Was man über die Lohnsteuerklassen wissen sollte

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Was man über die Lohnsteuerklassen wissen sollte

Wer als Berufseinsteiger den ersten Gehaltsnachweis in den Händen hält, ist erst einmal schockiert. Vom hart erarbeiteten Geld wird nämlich Lohnsteuer abgezogen – ein Teil des Einkommens geht damit an den Staat. Schon in der Antike kannte man Steuern, sie wurden teils in Geld, teils in Naturalien wie Getreide oder Vieh bezahlt. Und genauso alt sind die Klagen über die ungerechten Steuersätze, obwohl moderne Steuersysteme als transparenter und gerechter gelten. Berufseinsteiger sollten die wichtigsten Steuerrichtlinien kennen, um von möglichen Vergünstigungen zu profitieren.

Steuersystem strebt nach Vereinheitlichung
Das deutsche Steuersystem kennt diverse Steuerarten, die in jeweils eine von zwei Kategorien fallen: in direkte und indirekte Steuern. Während die direkten Steuern an das Einkommen gekoppelt sind, handelt es sich bei der zweiten Kategorie um Steuern, die den Verbraucher auf Umwegen belasten; dazu zählt etwa die Umsatzsteuer, die beim Kauf von Sach- oder Dienstleistungen anfällt. Für einen Berufseinsteiger sind in erster Linie die direkten Steuern interessant, denn sie werden von seinem Gehalt abgezogen. In der Regel handelt es sich um die folgenden Steuerarten:

  • Lohnsteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Kirchensteuer

Damit die Steuerbelastung möglichst gerecht ist, wird immer ein bestimmter Prozentsatz vom Bruttogehalt als Lohnsteuer erhoben. Dieser Prozentsatz ist dynamisch – je höher das Bruttoeinkommen ist, desto höher fällt der prozentuale Steuersatz aus. Gegenwärtig liegt der Maximalbetrag – der sogenannte Spitzensteuersatz – bei 42 Prozent; er gilt für Jahreseinkommen ab knapp 56.000 Euro.

In welche Steuerklasse man eingeteilt wird, hängt größtenteils vom Familienstand ab. Grundsätzlich gilt, dass Unverheiratete die Steuerklasse 1 oder 2 erhalten, während Verheiratete und Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft der Steuerklasse 3, 4 oder 5 zugeordnet werden.

Für die Lohnsteuer gibt es Steuerklassen; mit Berufseintritt erhält man eine von fünf; unverheiratete Berufseinsteiger ohne Kind erhalten üblicherweise die Steuerklasse 1. Die interessante Frage ist nun: Wie viele Abzüge haben Angestellte jeweils in den Steuerklassen 1 bis 5? Hat man beispielsweise einen Bruttoverdienst von monatlich 3.000 Euro, dann beträgt die Lohnsteuer inklusive Solidaritätszuschlag in dieser Klasse etwa 440 Euro. Arbeitnehmer mit Kind und ohne Partner erhalten meist die Steuerklasse 2; sie haben dort bei gleichem Verdienst einen Lohnsteuerabzug in Höhe von etwa 385 Euro.

Bildrechte: Flickr tax Matt Madd CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Sonderfall bei Ehepartnern
Normalerweise kann man sich die Steuerklasse nicht aussuchen. Ein Sonderfall sind Ehepaare, die nach der Heirat beide automatisch in der Steuerklasse 4 landen, in der die Lohnsteuer ebenso hoch ist wie in der Steuerklasse 1. Verdient nun ein Ehepartner deutlich mehr Geld als der andere, lässt sich einiges an Geld sparen, indem beide Partner ihre Steuerklasse wechseln. Orientieren kann man sich hierbei an der 60/40-Regel: Verdient ein Partner etwa 60 Prozent des Familieneinkommens und der andere 40 Prozent, zahlt es ich aus, wenn der Besserverdienende in die Steuerklasse 3 wechselt und der mit dem geringeren Gehalt in die Steuerklasse 5. Dann hat der Partner mit der Steuerklasse 3 weniger Abzüge und beide profitieren von einem höheren Gesamtnettoeinkommen.

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