser Erde und erzählt auf nachdenkliche Weise von ihrer Kultur und dem Kampf gegen die Zerstörung ihrer Lebensräume.

„Manchmal werde ich gefragt, was eigentlich ein Filmfestival in Zeiten von Streamingdiensten und OLED-Bildschirmen den Zuschauer*innen noch bieten kann“, erzählt Festivalleiter Ralph Thoms. „Die Antwort ist einfach: Ein Festival ist mehr, als nur Filme schauen. Nicht ohne Grund ist das Wort „Fest“ im Begriff enthalten. Unser Programm lädt die Besucher*innen ein, sich zu begegnen und ins Gespräch zu kommen – untereinander, mit den Filmemacher*innen und natürlich auch mit uns von NaturVision. Wir wünschen uns, dass unsere Zuschauer erfüllt von den Filmen und beflügelt von neuen Impulsen nach Hause gehen.“ Der Vorverkauf für das NaturVision Filmfestival beginnt offiziell am 3. Juni 2019. Ab sofort und bis 3. Juni gibt es den Early Bird Festivalpass für 25,- Euro statt 35,- Euro. Ticketinformationen hier: https://festival.natur-vision.de/de/besucherinfo.html

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Eine Antwort zu Impulse geben und beflügeln – Das Programm des 18. NaturVision Filmfestivals

  1. NaturVision Preisverleihung feiert den Natur- und Umweltfilm

    Ludwigsburg – Filmpreise in zehn Kategorien wurden bei der Preisverleihung des NaturVision Filmfestivals am Samstagabend vergeben werden. In einem emotionalen Appell forderten die Filmemache*innen Maßnahmen zum Natur- und Klimaschutz. Moderatorin Dana Hoffmann führte kurzweilig und mit viel journalistischem Geschick durch die Veranstaltung.

    Es wurde kurze Zeit sehr still im Publikum, als sich die Preisverleihungsbühne im Central Filmtheater mit Filmemacher*innen und Festivalleuten füllte, die ein sieben Meter langes Banner mit der Aufschrift „Mehr Raum für die Natur“ entrollten. Nachdem Regisseur Oliver Götzl und Drehbuchautorin und Filmeditorin Mirjam Zimmermann den „Ludwigsburger Appell“ vorgetragen hatten, wandelte sich die Ruhe in einen langanhaltenden Applaus: Filmschaffende und Festivalakteure*innen fordern in diesem Papier die politisch Verantwortlichen auf, umgehend wirksame Maßnahmen zum Natur-, Tier-, Arten- und Klimaschutz zu ergreifen.

    Ein brillantes Beispiel für die unerschöpflichen Möglichkeiten des Natur- und Umweltfilms, zu informieren, Hintergründe zu beleuchten und die Zuschauer*innen aufzurütteln ist der Preisträgerfilm in der Kategorie NaturVision Beste Story. Nicolas Brown und Sean B. Carroll erzählen in ihrer Dokumentation The Serengeti Rules akribisch und spannend wie in einem Krimi, wie ganze Ökosysteme zusammenbrechen, wenn nur eine einzige Art ausgerottet wird.

    Der Deutsche Filmpreis Biodiversität – gestiftet von der HAHN-KOLB Werkzeuge GmbH ist mit seinen 10.000 Euro Preisgeld einer der drei Hauptpreise des Festivals. Er geht 2019 an Der unsichtbare Fluss – Unter Wasser zwischen Schwarzwald und Vogesen von Serge Dumont. Der Film erzählt von einer geologischen Besonderheit – den Quellen des Grundwasserstroms im Oberrheintal. Grandiose Unterwasserbilder entfalten eine faszinierende Bildwelt. Doch wollen die Autoren mehr: Nach und nach entwickelt sich der Film konsequent zu einem Plädoyer für mehr Gewässerschutz und gegen landwirtschaftliche Industrialisierung. Auch die Jugendjury hat diese Dokumentation mit ihrem eindrucksvollen Spagat zwischen schönen Bildern und kritischer Betrachtung überzeugt, so dass der mit 2000.- Euro dotierte Preis der Jugendjury, für den das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg Pate steht, ebenfalls an Serge Dumont und sein Team geht.

    Mit weiteren 10.000 Euro ist der Deutsche Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis, gestiftet vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, dotiert. Ausgezeichnet wurde mit diesem wichtigen Preis ein besonders mutiger und investigativer Film: A Plastic Surgery: Coca-Cola’s Hidden Secrets von Sandrine Rigaud. Die Jury hebt hervor, dass die Autorin in präzise vorbereiteten und hartnäckig geführten Interviews Widersprüche und Unwahrheiten im Recycling-Versprechen des Coca-Cola-Konzerns entlarvt und ganz deutlich die Verantwortung für die Umweltverschmutzung durch Plastikflaschen dem Hersteller zuweist.

    Die 10.000.- Euro Preisgeld für den Deutschen Wildlife Filmpreis 2019 (Stifter: Stadt Ludwigsburg und Central Filmtheater teilen sich Ludwigsburg) Herrscher einer vergessenen Welt – Biokos Drills von Oliver Goetzl und Birth of a Pride von Beverly und Dereck Joubert. Die Jury lobt, dass beide Filme sich vor allem dadurch auszeichnen „die Geschichte nur einer einzigen Art so zu inszenieren, dass die Erzählung der Biologie der Tiere gerecht wird und zugleich die Zuschauer*innen in ihren Bann zieht.“

    Der NaturVision Kamerapreis geht nach Österreich an Jiři Petr und Michael Schlamberger für ihre außerordentliche Kameraarbeit in Österreich – Die Kraft des Wassers: Im Fluss der Zeit. Für die beste Filmmusik wird die Komponistin Nainita Desai ausgezeichnet. Ihre Musik unterstützt diedie Filmdramaturgie von Untamed Romania in optimaler Weise. Henning Kopp und Adrian Rydzicki – Medienschüler des Berufskollegs Rheinbach – beschäftigten sich in ihrem Film Skrupellos mit unserem oft problematischen Umgang mit Tieren und können sich über den NaturVision Newcomerpreis freuen, den dieUmweltDruckerei mit 1000.- unterstützt.

    Unter dem Motto „Kreislauf statt Kollaps – die Natur macht’s vor“ stand in diesem Jahr der NaturVision Kurzfilmpreis, für den die Audi Stiftung für Umwelt GmbH 5.000.- bereitstellt. Mit Unravel von Meghna Gupta siegte in dieser Kategorie ein Film über die Recycling-Industrie in Nordindien, der uns humorvoll die Augen über unser absurdes Konsumverhalten öffnet.

    Immer wieder erstaunlich und berührend sind die Ernsthaftigkeit und das Selbstbewusstsein mit dem die Kinderjury die Bühne betritt und ihre eigenständig formulierte Jurybegründung vorträgt. In diesem Jahr begeisterten die Kinder zwei Filme: Checker Tobi und das Geheimnis unserer Erde von Martin Tischner, den sie mit einer Special Mention bedachten und Thomas und Korduni – Bienen retten Elefanten von Frank Feustle, der seine Freude über den NaturVision Kinderfilmpreis per Videobotschaft aus Kenia übermittelte.

    Nach der offiziellen Preisverleihung wurde im Innenhof des Central Filmtheaters schwungvoll begleitet von der Ludwigsburger Caligari Band noch bis spät in die Nacht gefeiert.