“Die sieben Todsünden” an den Staatstheatern Stuttgart

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PREMIERE
Die sieben Todsünden / Seven Heavenly Sins
Ballett mit Gesang von Kurt Weill, Text von Bertolt Brecht / Live Testimonial by Peaches
Samstag, 02. Februar 2019 20:00 Uhr im Schauspielhaus Stuttgart

Die sieben Todsünden / Seven Heavenly Sins von Kurt Weill, Bertolt Brecht und Peaches an den Staatstheatern Stuttgart

Eine Koproduktion der Staatsoper Stuttgart, des Stuttgarter Balletts und des Schauspiel Stuttgart – Premiere am 2. Februar 2019 im Schauspielhaus

Am Samstag, den 02. Februar 2019, hat im Schauspielhaus erstmals seit 23 Jahren wieder eine Neuproduktion Premiere, an der alle drei künstlerischen Sparten der Staatstheater Stuttgart beteiligt sind. Seinen Ausgang nimmt der Abend bei Kurt Weills und Bertolt Brechts fast 100 Jahre altem „Ballett mit Gesang“ Die sieben Todsünden, dem mit Seven Heavenly Sins ein zeitgenössischer Standpunkt entgegengesetzt wird.
Die Schauspiel- und Opernregisseurin Anna-Sophie Mahler, die sich verstärkt auch mit experimentellen Formen im Musiktheater auseinandersetzt, inszeniert den Abend, Louis Stiens choreografiert und Stefan Schreiber dirigiert das Staatsorchester Stuttgart. Auf der Bühne stehen in der Hauptrolle der Anna gleich mehrere Künstler*innen: Josephine Köhler, neues Ensemblemitglied am Schauspiel Stuttgart, sowie Halbsolist Louis Stiens vom Stuttgarter Ballett sind ebenso dabei wie die kanadische Electroclash-Sängerin und Musikproduzentin Peaches und die ehemalige Erste Solistin des Stuttgarter Balletts Melinda Witham.

Die sieben Todsünden / Seven Heavenly Sins
Foto: Bernhard Weis


Die sieben Todsünden von Brecht und Weill erzählt teils böse und sarkastisch die Geschichte der jungen Frau Anna, die von ihrer Familie – dargestellt durch ein Männer-Quartett (Elliott Carlton Hines, Gergely Németi, Christopher Sokolowski und Florian Spieß) – auf eine siebenjährige Reise geschickt wird, um Geld für ein Eigenheim zu beschaffen. Dabei ist Anna ohne Unterlass den Erwartungen einer patriarchal strukturierten Gesellschaft ausgesetzt, die von ihr Anpassung und Gehorsam erwartet.

Seven Heavenly Sins dreht das Konzept der Todsünden um und setzt ihm eine queere Lesart entgegen, in der die Freiheit des*der Einzelnen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, an erster Stelle steht. Seven Heavenly Sins ist damit nicht nur eine zeitgenössische Aneignung der vom Katholizismus erfundenen Todsünden, sondern ebenso eine feministische Antwort auf das Autorenduo Brecht und Weill.

Ein Orchester, eine Schauspielerin, eine Performerin, ein Tänzer, vier Opernsänger, eine Charaktertänzerin, ein Tonpult und viele Lautsprecher: Die Regisseurin Anna-Sophie Mahler inszeniert mit Die sieben Todsünden / Seven Heavenly Sins eine multiperspektivische Unternehmung, in der sie zahlreiche Ästhetiken und Handschriften zu einem Abend kombiniert über Folgschaft, Widerstand und das Glück, das entsteht, wenn jemand seinen Weg gefunden hat.

Weitere Vorstellungen
07. / 12. / 17. / 25. Februar 2019
02. / 10. / 23. / 30. März 2019

Regie Anna-Sophie Mahler featuring Peaches
Musikalische Leitung Stefan Schreiber
Choreographie Louis Stiens
Bühne Katrin Connan
Kostüme Marysol del Castillo
Dramaturgie Katinka Deecke
Mit: Elliott Carlton Hines*, Josephine Köhler, Gergely Németi, Peaches, Christopher Sokolowski*, Florian Spieß, Louis Stiens, Melinda Witham
*Internationales Opernstudio der Staatsoper Stuttgart

Es spielt das Staatsorchester Stuttgart.

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Eine Antwort zu “Die sieben Todsünden” an den Staatstheatern Stuttgart

  1. In aller Kürze:

    Premiere “Die sieben Todsünden / Seven Heavenly Sins”. Ist das Kunst oder kann das weg?

    “Ist das Kunst oder kann das weg?” und “Nach über 20 Jahren arbeiten alle drei Sparten des Staatstheater an einer Neuinszenierung zusammen, und dann kommt so ein gequirlter … heraus!” sind Originalzitate von Besuchern, die ich nach der heutigen Premiere gehört habe.

    Was ist passiert? Der erste Teil “Die sieben Todsünden” spielt in einem auf der Bühne aufgebauten Boxring. Boxende werden zu Ballett-Tänzern und umgekehrt, optisch schön inszeniert und kommentiert von Peaches, mit leichten kinskiesken Einlagen und einem langatmigen Schlussteil. Danach “Seven Heavenly Sins”: Der Auftritt der Konzeptkünstlerin Peaches, mit durchgehend nicht jugendfreiem Inhalt und u.a. tanzenden Vaginas. Vielen Zuschauern in meinem Sitz-Umfeld ist die Kinnlade hörbar bis auf den Boden geklappt. Das wird dem starken Auftritt von Louis Stiens und Josephine Köhler nicht gerecht.

    Aber war es wirklich so schlimm? Das Stuttgarter Premierenpublikum war zweigeteilt. Machen Sie sich selbst ein Bild, Veranstaltungen finden noch bis Ende März statt. Die Inszenierung wird in den nächsten Wochen auf jeden Fall Stadtgespräch.

    MK Schechler, N-News.de

    Elektropunk Peaches
    Elektropunk Peaches dominiert die Aufführung, kommt bis in den Zuschauerraum