Kennen Tiere (Nationalpark-)Grenzen?

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Kennen Tiere (Nationalpark-)Grenzen?

Vortrag am 22.2. von Ruedi Haller, Leiter des Schweizer Nationalparks

Der Schweizerische Nationalpark wurde 1914 gegründet. Er ist der älteste Nationalpark der Alpen – und rund 100 Jahre älter als der Nationalpark Schwarzwald. In Mitteleuropa gehört er zu den am besten geschützten Wildnis-Gebieten. Hier fühlen sich mittlerweile wieder Bartgeier, Wölfe, Luchse und sogar vereinzelt Braunbären zuhause. Bei ihren Untersuchungen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die genauen Wanderungen verschiedener Tiere aufgezeichnet und ausgewertet. Dabei wurden insbesondere auch die Grenzen erforscht, an denen sie sich orientieren, bzw. die ihren Wanderungen im Weg stehen.

„Die Menschen, die uns besuchen kommen, wollen Tiere sehen, besonders natürlich Großtiere. Einige Tierarten sind im Laufe der Zeit auch tatsächlich wieder zu uns rückgewandert und bei uns nun wieder heimisch, wie Steinbock und Rothirsch, aber auch Bartgeier, Steinadler oder Wolf. Und hier im Nationalpark zeigen sie sich teilweise auch dem Menschen, weil sie über die Jahrzehnte gelernt haben, dass sie dank des Wegegebotes vom Menschen unbehelligt bleiben“, sagt Ruedi Haller, Leiter des Schweizerischen Nationalparks.

Rudel Rothirsche im Schweizer Nationalpark. Foto © SNP 2019

„Die Erkenntnisse aus dem 100 Jahre älteren Park sind für uns von großer Bedeutung, um zu lernen, wie Schutzgebiete auch für große Tierarten optimiert werden können“, erläutert Marc Förschler, Leiter der naturwissenschaftlichen Forschung des Nationalparks Schwarzwald.

Tiere orientieren sich also in gewisser Weise an Grenzen und richten ihre Wanderungen
danach aus. „Wenn das Futterangebot im Herbst knapp wird, dann wandern beispielsweise unsere Rothirsche nach außen“, so Haller. Hier allerdings bewegen sie sich vorsichtiger – sie wissen offenbar, dass sie außerhalb des Nationalparks ungeschützter sind. „Wir kennen das Phänomen teilweise auch schon von den Rothirschen bei uns“, so Friedrich Burghardt, Wildtiermanager im Nationalpark Schwarzwald. „Mindestens ein Hirsch hält sich beispielsweise gerne nahe der Schwarzwaldhochstraße auf. Hier fühlt er sich trotz des Verkehrs offenbar
besonders sicher, denn direkt an der Straße wurde nie gejagt.“

Über die interessanten Ergebnisse der Langzeitbeobachtungen wandernder Tiere und der Grenzen, die ihnen dabei gesetzt sind, berichtet der Leiter des Schweizer Nationalparks, Ruedi Haller, in seinem Vortrag am Freitag, 22. Februar. Und er berichtet auch über Projekte, die Tieren ihre Wanderungen erleichtern sollen – über menschengemachte Landesgrenzen hinweg. Anmeldeschluss für die Veranstaltung ist am 21. Februar, 13 Uhr.

Termin: Freitag, 22. Februar, 19 – 20.30 Uhr
Hinweis: Barrierefrei – eingeschränkte Mobilität
Treffpunkt: Nationalparkzentrum Ruhestein
Teilnehmer: alle Interessierten
Kosten: 5,- Euro p. P.
Referent: Dr. Ruedi Haller (Leiter des Schweizerischen Nationalparks)
Anmeldung: erforderlich, Anmeldeschluss ist der 21. Februar, 13 Uhr; online unter www.nationalpark-schwarzwald.de/veranstaltungskalender oder telefonisch im Nationalparkzentrum Ruhestein unter 07449 92998-444

Weitere Termine und Informationen im Internet auf www.nationalpark-schwarzwald.de

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