Freilichtspiele Schwäbisch Hall: Sommerprogramm 2019 komplett

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Liebesgeschichten im alten Ägypten und im Neuen Globe
Vorverkaufsbeginn am 24. November

Freilichtspiele Schwäbisch Hall: Sommerprogramm 2019 komplett

Kurz vor Beginn ihres Vorverkaufs haben die Freilichtspiele Schwäbisch Hall das komplette Programm ihrer Sommerspielzeit 2019 auf der Großen Treppe vor St. Michael und im Neuen Globe bekannt gegeben. Bereits am 29. März wird mit William Shakespeares Liebeskomödie „Was ihr wollt“ die mit großer Spannung erwartete Eröffnung des Neuen Globes, der neuen zweiten Spielstätte der Freilichtspiele, stattfinden. Im Laufe des Sommers sind im neuen Theater außerdem die musikalische Komödie „Ewig Jung“, das Kinder- und Familienstück „Der Zauberer von Oz“ und verschiedene Gastspiele zu erleben. Auf der Großen Treppe werden vom 22. Juni bis 31. August das Schauspiel „Jedermann“, das Musical „Elton John und Tim Rice’s AIDA“, die musikalische Revue „In der Bar zum Krokodil – Ab in die wilden 20er“ und die Komödie „Don Camillo und Peppone“ aufgeführt.

„Das Jahr 2019 ist für die Freilichtspiele ein wirklich außergewöhnliches Jahr. Die Vorbereitungen laufen ja schon jetzt auf Hochtouren. Bereits Mitte Februar beginnen die Proben, so früh wurde bei den Freilichtspielen noch nie für die Sommersaison geprobt. Und Ende März geht es dann los im Neuen Globe – das wird grandios!“, freut sich Christian Doll, Intendant der Freilichtspiele Schwäbisch Hall, auf den kommenden Theatersommer 2019. Das neue Freilichttheater der Freilichtspiele wird vom 29. bis 31. März mit einem großen Eröffnungswochenende mit Eröffnungsgala und –Matinée sowie der Premiere von William Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“ eingeweiht. Regie bei Shakespeares turbulenter Liebes-, Geschlechter- und Verwechslungskomödie führt der Intendant selbst.

Mit einem Augenzwinkern blicken die Freilichtspiele in der zweiten Neuproduktion im Neuen Globe, der musikalischen Komödie „Ewig Jung“, in die ferne Zukunft ihres brandneuen Theaterbaus: Im Jahre 2059 ist das Neue Globe nach langen, glorreichen Theaterjahren zu einem idyllischen Altersheim im Grünen geworden. Doch die Bühnenstars der ersten Stunde sind noch immer da – und bei Hits wie „Sex Bomb“, „Forever Young“ oder „Born to be Wild“ rocken die rüstigen Neunzigjährigen, bis die Bühne brennt.

Auf zum Tanz auf der Treppe! Im Tanzmusical “Saturday Night Fever” verwandeln die Freilichtspiele die Große Treppe vor St. Michael in die schillernde Discowelt der 70er Jahre in New York. Bild: Szenenausschnitt aus “Maria, ihm schmeckt’s nicht” – Foto: Jürgen Weller

Mit Hugo von Hofmannsthals berühmtem Stück „Jedermann“ beginnt der Theatersommer 2019 am 22. Juni auf der Großen Treppe. „Der Aufbruch für die Freilichtspiele, der 2019 mit der Eröffnung des Neuen Globes stattfindet, ist für mich Anlass, nochmal auf die Anfänge der Festspiele 1925 zurückzublicken. Der Jedermann-Stoff hat an Brisanz nichts verloren. Die universelle Frage nach dem Sinn unseres Lebens und das Erschrecken vor der eigenen Endlichkeit sind gerade in einer Gesellschaft, die nach Lebendigkeit giert und den Tod am liebsten verbannen will, auch nach fast 100 Jahren noch aufwühlend – auch wenn wir heute vielleicht anders darauf schauen. Genau das interessiert mich“, so Christian Doll, der den „Jedermann“ inszenieren wird.

Im Musical „Elton John und Tim Rice’s AIDA“ verwandelt sich die Große Treppe ab dem 13. Juli ins alte Ägypten. Besucher dürfen sich auf mitreißende Popsongs aus der Feder von Elton John und eine berührende und dramatische Liebesgeschichte inmitten politischer Intrigen und Machtkämpfe freuen. Frei nach Giuseppe Verdis Oper erzählt das mit einem Grammy und zahlreichen Tony Awards ausgezeichnete Musical die Geschichte der jungen Aida, die sich unsterblich in den feindlichen Heerführer Radames verliebt. Dieser erwidert ihre Gefühle, ist jedoch bereits der Tochter des Pharaos versprochen. Radames ehrgeiziger Vater will seinen Sohn zum neuen Herrscher machen, doch Aida ist ihm dabei ein Stein im Weg.

Im Kinder- und Familienstück „Der Zauberer von Oz“ im Neuen Globe begleiten Besucher die junge Dorothy auf ihrer aufregenden Reise durch das wundersame Fantasieland Oz. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden, einem Löwen ohne Mut, einer Vogelscheuche ohne Verstand und einem Blechmann ohne Herz, macht sie sich auf den Weg zum mächtigen Zauberer von Oz. Für Zuschauer von 10 bis 99 Jahren ist die Theaterperformance „Lost & Found“ des Essener Ensembles TOBOSO geeignet. In diesem Stück wird das Theater zur Sammelstelle für Menschen und Dinge, die sich neu finden oder erfinden müssen – auf der Suche nach einer neuen Bestimmung oder einer alten Heimat. „Lost & Found“ ist das erste Projekt einer Kooperation von TOBOSO mit den Freilichtspielen und dem Theater Duisburg, gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes.

Gleich drei Inszenierungen aus der erfolgreichen Spielzeit 2018 sind im kommenden Sommer erneut zu erleben: Die musikalische Revue „In der Bar zum Krokodil – Ab in die wilden 20er“ auf der Großen Treppe entführt Besucher ins aufregende Berlin der Goldenen Zwanziger. Auch die Erfolgskomödie „Don Camillo und Peppone“ mit dem mittlerweile legendären Fußballmatch zwischen Kommunisten und Katholiken auf den 54 Stufen vor St. Michael steht wieder im Programm. Für einige Vorstellungen ist zudem der beliebte Theaterspaziergang „Williams weite Welt“ rund ums Neue Globe und durch die Haller Altstadt wieder zu sehen.

Zum Saisonabschluss steht das Neue Globe ganz im Zeichen einer großen Diva: Schauspielerin und Musicalstar Kerstin Marie Mäkelburg, in Schwäbisch Hall bekannt aus „Brenz 1548“ und „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“, gastiert mit ihrem Marlene-Dietrich-Abend „Mythos Marlene“, der im Schmidtchen Theater an der Hamburger Reeperbahn längst Kultstatus erlangt hat und zuletzt auch bei einem Gastspiel in Südafrika gefeiert wurde.

Der Vorverkauf zur Sommerspielzeit beginnt am 24. November. Karten und weitere Informationen gibt es ab dann unter www.freilichtspiele-hall.de, bei der Tourist Information Schwäbisch Hall am Hafenmarkt 3 sowie unter 0791 / 751-600.

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  1. Vorschau Sommerprogramm 2020 – Große Treppe

    Maria Stuart
    von Friedrich von Schiller Premiere: 13.6.2020
    Meine Maria empfindet und erregt keine Zärtlichkeit, ihr Schicksal ist nur heftige Passion zu erfahren und zu entzünden.
    Wer sieht es diesen kahlen Wänden an,
    Dass eine Königin hier wohnt? Wo ist
    Die Himmeldecke über ihrem Sitz?
    Vor 220 Jahren, am 14. Juni 1800, fand die Uraufführung in Weimar statt und die Erinnerung war noch wach an die sieben Jahre zuvor öffentlich hingerichtete Marie-Antoinette, an die Anklage wegen Hochverrats, des versuchten Umsturzes. Bei Maria Stuart sind es die Mordpläne gegen Elisabeth. Die Stationen ähnlich: Verlust des Königtums, Gefängnis, Anklage, Hinrichtung. Marias Tötung ist im Drama ein politisches Unrecht, das wiederum den tragischen Anlass für ihre innere Läuterung bietet. Schuldig ist sie als untreue Ehefrau und Anstifterin zum Gattenmord, während sie nun für ein Verbrechen, das sie nicht beging, schuldlos hingerichtet werden soll. Während sie an Größe gewinnt, erscheint Elisabeth zunehmend überfordert, eine Regentin die vor ihrer Verantwortung flieht, zaudert und verbittert zurückbleibt, als Gefangenen ihres Amtes. Schillers klassisches Endspiel zeigt seine Kunst, abstrakte Begriffe wie Freiheit, Verantwortung und Würde in lebendige Figuren zu verwandeln, die auf historischem Boden agieren und uns Heutigen eine Möglichkeit zu politischem, grundsätzlichen Denken bietet.

    Der kleine Horrorladen
    Buch und Liedertexte von Howard Ashman, Musik von Alan Menken, nach dem Film von Roger Corman
    UA: 1982
    Don’t Feed the Plants!
    Dieses wundersam trashige Musical, das nicht zuletzt dank seiner rockig fetzigen Songs international sowie seit 1986 auch auf vielen deutschsprachigen Bühnen große Erfolge verbuchte, entwickelt sich scheibchenweise vom Sozialdrama aus dem heruntergekommenen Blumenladen in der armen Vorstadt zum menschheitsbedrohenden Horrorfilm. Die fleischfressende Pflanze Audrey II, einst um Kunden anzulocken ins Floristenschaufenster gestellt, will die Weltherrschaft an sich reißen. Mit genügend Blut und Menschenfleisch gefüttert gedeiht sie prächtig, ihre Gier nach immer mehr ist so enorm wie ihre Sangeslust, und so gelingt es ihr, sich sämtliche Protagonisten einzuverleiben: Mushnik, den Besitzer des Blumenladens, Orin, den sadistischen Zahnarzt, die Schönheit Audrey und den schüchtern-tapferen Fastheld Seymour. Eine schrille Alienkomödie, in der Liebe und Eifersucht auch in Not und Armut florieren, und in der den nahrhaften Menschenwesen neben einem rasanten sozialen Aufstieg, neuem Reichtum und ihrem lang ersehnten „Häuschen irgendwo im Grünen“ allerhand blüht.

    Der Mann von La Mancha
    Text von Dale Wassermann, Gesangstexte von Joe Darion, Musik von Mitch Leigh
    UA: 1965
    Der weltberühmte Roman des Cervantes als Musical, mit mehreren Tony Awards ausgezeichnet, seit 1968 an vielen Bühnen auch in deutscher Übersetzung überaus beliebt. Es ist nicht nur gesanglich und musikalisch sehr anspruchsvoll, sondern erfordert auch schauspielerisch enormes Können. Die Titelrolle wird oft von großen Charakterdarstellern gespielt und Aldonza, das liederliche, aber von Quixote zur Herzensdame geadelte Straßenmädchen ist eine begehrte Paraderolle. Die Handlung folgt einer für’s Theater genialen Idee, um Unabhängigkeit, Freiheitswillen und die Kraft der unbedingten Phantasie zu feiern: Nämlich, dass Cervantes und sein Diener, in den Kerker geworfen um ihren Inquisitionsprozess zu erwarten, bedroht von den übrigen wüsten Gefangenen, diese zum Nachspielen der Geschichte des Mannes von La Mancha bringen. Er selbst spielt den Don Quixote, sein Diener den Sancho Panza, die Übrigen die Dorfleute und selbst den stolzen Klappergaul Rosinante. Der größte und furchtloseste Narr vor dem Herrn kann mit seiner scheinbar verrückten Phantasie alle Mühsal dieses unritterlichen Weltendaseins, dem es an aufrechter Haltung und reiner Liebe mangelt, seinen unbedingten Glauben an Freiheit und Gerechtigkeit entgegensetzen: Träume den unmöglichen Traum.

    Jedermann
    Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
    von Hugo von Hofmannsthal Wiederaufnahme

    In diesem Jahr war der „Jedermann“ sehr erfolgreich, von Publikum und Presse gab es zahlreiche begeisterte Reaktionen für diese Inszenierung von Christian Doll. Das Ensemble um den Hauptdarsteller Gunter Heun interpretiert das alte Spiel überaus modern, als wäre die alte Sprache ein Leichtes, und die moderne Bettung ins Bild des zerborstenen Flugzeugs erlaubt ein intensives, bewegendes Theatererlebnis. Das für Schwäbisch Hall seit der Gründung der „Jedermann-Festspiele“ 1925 so bedeutsame geistliche Spiel stellt abermals die Frage nach dem Sittlichen und was ein sinnerfülltes Leben ausmacht.