18 Kindersitze im Test – vier mit Schadstoffen belastet

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Autokindersitze: Sicher sitzen ab 100 Euro

Die meisten Babyschalen und Sitze schützen Kinder bei Unfällen gut. Ein Risiko für kleine Reisende bergen jedoch Schadstoffe in einigen Bezügen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Gemeinschaftstest Autokindersitze von Stiftung Warentest, ADAC und ausländischen Verbraucherorganisationen, für den 18 neue Modelle geprüft wurden.

Cover © test 11/2018

Dieses Mal schickten die Tester 14 Babyschalen sowie 4 Sitze für Kinder ab dem Laufalter ins Prüflabor. Die meisten Modelle zu Preisen zwischen 120 und 470 Euro schneiden gut ab. Maßgeblich dafür ist die Unfallsicherheit: Erstmals seit Jahren bestehen alle Sitze den Crashtest und hielten allen Kräften stand, die bei typischen Unfällen wirken.

Vier Sitze fielen allerdings durch die Schadstoffprüfung und schnitten deshalb nur mangelhaft ab. Die Unternehmen Osann und Jané bieten Kunden an, die betroffenen Textilien gratis austauschen zu lassen. Die Firma Nachfolger sieht hingegen keinen Grund zur Sorge.

Die Tester listen neben den neu geprüften Modellen auch die besten noch erhältlichen Kindersitze der vergangenen drei Jahre auf. Aus dieser Kategorie stammen die besten Modelle: Eine Babyschale für 130 Euro sowie für Kinder von 9 bis 18 Kilogramm ein Sitz für 160 Euro. Einen guten Sitz gibt es in diesem Segment aber auch schon für 100 Euro.

Der Test Autokindersitze findet sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/autokindersitze abrufbar.

ADAC: 18 Kindersitze im Test – vier mit Schadstoffen belastet – Über die Hälfte der getesteten Sitze hat mit „gut“ abgeschnitten

Im aktuellen Kindersitztest von ADAC und Stiftung Warentest wurden 18 in Deutschland erhältliche Kindersitze auf Herz und Nieren geprüft. In puncto Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt konnten elf der getesteten Sitze mit „gut“ abschneiden, drei immerhin mit „befriedigend“. Damit übertreffen diese Sitze die gesetzlichen Ansprüche deutlich.

Die Tester mussten aber auch viermal die Note „mangelhaft“ vergeben. Erhöhte Schadstoffwerte in den Bezugsstoffen der Sitze führte bei „Jané Koos i-Size + iPlatform“, „Jané Koos i-Size“ und „Nachfolger Hy5 TT“ zu diesem schlechten Testurteil. Die Bezüge sind mit Naphthalin belastet. Dieser Stoff steht im Verdacht eine krebserregende Wirkung zu haben – damit wurden die Sitze direkt abgewertet. Der Bezugsstoff des „Osann Fox“ enthält die Flammschutzmittel TCPP und TDCP. Da die Messwerte die für Spielzeug geltenden Grenzwerte der Richtlinie 2014/79/EU überschreiten, wird sein Schadstoffgehalt mit „mangelhaft“ bewertet.

Untersucht wurden Sitze aus allen fünf Gewichtsklassen (0, 0+, I, II und III). Auch ein aufblasbarer Sitz war im Test dabei. Insbesondere flexibel reisende Familien mit verschiedenen Verkehrsmitteln oder Nutzer von Car-Sharing-Angeboten sollen mit dem „Nachfolger Hy5 TT“ angesprochen werden. Er wiegt knapp über fünf Kilogramm, braucht vergleichsweise wenig Stauraum und kann daher gut über längere Strecken getragen werden. Mit Hilfe einer mitgelieferten Pumpe kann der Sitz bei Bedarf aufgepumpt werden. Sowohl im Bereich Sicherheit als auch bei der Bedienung erreicht er ein „befriedigend“. An den strengen Kriterien der Schadstoffprüfung scheitert der „Nachfolger Hy5 TT“ allerdings und kann insgesamt nur mit „mangelhaft“ bewertet werden.

Um immer die richtige Kindersitzgröße für das jeweilige Kind, aber auch für das eigene Auto zu finden, hat der ADAC einige Tipps zu Kauf und Einbau zusammengestellt:

  • Nicht jeder Kindersitz passt gleich gut in alle Autos, und auch die persönlichen Vorlieben von Eltern und Kindern unterscheiden sich. Deshalb unbedingt das eigene Fahrzeug und das Kind mit ins Geschäft nehmen. So kann man den Einbau proben und sieht, ob und wie gerne das Kind im Sitz sitzt.
  • Erst in die nächsthöhere Sitzklasse wechseln, wenn das Kind das empfohlene Gewicht sicher erreicht hat.
  • Ein Kindersitz muss möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug eingebaut werden. Bei älteren Fahrzeugen können z. B. lange Gurtschlossbefestigungen dazu führen, dass sich der Sitz nicht stabil anschnallen lässt.
  • Für eine optimale Rückhaltung sollte man darauf achten, dass die Gurte möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.
  • Bei Babyschalen ist es wichtig zu prüfen, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht. Ist der Gurt zu kurz für eine herkömmliche Babyschale, lässt sich eventuell eine Schale mit separater Basis montieren.
  • Bei Sitzerhöhungen mit Rückenstütze kann es vorkommen, dass der Gurt sich nicht mehr selbstständig aufrollt, wenn sich das Kind nach vorne beugt. Dann passt die Position der Schultergurtführung nicht zur Gurtgeometrie des Autos, und man sollte ein anderes Modell wählen.

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