Kann Fußball uns wieder vereinen?

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Kann Fußball uns wieder vereinen?

Im Jahre 2015 erreichte Deutschlands Willkommenskultur einen Punkt, der die Gesellschaft über die nächsten Jahre stark spalten und polarisieren sollte. Die Auswirkung einer politischen Entscheidung waren bis in die Welt des Sports zu spüren und dauern noch heute an.

Als Kanzlerin Merkel 2015 unilateral entschied die Grenzen zu öffnen und Millionen syrische Flüchtlinge aufzunehmen, wurde dies zuerst noch mit reichlich Applaus und Respekt aufgenommen. Vier Jahre später ist Deutschland so gespalten wie lange nicht mehr. Links – und Rechtspopulisten gewinnen an Zuwachs, während die etablierten Parteien um ihre Wähler kämpfen. Die politische Mitte wird immer dünner.

Hier war der Sport in der Vergangenheit ein Gegengewicht, etwas, was die Menschen zusammenbrachte. Denn beim Sport wird in aller Regel nicht auf Nationalität oder den eigenen Glauben wertgelegt. Dies trifft besonders auf Fußball zu. Und dennoch war kurz vor der Fußball WM im Sommer 2018 zu sehen, wie selbst der Sport in einer aufgeheizten Atmosphäre nicht mehr automatisch für ein Zusammenhaltsgefühl sorgen kann.

Fusball. Foto Quelle: Pixabay.com

Mesut Özil, einer der Leistungsträger des deutschen Teams und Garanten des WM-Sieges 2014, traf sich vor Beginn des Turniers mit dem türkischen Präsidenten Erdogan, ließ sich mit ihm Fotografieren und überreichte Erdogan ein Trikot, das für „seinen Präsidenten“ sein sollte. Der Aufschrei war groß. Nicht nur in der Politik und den Medien, die den Auftritt Özils mit dem Despoten Erdogan kritisierten, aber vor allem auch in der Gesellschaft. Die Frage, warum jemand, der alle Vorzüge Deutschlands genossen hat, sich noch immer als Türke verstünde, war in aller Munde und eröffnete in einer, durch die Flüchtlingspolitik ohnehin brisanten Phase, eine neue Diskussion der Integrationskultur Deutschlands.

So begann die WM im Schatten dieser politischen Affäre und Mesut Özil wurde zum Sündenbock für die schlechten Leistungen Deutschlands abgestempelt. Dieser revanchierte sich daraufhin, als er nach dem Ausscheiden Deutschlands seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft mitteilte und zudem dem Deutschen Fußball Bund indirekten Rassismus vorwarf, was die Stimmung im Land nicht zum positiven verbesserte. Zwar ist die Özil Debatte mittlerweile aus den Schlagzeilen verschwunden, die Spaltung im Land ist aber noch immer stark spürbar.

Was Politiker bis dato nicht schaffen konnten, könnte erneut vom Sport geschafft werden. Mit der Weltmeisterschaft 2024 im eigenen Land, hat Deutschland die Chance erneut zusammenzukommen und ein zweites Sommermärchen wie in 2006 zu schaffen. Damals sangen und tanzten Menschen aller Couleur und Glaubensrichtung auf Deutschlands Straßen, vereint für die Liebe für den Fußball und eine Mannschaft, die uns mit ihrer Art alle begeisterte.

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