Abkühlung an heißen Tagen – Badetipps im Hochschwarzwald

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Abkühlung an heißen Tagen – Badetipps im Hochschwarzwald

Bei hochsommerlichen Temperaturen erfrischt ein Sprung ins kühle Nass. Mit zahlreichen Seen, Naturfreibädern und Wasserfällen bietet der Hochschwarzwald angenehme Abkühlung bei bergfrischer Luft. Neben Titisee und Schluchsee gibt es auch zahlreiche Geheimtipps. Autorin Daniela Frahm von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH war am Windgfällweiher, wo ein kleines Strandbad versteckt zwischen Bäumen nostalgische Gefühle weckt. Weitere Badetipps zu den Sommerferien unter www.hochschwarzwald.de/Baden

Hinterzarten – Frühmorgens an Hochsommertagen, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche glitzern, ist die schönste Tageszeit am Windgfällweiher. Dann schlüpft Brigitte Willmann-Meyer aus dem Nachthemd direkt in den Badeanzug und macht sich auf den Weg zum See, der fast vor ihrer Haustür liegt. Das Wasser ist manchmal noch sehr frisch. Ob es zu kalt ist, zeigt ihr Thermometer an, das sie immer mitnimmt, wenn sie zum Schwimmen geht. „Es ist das Badethermometer von meinem ältesten Sohn“, erzählt sie. Damit hat es nostalgischen Wert, und das gilt auch für ihre Runde durch den See.
Der Hochschwarzwald ist ihr Zuhause und der Windgfällweiher ist seit vielen Jahren ihr Revier. Als sie noch als Lehrerin gearbeitet hat, zunächst in Schluchsee und dann in Altglashütten, ist sie nach Schulschluss zur Abkühlung rein gesprungen. Jetzt genießt sie den See am liebsten, wenn noch kaum jemand dort ist. „Manchmal begleiten mich morgens nur 20 Enten.“ Aber auch wenn tagsüber mehr Menschen dort sind, empfindet sie es als ruhig. „Wenn ich raus schwimme, dann höre ich gar nichts, auch nicht den Verkehrslärm.“ Nur wenige Meter vom Ufer entfernt verläuft auf der einen Seite die Bundesstraße 500, auf der anderen die Bahnstrecke. Die Frühschwimmerin freut sich besonders, wenn die 3-Seenbahn mit ihrer Dampflok vorbeifährt. „Wenn der Rauch oben raussteigt, das gehört für mich einfach zum Bild vom See dazu.“

„Heimat, Freude, Genuss und Lebensqualität“ verbindet sie mit dem See, „und das Wasser ist für mich wie Medizin, auch gegen meine Allergie“. Am 600 Meter langen und 300 Meter breiten Windgfällweiher, der zwischen Schluchsee und Feldberg-Altglashütten liegt, kennt sie jede Stelle. Sie weiß, wo große Steine den Einstieg schwer machen und wo man komfortabler ins Wasser kommt. Und sie weiß auch um die Strömungen, die durch das kalte Wasser entstehen, das durch ein Rohr eingeleitet wird.

Baden

Regen- und Schmelzwasser vom Feldberg wird durch den Windgfällweiher geleitet
Seit den 1930er Jahren wird Regen- und Schmelzwasser aus dem Feldberggebiet in einem von der Schluchseewerk AG angelegten Hangkanal gesammelt, um damit regenerativen Strom zu produzieren. Das Wasser aus dem Kanal wird durch den Windgfällweiher in den Schluchsee geleitet. Der Stausee ist bis zu fünf Meter tief und fasst 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Würde man ihn einmal komplett füllen wollen, bräuchte man mit einem Gartenschlauch 160 Jahre. Seit 1950 steht er unter Landschaftsschutz, und das Gebäude des Strandbads am bewaldeten Ostufer ist denkmalgeschützt.

Eine Zeit lang war das Natur-Strandbad geschlossen, mittlerweile wurde es erfolgreich wiederbelebt. Auch Brigitte Willmann-Meyer geht gerne dort hin, vor allem wenn sie Besuch von ihrer Familie hat, die weit verstreut auf der Nordseeinsel Amrum, in München und in Amerika lebt. Einmal im Jahr kommen die beiden Söhne und ihre Tochter mit den sechs Enkelkindern, die sich im „Aloha Center“ des Strandbads manchmal Boards für Stand Up Paddling (SUP) ausleihen. Touristen mit Hochschwarzwald Card können das kostenfrei eine halbe Stunde austesten. Es werden auch SUP-Kurse angeboten, womit das Bad den Sprung in die Neuzeit geschafft hat, auch wenn es äußerlich gar nicht danach aussieht. „Es hat den Charme der 70er Jahre, ohne Schnickschnack“, sagt Brigitte Willmann-Meyer, „aber es gibt auch eine Beachbar mit wechselnden Essensangebot, mal gibt es Pizza, mal Spaghetti – es ist immer lecker.“ Geöffnet hat das Strandbad von Juni bis September.

Rundweg um den See vom Schwarzwaldverein neu angelegt
Auch in der kühleren Jahreszeit verliert der Windgfällweiher für sie nicht an Anziehungskraft. In den Wäldern rund herum sammelt sie gerne Pilze, bevorzugt Pfifferlinge. Und auch für einen Spaziergang kommt sie gerne her, vor allem seit der Seerundweg vom Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Feldberg, neu angelegt und mit Rindenmulch versehen wurde, so dass er sogar mit Kinderwagen befahren werden kann. Ungefähr eine Dreiviertelstunde dauert es, den See gemütlich zu umrunden. Brigitte Willmann-Meyer kann sich anschließend auf „ihre“ Bank setzen, die sie dem Schwarzwaldverein gespendet hat. Sie steht auf der Wiese am Nordufer, die bis vor einigen Jahren noch bewaldet war, wie sie erzählt.

Ansonsten habe sich aber nicht viel verändert. Ein Besuch am See ist für sie wie für andere „Schaufenster angucken“. In die Stadt zieht es sie nämlich gar nicht. Nach ihrer Pensionierung nach Freiburg zu ziehen, wie ein Teil ihrer Geschwister, wäre für sie nicht in Frage gekommen. „Dann hätte ich ja das hier nicht“, sagt sie mit Blick auf Wasser und Wald. Ihre Mutter war Freiburgerin, ihr Vater kam aus Schluchsee. „Mein Vater war Wälder, und ich habe offenbar viel von ihm.“ Inzwischen ist Brigitte Willmann-Meyer 81 Jahre und fühlt sich „nicht alt, aber auch nicht mehr neu“. An dem Spruch „Wer rastet, der rostet“, sei auf jeden Fall etwas dran. Und die regelmäßigen Runden im und um den Windgfällweiher tragen dazu bei, dass sie weiterhin fit ist, davon ist sie überzeugt. Mit dem See verbindet sie viele schöne und auch lustige Erinnerungen. Einmal stoppte ein Auto, ein Pärchen stieg aus und zog sich nackt aus, um vor der Arbeit noch schnell schwimmen zu gehen. Als die beiden wieder raus kamen, bemerkten sie die Dame am Ufer und erkannten sie als ihre ehemalige Lehrerin. „Das war ihnen peinlicher als mir“, erzählt sie lachend.

Von Daniela Frahm / Hochschwarzwald Tourismus GmbH

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