Ein Fest für den Natur- und Umweltfilm in Ludwigsburg – das 17. NaturVision Filmfestival

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Ein Fest für den Natur- und Umweltfilm in Ludwigsburg – das 17. NaturVision Filmfestival

Ludwigsburg: In rund zwei Monaten ist es wieder soweit – mit über 140 Filmen bringt das NaturVision Filmfestival vom 9. – 22. Juli 2018 Natur, Tiere, Umwelt und Nachhaltigkeit auf die große Leinwand. Die nominierten Filme des internationalen Wettbewerbs packen heiße Eisen an, tauchen ein in die Wunderwelt von Wiesen und Wäldern und berichten von mutigen Menschen.

„Sex, Lies und Butterflies“ – einer der nominierten Filme beim NaturVision Filmfestival – macht schon durch seinen Titel neugierig. Und genau das will das Natur- und Umweltfilmfestival erreichen: „Mit den Filmen wollen wir überraschende Einblicke in unsere faszinierende Natur- und Tierwelt geben. Das Publikum soll unterhalten und begeistert werden, die Filme sind aber auch als ein Aufruf für mehr Achtsamkeit im Umgang mit unserer Natur zu verstehen“, beschreibt Festivalleiter Ralph Thoms die Zielsetzung. Es ist ein beeindruckender Querschnitt durch die Vielfalt des internationalen Natur- und Umweltfilms, der die Zuschauerinnen und Zuschauer beim Festival erwartet. Groß und Klein, Umweltinteressierte und Fans des Natur- und Tierfilms – für jeden findet sich genau das Richtige.

Mit großen Filmbildern für Achtsamkeit werben – Klassische Natur- und Tierfilme
Ein Plädoyer für den Schutz der Natur, für Artenvielfalt und Achtsamkeit sind die vielen klassischen Naturfilme im Festivalprogramm, die zum Staunen und Träumen einladen. So wird in „Wildes Deutschland – Das Erzgebirge“ schnell klar, dass es auch in Deutschland noch echte Wildnis mit spektakulären Landschaften und wenig bekannten Tiere gibt. „Magie der Fjorde“ von Filmemacher Jan Haft schickt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine Reise in die Unterwasserwunderwelt der norwegischen Fjorde – hier ist es vor allem die großartige Kameraarbeit, die in den Bann zieht und fesselt. Eine ganz besondere Erzählweise zeichnet der Film „Winzige Wunder – Die Wiese des Schreckens“ aus: Das Treiben der Insekten auf einer normalen Wiese wird mit Elementen aus dem Horrorfilm- und Krimigenre spannend und humorvoll in Szene gesetzt – die Zeitlupen- und Makroaufnahmen der Tiere verstärken den Gruseleffekt und zeigen gleichzeitig hautnah ihre faszinierenden Verhaltensweisen.

Von der Magie der Fjorde erzählt der neue Film von Jan Haft. Foto: nautilusfilm

Von Gefahren, Skandalen und mutigen Menschen – Umweltkritische Dokumentationen
Viele der nominierten Dokumentationen bringen brisante Themen auf die Leinwand, die noch nicht so sehr im öffentlichen Bewußtsein verankert sind: So erfährt der Zuschauer in „Klimakiller Holzkohle”, dass 70 % der europäischen Grillkohle importiert wird. Das Problem: Ein Großteil der Hölzer stammt aus dem afrikanischen Buch oder Tropenwäldern und wurde illegal gefällt. Auffällig ist, dass gerade die abendfüllenden Filme sich zunehmend an globale Themen heranwagen. So geht es in dem unbedingt sehenswerten Film „Das System Milch“ nicht nur um den Abschied von einem romantisierten Naturprodukt, das längst zum Big Business geworden ist. Die Kinodokumentation verdeutlicht die Auswirkungen einer auf Wachstum ausgerichteten globalen Lebensmittelproduktion. Berührend und Mut machend sind Dokumentationen, die Menschen porträtieren, die mit Idealismus und Stärke um eine heile Natur kämpfen. „Das Wunder von Mals“ erzählt beispielsweise von den Bewohnern eines Dorfes im Vinschgau, das die erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden will – und dafür die übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrarindustrie herausfordert.

Vertraute Blicke in fremde Welten – Das Kinderprogramm
Im Programmsegment „Kinderfilm“ finden sich in diesem Jahr vor allem Filme über Kinder aus anderen Kulturkreisen, die dem jungen Kinopublikum aus der Sicht eines etwa Gleichaltrigen von sich und ihrer Umwelt erzählen. So berichtet beispielsweise in „Ridoy – Kinderarbeit für Fußballschuhe“ ein Zwölfjähriger aus Bangladesch von seiner harten, gesundheitsschädigenden Arbeit in der Lederherstellung und von seiner Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Philipp und die kleinen Stiere“ taucht in die Lebenswelt eines österreichischen Bauernjungen ein, der sich am elterlichen Hof vor allem für die jungen Stiere begeistert, die allerdings immer verkauft werden. Er träumt davon, Bauer zu werden und einen Stier groß zu ziehen.

Über den Kosmos großer und kleiner Tiere staunen, andere Kulturen und fremde Länder kennenlernen, im Kino auf Reisen gehen, Umweltprobleme erkennen und das eigene Verhalten hinterfragen – großes Kino und kritische Information: Das ist die Mischung, auf die NaturVision setzt und mit der das Festival auch in diesem Sommer wieder die Welt des Natur- und Umweltfilms feiert.

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Eine Antwort zu Ein Fest für den Natur- und Umweltfilm in Ludwigsburg – das 17. NaturVision Filmfestival

  1. Die Preisträger des 17. NaturVision Filmfestivals 2018 stehen fest

    Am Samstagabend wurden bei der feierlichen Preisverleihung im Großen Haus des Central Filmtheaters Ludwigsburg Preise in zehn Kategorien vergeben. Der LKZ-Publikumspreis wird erst am Montag bekanntgegeben. Durch die Veranstaltung führte gekonnt SWR Moderator Jürgen Hörig. Für musikalische Highlights sorgte die Caligari Band.

    „Ihr seid genau die, die wir mit solchen Filmen erreichen wollen“ freute sich Christian Drewing – Geschäftsführer von Eikon Media Produktion –, nachdem ihm Sander Frank den Preis der Jugendjury für “Das System Milch” überreicht hatte, der vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit 2.000.- Euro ausgestattet wird. Doch nicht nur die jungen Erwachsenen des Jugendbeirates Baden-Württembergs, die diese Jury stellen, fanden den Film herausragend. Bald durfte Christian Drewing noch einmal auf die Bühne, um den Deutschen Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis in Empfang zu nehmen, den das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft mit 10.000.- Euro dotiert. Die Jury lobt an der Dokumentation, die die Auswirkungen hochtechnisierte Massenproduktion zeigt, die „tiefen Einblicke in einen globalen vom Kapitalismus getriebenen Markt, der wenig Raum für nachhaltige Konzepte lässt.“

    Mit industrieller Landwirtschaft, Bodenspekulation, Klimakrise, Bedrohung der Artenvielfalt und Landnahme befasst sich das aktuelle NaturVision Sonderthema „Landschaften der Zukunft“. Zwei Sonderpreise wurden an Filme vergeben, die sich eindrucksvoll mit diesen Themen befassen: Der Sonderpreis der Jury ging an den Film Konzerne als Retter? Das Geschäft mit der Entwicklungshilfe. In der deutschen Entwicklungshilfe setzt man zunehmend auf die Privatwirtschaft. Die Folge: Die lokale Landwirtschaft wird zugrunde gerichtet und statt die heimischen Märkte zu stärken, werden Importe aus Europa unterstützt. Eine Special Mention ging an The Empire of Red Gold, der am Beispiel der Tomate die absurde Logik der Lebensmittelindustrie spannend vor Augen führt.

    Gerade bei den kritischen Filmen zu Umwelt- und Nachhaltigkeit spielt die Erzählweise eine besondere Rolle: Wie erreicht man mit seinen Botschaften Kopf und Herz der Zuschauer? Ein besonders gelungenes Beispiel dafür ist die berührende Dokumentation Danke für den Regen, die mit dem Preis NaturVision Beste Story bedacht wurde. Der kenianische Bauer Kisilu Musya, dessen Existenz vom Klimawandel bedroht ist, erzählt seine Geschichte in einer Art Videotagebuch in Teilen selbst und macht so sehr authentisch deutlich, was die Erderwärmung schon heute anrichtet.

    Eine neue, innovative Erzählweise hat auch der Film “Kamchatka Bears. Life Begins”. In der Jurybegründung für den NaturVision Newcomer Preis, der von dieUmweltDruckerei mit 1.000.- Euro unterstützt wird, heißt es: „Bei ihrem ersten Film setzen Irina Zhuravleva und Vladislav Grishins auf Reduktion. Kein Kommentartext, präzise eingesetzte Musik, einige wenige Inserts. Dafür lassen sie ihre beeindruckenden Bilder sprechen.“

    Bilder, die lange im Gedächtnis bleiben prägen auch Sex, Lies and Butterflies – Wunderwesen Schmetterling, der mit dem NaturVision Kamerapreis ausgezeichnet wurde. Die großartigen Makroaufnahmen dokumentieren winzigste Details, lassen den Zuschauer staunen und sind auch ein Appell, die Vielfalt der Arten zu schützen. Auch den Gewinner des Deutschen Filmpreises Biodiversität zeichnet seine Kameraarbeit aus. Araucaria Araucana ist das Porträt eines ungewöhnlichen Baumes, dessen Funktionen in einem komplexen Lebensraum aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet werden. Herr Klein von Preisstifter Hahn+Kolb Werkzeuge GmbH überreichte Regisseur Remi Rappe den mit 10.000.- dotierten Preis.

    Bei Publikum und Jury gleichermaßen gut kam White Wolves – Ghosts of the Artic an. Er erhielt den begehrten Deutschen Wildlife Filmpreis, der zu gleichen Teilen von der Stadt Ludwigsburg und dem Central Filmtheater, der Heimat des Festivals, gespendet wird. Kinochef Claus Wollenschläger und Bürgermeister Michael Ilk überreichten den mit 10.000.- Euro dotierten Preis persönlich.

    Den Filmmusikpreis, für den eine private Spenderin 1.000.- Euro zur Verfügung stellte, ging an H is for Hawk: A New Chapter. Die Musikjury hebt hier besonders hervor, dass die Musik die Filmdramaturgie optimal unterstützt und den Zuschauer emotional miteinbezieht.

    Erstmals wurde in diesem Jahr der NaturVision Kurzfilmpreis ausgeschrieben. Thema war „Die (Un-)Endlichkeit des Plastiks“. Die Kurzfilmjury entschied sich für den neunminütigen Film Precious Plastic – The story behind, der nicht nur die weltweite Plastikverschmutzung zeigt, sondern auch eine globale Lösung für das Problem: sinnvolles Recyceln. Dr. Rüdiger Recknagel von der Audi Stiftung für Umwelt GmbH, die die Kategorie mit einem Preisgeld von 5.000.- Euro ausstattete, übergab den Preis an Arnaud Dumont – einen Protagonisten aus dem Film. Lobend erwähnt wurde zudem der Kurzfilm Rio im Müll, der vor allem durch seine sorgfältige Recherche beeindruckt.

    Die jungen Mitglieder der Kinderfilmjury waren alle auf der Bühne, um den NaturVision Kinderfilmpreis, der mit 2.000.- von der Wedekind Stiftung unterstützt wird, Regisseurin Irja von Bernstorff persönlich zu überreichen. In ihrer selbst formulierten Jurybegründung haben sie gut herausgearbeitet, dass Ridoy – Kinderarbeit für Fußballschuhe ihnen das Gefühl gibt, sie würden den Jungen aus Bangladesch schon lange kennen. Irja von Bernstorff, die am Donnerstag und Freitag den Schülern im Schulfilmprogramm „Film und Gespräch“ über Skype zugeschaltet war, bedankte sich gerührt mit den Worten, es sei ein Geschenk für die Filmemacher durch ein Festival wie NaturVision, in Kontakt mit ihrem Publikum zu treten.