Stuttgarter Gartenoase “Japangarten” saniert

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Stuttgarter Gartenoase “Japangarten” saniert

Bürgermeister Wölfle und japanischer Generalkonsul KIimura weihen Japangarten ein – Auszubildende des Garten-, Friedhofs- und Forstamts sanieren interkulturelle Gartenoase

Genau 25 Jahre nach seiner Eröffnung wurde der neu gestaltete Japangarten am 22.September mit einer japanischen Einweihungszeremonie wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration, Werner Wölfle, und der Generalkonsul von Japan, Tetsuya Kimura, haben mit Gästen aus japanischen Vereinen sowie beteiligten Mitarbeitern des Garten-, Friedhofs- und Forstamts und ehrenamtlichen Helfern die neu angelegte Gartenoase offiziell eröffnet.

Bürgermeister Werner Wölfle sagte: „Der Japangarten ist ein Zeichen für ein friedliches Miteinander auf der Welt. Als Mitglied des weltweiten Netzwerks ‚Bürgermeister für den Frieden‘ hat Stuttgart 2016 einen Setzling des letzten Hiroshima-Ginkgos erhalten, der 1945 der Atombombe getrotzt hat und heute ein Symbol des Friedens ist. Der noch junge Ginkgo Baum steht momentan auf der Rathausterrasse und wird dort von städtischen Gärtnern gehegt und gepflegt, bis er groß genug ist, um an seinen neuen Standort gepflanzt zu werden.“

Der Japangarten, der ursprünglich 1993 im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung IGA 93 im Bereich der Nationengärten im Rosensteinpark eröffnet wurde, war ein Geschenk der Präfektur Kanagawa an das Land Baden-Württemberg. 1994 wurde der Garten an seinen heutigen Standort am unteren Schlossgarten unterhalb der Villa Berg verlegt. Er wurde dort mit Unterstützung der Südwest LB und des japanischen Honorarkonsulats sowie durch Mitarbeiter des Ausbildungsbetriebs des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes wiederaufgebaut. Heute, nach einem Vierteljahrhundert, haben nun zum zweiten Mal Mitarbeiter und Auszubildende des Garten-, Friedhofs- und Forstamts mit ihrer Ausbildungsbaustelle dafür gesorgt, dass diese interkulturelle Oase aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und wieder ins Rampenlicht gerückt wird. Damals wie heute leistet der Japangarten einen wichtigen Beitrag sowohl im Hinblick auf die Pflege internationaler Kontakte, die Beziehung Stuttgarts zu Japan, die gesellschaftliche Vielfalt in Stuttgart als auch auf die Ausbildung junger Menschen bei der Stadt Stuttgart.

Der Japangarten ermöglicht den Blick über den schwäbischen Gartenzaun und die deutsche Gartenzwergkultur hinweg und bietet einen Einblick in eine unbekannte, fernöstliche Gartenkultur der Meditation und Besinnung. Die Überarbeitung erfolgte in Anlehnung an das alte Planungskonzept und den Bestand, der teilweise noch aus Zeiten der IGA 93 stammt. Schwerpunkt sind hierbei Elemente eines klassischen japanischen Gartens mit typischen Pflanzungen und Ausstattungselementen im japanischen Stil. Japanische Zierkirschen, eine ruhige Bepflanzung, ein Bachbett mit Felsen und Steinen, eine Steinlaterne, Bambuszäune und -pflanzen und eine von Blauregen umrankte Holzpergola mit Sitzgelegenheiten schaffen einen besinnlichen Rückzugsort.

Für Planung und Bauüberwachung waren das Garten-, Friedhofs- und Forstamt sowie die Planerin Dorothee Batz, landschaft+licht Ludwigsburg, zuständig. Die Umsetzung des Konzepts und die Baumaßnahmen erfolgten eigenverantwortlich durch den Ausbildungsbetrieb, der seit Anfang des Jahres mit sechs Mitarbeitern und bis zu 18 Landschaftsgärtner-Auszubildenden motiviert und engagiert sämtliche Arbeiten im Japangarten ausgeführt und zur Aufwertung des Gartens beigetragen hat. Eine Ausbildungsbaustelle lässt sich weder kostenmäßig noch zeitlich mit einer regulären Baustelle vergleichen, da der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Baustellenabläufen an Auszubildende und dem Erlernen von Tätigkeiten und Arbeiten eines Landschaftsgärtners liegt.

Blick vom Fernsehturm auf Stuttgart

Hintergrund „Mayors for Peace und Ginkgo-Baum
„Mayors for Peace – Bürgermeister für den Frieden“ ist ein weltweites Netzwerk von Bürgermeistern, die sich gegen Gewalt, den Einsatz von Atomwaffen und für den Frieden einsetzen. Das Netzwerk wurde 1982 auf Initiative des Bürgermeisters von Hiroshima gegründet und hat heute mehr als 7000 Mitglieder in mehr als 160 Ländern. Mehr unter www.mayorsforpeace.org.

Hiroshimas Bürgermeister Matsui will mit den Setzlingen und Samen des berühmten Ginkgo-Baumes aus Hiroshima, der 1945 den Atombombenabwurf überlebt hat, die Erinnerung an das Grauen des Atombombenabwurfs und die Hoffnung auf eine friedlichere Welt ohne Atomwaffen wachhalten. Stuttgart erhielt 2016 zum Flaggentag der „Bürgermeister für den Frieden“ einen Setzling.

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