Uisneach – das Feuerspektakel auf dem heiligen Berg der Kelten

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Uisneach – das Feuerspektakel auf dem heiligen Berg der Kelten

Wenn man die irische Insel auf der Karte ansieht, kann man mit etwas Fantasie die Umrisse als sitzenden, nach links blickenden Teddybären erkennen. In der Mitte, irgendwo dort wo man den Bauchnabel verorten würde, liegt der “Hill of Uisneach”, der heilige Berg der Kelten. Hier wird das “Bealtine Fire Festival” zelebriert, das seinen Ursprung weit in der Vergangenheit hat.

Obwohl der Hügel unweit Mullingar (County Westmeath) mit seinen 200 Metern Höhe für unsere Verhältnisse eher unscheinbar ist, liefen in der Vergangenheit hier die Fäden des alten Irlands zusammen. Scheinbar willkürliche Steinmauern durchziehen die Anhöhe, münden oft am “Catstone” (eigentlich “Carraig Choithrigi”, “Fels der Teilung”), einem, hmmm, auf den ersten Blick Haufen größerer Steine. Dieser beim “Hill of Uisneach” liegende Stein markierte früher nicht nur die Grenze der fünf von hier ablaufenden Provinzen (Ulster, Ostmunster, Westmunster, Connacht und Leinster), darunter soll auch Göttin Éiru, nach der das Land benannt ist, begraben sein.

Hier im “mythologischen und heiligen Zentrum Irlands” erweckt das “Uisneach Festival of Fire” jeden Mai Irlands vorchristliche Geschichte zum Leben. Im Mittelpunkt des Festivals steht die Entfachung des Uisneach-Feuers zur Feier der bevorstehenden Ankunft des Sommers, der eine Prozession vorangeht.

Warum Sommerbeginn bereits Anfang Mai? Die Erklärung ist etwas kompliziert. Der keltische Kalender ist durch die Sommer- und Wintersonnenwende sowie die Sommer- und Winter-Tagundnachtgleiche viergeteilt. Jährlich etwas unterschiedlich fallen diese Tage 2018 auf den 20.März, den 21.Juni, den 23.September und den 21.Dezember. Die keltischen Feste fallen jeweils in die Mitte der vorgenannten Termine. Also “Bealtine” das Fest zum Sommerbeginn auf die Mitte zwischen 20.März und 21.Juni und damit auf Anfang Mai. An diesem Tag wurde das Vieh auf die Sommerweiden getrieben. Ursprünglich wurden die Rinder und Schafe dann zwischen den Feuern und durch den Rauch getrieben und gereinigt, gesegnet und dadurch beschützt. Der Historiker Geoffrey Keating beschrieb diese Rituale im 17.Jahrhundert, so dass man vermuten kann, dass diese heidnischen Praktiken auch damals noch andauerten. Bealtaine (ausgesprochen Bal-Chinn-eh) am 1.Mai ist eines der vier irischen bzw. keltischen Feste, die das Jahr markieren. Die drei weiteren heißen Imbolc (1.Februar), Lughnasadh (1.August) und Samhain (1.November).

Mystische Handlungen auf dem Uisneach
Einigen historischen Handwerkstätigkeiten von Korbflechten über Wandbemalung auf Lehm und Erstellung der Farben dazu, von Holzbearbeitung über Erstellung eines Hauses mit Natursteinen kann man anlässlich des Festivals gleich am Eingang der Anlage beiwohnen. Wir haben hier Anfang Mai eine “Heat-Wave”, eine Hitzewelle, die immer dann ausgerufen wird, wenn an drei aneinander folgenden Tagen das Thermometer die 25° C übersteigt. Den ganzen Nachmittag über wurde bereits auf dem Berg gefeiert, die kulinarischen Angebote sowie verschiedene Aktionen vom Auflegen einer keltischen Bemalung bis hin zu einem Yoga-Schnupperkurs verkürzen ebenfalls das Warten auf den Sonnenuntergang und das Highlight des Festes. Kostümierte Gruppen proben die später vor dem Feuer darzubietenden Tänze und Gesänge, Reiter in keltischen Gewänden reiten auf und ab um die Pferde an die ungewohnte Umgebung und die Menschenmenge zu gewöhnen. Sie werden nachher den Beginn der Feierlichkeiten einläuten. Etwa dreitausend Besucher sind vor Ort. Die Sonne wandert dem Horizont entgegen, frühzeitliche Musikklänge bringen Bewegung in die Runde. Könige und Druiden, weiß gewandete Priesterinnen und Feuerkünstler kommen herauf zum höchsten Punkt des Hügels an den gewaltigen Holzhaufen, der Prozessionsweg dorthin ist rechts und links durch Feuer markiert. Die Trommeln werden lauter, Beschwörungsformeln und andere kultische Handlungen gehen dem Entfachen des Feuers voraus das jetzt angezündet wird. Rasch greift das Feuer um sich, Gesänge und aufstiebende Funken komplettieren ein Bild, das sich seit Jahrtausenden so oder so ähnlich abgespielt haben kann.

Eine Foto-Galerie zum Feuerspektakel haben wir online: Hier klicken

Uisneach – das Feuerspektakel auf dem heiligen Berg der Kelten

Irelands Ancient East
Irlands historischer Osten bezieht sich nicht nur auf die Ostküste, sondern schwappt bis in die Mitte der irischen Insel über. Hier, fernab von der Küste und möglichen Überfällen von der Seeseite her, haben sich die Menschen schon in der Frühzeit angesiedelt. Der fruchtbare Boden produzierte gute Ernten, die Landschaft ist üppig und vom Fluss Shannon durchzogen. 5.000 Jahre Geschichte bergen viele Geheimnisse denen Sie auf den Grund gehen können. Geschichten und Legenden – die Iren sind ein Volk der “Storyteller” – werden getragen durch die vielfältigen historischen und vorchristlichen Hinterlassenschaften. Tauchen Sie ein in diese Welt!

Einige Orte mit sehenswerten historischen Highlights rund um das Boyne Valley:

  • Loughcrew: Megalithanlagen mit etwa 30 “Passage Tombs” aus der Zeit um 3.200 v.Chr.
  • Klostersiedlung Kells mit Hochkreuzen aus dem 9. und 10.Jh.
  • Monasterboice: Klosterruine mit Rundturm und dem schönsten Hochkreuz Irlands
  • Hügel von Tara: Hier wohnten einst die Hochkönige Irlands
  • Trim Castle: Größte Anglo-Normannische Burg Irlands, 12.Jh. (Kulisse für den Film “Braveheart” mit Mel Gibson)
  • Newgrange und Knowth: Neolithische Monumente, UNESCO-Weltkulturerbe

Alle vorgenannten Attraktionen liegen am “Boyne Valley Drive” einer 225 km langen Route, für die es eine eigene, deutschsprachige Broschüre vor Ort gibt. Mehr Infos unter www.discoverboynevalley.ie.

Irlands Ancient East
Foto: Klosterruine Monasterboice (li.), Redakteur MK Schechler im Loughcrew Hügelgrab mit Equinox Stein (re.).

INFOBOX

Mehr zum Hill of Uisneach:
Website: www.uisneach.ie
Facebook: www.facebook.com/hillofuisneach/
Twitter: www.twitter.com/MiddleofIreland

Mehr über Irland:
Irland Information (Tourism Ireland)
Website: www.ireland.com
Facebook: www.facebook.com/entdeckeirland
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Instagram: www.instagram.com/entdecke_irland/

Anreise: Aus Deutschland wird Irland direkt angeflogen von Aer Lingus, Lufthansa, Ryanair und Eurowings. Reiseveranstalter und Fluggesellschaften bieten günstige Fly&Drive-Angebote an. Eine direkte Fährverbindung besteht mit Irish Ferries von Cherbourg nach Rosslare und Dublin, über Großbritannien gibt es unterschiedliche Routen.

Klima: Bedingt durch den Golfstrom herrscht das ganze Jahr hindurch ein mildes, ausgeglichenes Klima. Die Temperaturen steigen selten unter 0 oder über 25 Grad, Schnee und Frost kennt man auf der grünen Insel kaum.

Reisezeit: April bis Oktober, wobei es im Juli und August häufiger regnen kann. Mai/Juni und Sept/Okt sind relativ beständig.

Unterkünfte: Irland bietet alle denkbaren Unterkunftsmöglichkeiten für jedes Budget von Campingplätzen über Jugendherbergen, Privatpensionen (B&B), Herrenhäuser, Hotels bis zu 5 Sternen und luxuriösen Schlosshotels.

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