Stuttgart hat den niedrigsten Krankenstand in Baden-Württemberg

#gesundheitsvorsorge

DAK-Gesundheitsreport 2018

Gesunde Landeshauptstadt: Stuttgart hat den niedrigsten Krankenstand in Baden-Württemberg. Krankenstand in der Region deutlich unter Landesniveau – Sonderanalyse zeigt: So leiden Erwerbstätige unter Rückenschmerzen

Stuttgart – Der Krankenstand im Stadtkreis Stuttgart ist 2017 gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte zu. Mit 3,0 Prozent gab es in der Region den niedrigsten Krankenstand in Baden-Württemberg. Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 30 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Baden-Württemberg wurde mit 4,0 Prozent im Neckar-Odenwald-Kreis verzeichnet.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Stadtkreis Stuttgart zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände stiegen mit am stärksten von allen Diagnosen in Stuttgart um elf Prozent an, liegen aber noch unter dem Landesdurchschnitt. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile über 18 Prozent. Einen Anstieg um elf Prozent gab es auch bei den Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Bronchitis. Sie landeten auf dem zweiten Platz. Knapp jeder fünfte Ausfalltag erfolgte aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Rückenschmerzen und Co. rangieren damit auf Platz drei.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Stadtkreis Stuttgart, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben“, sagt Tobias Tschinkel, Chef der DAK-Gesundheit in Stuttgart. „Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit sollen beispielsweise längere Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden.“

Ein Notizzettel liegt auf der Tastatur eines Computers zur Erinnerung: Krank. Foto: DAK-Gesundheit

4,2 Millionen Baden-Württemberger leiden unter Rückenschmerzen
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken – warum leiden so viele Baden-Württemberger unter Schmerzen?“ auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Südwesten sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Baden-Württemberg aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Baden-Württemberg rund 4,2 Millionen Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 73 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr „Rücken“. Jeder Vierte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Erwerbstätige in Baden-Württemberg entfielen rund 71 Fehltage wegen Rückenschmerzen. Im Stadtkreis Stuttgart war die Zahl der Ausfalltage mit 53 deutlich niedriger. Auch die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit knapp zehn Tagen unter dem Landesdurchschnitt (zwölf Tage). „Leider zeigt sich auch bei uns in Stuttgart, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement und der relativ guten Zahlen im Vergleich zum Landesschnitt, noch keine signifikante Verbesserung gibt“, so Tobias Tschinkel. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“

Risikofaktoren für Rückenschmerzen
Die große Mehrheit in Baden-Württemberg meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 86 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krankzumelden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Knackpunkte Lendenwirbelsäule und Nacken
Der DAK-Report zeigt, unter welchen Beschwerden Betroffene in Baden-Württemberg konkret leiden: So schmerzt bei 74 Prozent die Lendenwirbelsäule. 46 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Fast jeder Dritte (30 Prozent) gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an. Etwa jeder zehnte Rückenschmerz-Geplagte hat dabei starke bis sehr starke Schmerzen.

Mehrheit geht nicht zum Arzt
Die große Mehrheit der Baden-Württemberger versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Nur etwa jeder vierte Betroffene war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen seiner Rückenbeschwerden beim Arzt. Von diesen suchten rund 76 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 19 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden. Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 65 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie bekommen zu haben. 38 Prozent erhielten Schmerzmittel, gut jede Fünfte bekam eine Spritze. Bei etwa jedem Vierten wurde ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen kaum thematisiert. „Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden“, fordert Tschinkel.

Neues individuelles Rücken-Coaching der DAK-Gesundheit
Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem Titel Rücken@Fit erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. „Dieses moderne Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein“, erläutert «Vorname» «Name». Auch im Internet finden Schmerzgeplagte viele Infos und praktische Tipps rund um das Thema „Gesunder Rücken“: www.dak.de/ruecken

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat 700.000 Versicherte in Baden-Württemberg.

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