“EKSTASE” – Kunstmuseum Stuttgart

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EKSTASE

29. September 2018 – 24. Februar 2019
Kunstmuseum Stuttgart

Ekstasen sind so alt wie die Menschheit. Die Ausstellung EKSTASE spürt dem Zustand des Außer-sich-Seins in seiner kunsthistorischen und der damit verbundenen kulturellen Bedeutungsgeschichte nach und nimmt dabei zentrale Themenbereiche in den Blick.

Kunstwerke von der Antike bis in die Gegenwart führen so verschiedene Facetten wie den dionysischen Kult, die religiöse Verzückung, das orgastische Erleben, den brasilianischen Candomblé oder die drogeninduzierte Ekstase vor Augen. Zudem spiegeln sie die Faszination von Jugendkulturen für Entgrenzungen, das ekstatische Potenzial des Tanzes und die kollektiven Ekstasen bei Sportereignissen wider. Mit der Licht- und Soundinstallation »Dream House« von La Monte Young und Marian Zazeela entsteht auf der gesamten dritten Ausstellungsetage ein außergewöhnlicher Erlebnisraum.

Kunstmuseum Stuttgart

Von jeher gehen Menschen bewusst über physische und mentale Grenzen hinaus, um in einen an deren Bereich der Wahrnehmung zu gelangen. Eben darin ist die Ekstase für Künstler_innen von ungebrochenem Interesse. 71 internationale Künstler_innen thematisieren in ihren Werken das Bedürfnis nach Entgrenzung, darunter Marina Abramović, Jean Benner, Gian Lorenzo Bernini, Louise Bourgeois, Günter Brus, Lovis Corinth, Salvador Dalí, Rineke Dijkstra, Otto Dix, Marlene Dumas, Dan Graham, Andreas Gursky, Ayrson Heráclito, Carsten Höller, Paul Klee, Paul Pfeiffer, Pablo Picasso, Aura Rosenberg, Egon Schiele, Jeremy Shaw, Franz von Stuck, Wolfgang Tillmans, Andy Warhol, La Monte Young, Francisco de Zurbarán u.v.m.

EKSTASE ist eine Ausstellung des Kunstmuseum Stuttgart in Kooperation mit dem Zentrum Paul Klee, Bern (4. April – 4. August 2019)

Die beteiligten Künstler_innen und die Begleitveranstaltungen können Sie hier abrufen: http://kunstmuseum-stuttgart.de/__FS/pdfs/Ekstase_Booklet_web_798a0b.pdf

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2 Antworten zu “EKSTASE” – Kunstmuseum Stuttgart

  1. RÜCKBLICK AUF 2018, AUSBLICK AUF 2019

    Das Kunstmuseum Stuttgart kann auf ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr zurückblicken. 2018 stellte es sogar den Publikumsrekord aus den Jubiläumsjahren 2015/2016 ein. Insgesamt 223.700 Besucher_innen haben sich das Museum im Herzen der Stadt Stuttgart angeschaut (Besucherzahlen 2016: 169.200, 2017: 149.600). Der Besuchererfolg begründet sich vor allem in zusätzlichen Ausstellungs- und Veranstaltungsformaten: Großen Zuspruch erhielt zum einen die Ausstellung zu Reinhold Nägele in den Sammlungsräumen. Erstmalig fand zum anderen die Gamezone des Internationalen Trickfilmfestivals im Museum statt. Zudem verband Tino Sehgal über einen Zeitraum von fünf Wochen den öffentlichen Bereich vor dem Museum, das Foyer und den Bereich unmittelbar vor den Sammlungsräumen miteinander und zog somit zahlreiche Besucher_innen in das Museum.

    2018 begann wie 2017 endete, mit »Patrick Angus. Private Show« (2. Dezember 2017 – 8. April 2018). Die retrospektiv angelegte Ausstellung – die erste in Deutschland – gab mit über 200 Gemälden und Zeichnungen einen umfassenden Einblick in das Schaffen des US-amerikanischen Malers Patrick Angus (1953–1992). Im Sommer setzte sich das Kunstmuseum Stuttgart in der Ausstellung »Mixed Realities. Virtuelle und reale Welten in der Kunst« (5. Mai – 26. August 2018) als erste museale Einrichtung in der Innovations- und Metropolregion Stuttgart den Fragen und Anforderungen, die sich im Umgang mit digitalen Strategien wie »Virtual Reality« und »Augmented Reality« für die Kunst ergeben. Gezeigt wurden Anwendungsmöglichkeiten von VR und AR in der bildenden Kunst, bei denen nicht ausschließlich digitale Verfahren Anwendung finden, sondern wie diese mit traditionellen analogen Medien, etwa Malerei oder Skulptur, eine Verbindung bilden. Berauscht, entrückt, verzückt: Derzeit spürt die Ausstellung »EKSTASE« (nur noch bis 24. Februar 2019) anhand von Kunstwerken von der Antike bis in die Gegenwart dem Zustand des Außer-sich-Seins in seiner kunsthistorischen und der damit verbundenen kulturellen Bedeutungsgeschichte nach. Gezeigt werden verschiedene Facetten der Ekstase wie der dionysische Kult, die religiöse Verzückung, der brasilianische Candomblé, Schamanismus, Sport, Tanz- und Musikekstasen, Liebesekstasen, Jugendkultur oder die drogeninduzierte Ekstase. Die gattungsübergreifende Ausstellung wird begleitet von zahlreichen Konzerten, Kooperationsprojekten und Vorträgen. Tino Sehgal realisierte im Sommer 2018 anlässlich der Verleihung des Hans-Molfenter-Preis der Landeshauptstadt Stuttgart eine Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart (22. Juni – 29. Juli 2018). Mit seinen Arbeiten, die er »konstruierte Situationen« nennt, erprobt Sehgal einen neuartigen Ansatz live aufgeführter Kunst. In unterschiedlichen Choreografien wurde der öffentliche Bereich vor dem Museum, das halböffentliche Foyer und das Areal vor den Sammlungsräumen zur Bühne für seine Akteur_innen.

    Ein großer, unerwarteter Publikumserfolg war die Schau »Reinhold Nägele. Chronist der Moderne« (27. Januar – 3. Juni 2018) zum Jahresbeginn in unseren Sammlungsräumen. Der Künstler Reinhold Nägele gilt als präziser Beobachter zeitgeschichtlicher Ereignisse sowie technischer und städtebaulicher Veränderungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart rückte insbesondere die Stadt Stuttgart und die Region in den Fokus. Ann-Kathrin Müller war die erste Fotokünstlerin, die im »Frischzellen«-Bereich im Untergeschoss des Museums ihre Arbeiten präsentierte (»Frischzelle_24: Ann-Kathrin Müller«, 7. Oktober 2017 – 7. Oktober 2018). Auf Ann-Kathrin Müller folgte im Herbst Benjamin Bronni (»Frischzelle_25: Benjamin Bronni«, 27. Oktober 2018 – 29. September 2019). Seine abstrakten Arbeiten thematisieren die Illusion von Raum und Dreidimensionalität – Gemälde, Wandobjekte, Skulpturen und Papierarbeiten treten hier zueinander in Wechselbeziehungen. Eine in situ-Wandmalerei verknüpft den Präsentationsort mit den anderen ausgestellten Werken. Seit September zeigt sich die Sammlung Kunstmuseum Stuttgart rundumerneuert. Die Neupräsentation stellt wichtige Werkkomplexe von Otto Dix, Willi Baumeister, Dieter Roth, Gego, Joseph Kosuth und Josephine Meckseper vor, zudem sind zahlreiche Neuankäufe erstmals zu sehen, darunter Arbeiten von Sarah Morris, Dave Bopp, Corinne Wasmuht, Katinka Bock und Ben Vautier. In Augenschein kann aktuell auch eine Auswahl an Gemälden der Schwäbischen Impressionisten genommen werden, die als Grundstock der Stuttgarter Kunstsammlung gilt.
    Da staunte Torsten Eder nicht schlecht: Als er am 13. Februar 2018 mit seinen Söhnen an die Museumskasse trat, wurde er von BM Dr. Fabian Mayer und Direktorin Dr. Ulrike Groos als zweimillionster Besucher im Kunstmuseum begrüßt – natürlich gab es kleine Geschenke und einen Blumenstrauß.

    Einmal im Jahr wird Stuttgart zum weltweiten Zentrum von Trickfilm und Animation. Mit der GameZone gastierte im April 2018 erstmals das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart im Kunstmuseum. Unter dem Schwerpunktthema »Digitalisierung und Museen« wurden aktuelle Tendenzen der Computerspielkultur präsentiert. Auch in diesem Jahr wird das Kunstmuseum Stuttgart wieder Partner des Trickfilm-Festivals sein. Auch 2018 setzte das Kunstmuseum Stuttgart seine erfolgreiche Kooperation mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen fort: Emilíana Torrini, Claudio Puntin und Sebastian Studnitzky trafen im Juni zur Song Conversation im Kunstmuseum Stuttgart zusammen. 2019 wird es eine neue Auflage dieser Konzertreihe geben. Welche Musiker wir dann auf der Bühne begrüßen dürfen, wird in Kürze bekannt gegeben.
    Einmal im Jahr tun sich die Anrainer vom Kleinen Schlossplatz zusammen und verwandeln die kahle Platte hinter dem Kunstmuseum für ein Wochenende in eine grüne Oase: Die Urban Island (28. Juni – 1. Juli 2018) lud mit Musik, Kunst, kulinarischen Genüssen und tropischen Pflanzen im hektischen Stadtzentrum zum Abhängen, Ausspannen und Feiern ein. Ein beliebtes Ausflugsziel bleibt das Museum Haus Dix in Hemmenhofen am Bodensee. 10.919 Besucher_innen begaben sich zwischen März und Oktober 2018 auf die Spuren des berühmten Malers Otto Dix und seiner Familie, die von 1936 in der heute als Museum zugänglichen Villa mit Blick auf den Bodensee wohnten. Ab dem 16. März 2019 stehen dort wieder die Türen offen (Saisonende 31. Oktober 2019).

    Bleibt noch ein kurzer Blick in die Zukunft, auf das, was das Kunstjahr 2019 bringen wird: Den Anfang macht der »Kubus. Sparda-Kunstpreis« (23. März – 23. Juni 2019), der alle zwei Jahre gemeinsam vom Kunstmuseum und der Sparda-Bank Baden-Württemberg vergeben wird. Die nominierten Künstler_innen Sinje Dillenkofer, Peter Granser, Annette Kelm und Armin Linke stellen ihre Werke im Kubus in je eigenen Räumen aus. Der Sparda-Kunstpreis steht in diesem Jahr unter dem Leitthema der Fotografie. Im Sommer widmen wir uns dem Werk des isländischen Künstlers Ragnar Kjartansson (»Ragnar Kjartansson«, 20. Juli – 20. Oktober 2019). Die monografische Ausstellung vereint Beispiele zu den wesentlichen Themenkomplexen seines Schaffens – angefangen von einer im Jahr 2000 begonnenen, fortlaufenden Videoserie bis hin zu neuen, erstmals in der Ausstellung zu sehenden Arbeiten. Kjartansson verknüpft spielerisch bildende Kunst, Literatur, Musik und darstellende Kunst. Es folgt im November 2019 schließlich die Themenausstellung »Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520 – 1970« (23. November 2019 – 19. April 2020). Zu sehen sein werden Bilder, Objekte und Installationen von den späten 1950er-Jahren bis 1970, unter anderem von Gianni Colombo, Bridget Riley, Nicolas Schoeffer und Victor Vasarely. Außerdem werden in der Ausstellung Bezüge zur Kunst des 15. bis 18. Jahrhunderts, in denen optische Effekte eine Rolle spielen, hergestellt. Das Ausstellungsprojekt ist eine Kooperation mit dem mumok – museum moderner kunst stiftung ludwig in Wien. Die Ausstellungsreihe junger Kunst »Frischzelle« wird ebenfalls im Herbst fortgeführt.

    Auch über das neue Kunstjahr 2019 und darüber hinaus bleibt sie am Kunstmuseum Stuttgart: Zum Jahresende 2018 wurde einstimmig vom Stiftungsrat unter dem Vorsitz von Kulturbürgermeister Dr. Fabian Mayer die Vertragsverlängerung von Direktorin Dr. Ulrike Groos bis 2024 beschlossen.

  2. EKSTASE im Kunstmuseum Stuttgart. CLUB NIGHT: TRAUMRAUM

    EKSTASE im Nachtleben: Am Samstag, 17. November 2018, lädt das Kunstmuseum Stuttgart in die Climax Institutes zur »Ekstase im Traumraum« ein. Der Event schlägt eine Brücke zwischen Kunst und elektronischer Clubkultur.

    Der Konstanzer DJ Patrick Zigon legt bald seit 18 Jahren im Climax seinen innovativen und vielschichtigen elektronischen Sound auf. Dort entwickelte er auch seinen »Traumraum«, der inzwischen zu einem künstlerischen Kollektiv herangewachsen ist und in Europas Großstädten gastiert. An diesem Abend verschmelzen im Climax Sound-, Licht- und Clubatmosphäre zu einem für Zigon typischen Ambiente, das gezielt mit den Grenzen der Wahrnehmung spielt.

    Die Ausstellung EKSTASE im Kunstmuseum Stuttgart gibt anhand von rund 230 Kunstwerken einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Ekstase, indem sie unterschiedliche spirituelle, politische, psychologische, soziale, sexuelle und ästhetische Implikationen von Euphorie- und Rauschzuständen zwischen Askese und Exzess beleuchtet.
    In Kooperation mit Climax Institutes

    Club Night: Traumraum
    Veranstaltungsort: Climax Institutes, Calwer Str. 25, 70173 Stuttgart
    Samstag, 17. November 2018, ab 23 Uhr
    Ticket 10 € (erhältlich an der Abendkasse Climax)
    Beim Vorzeigen des Tickets erhalten Sie einmalig ermäßigten Eintritt in die Ausstellung EKSTASE