Wilhelma: Jüngstes Bongo-Kalb wagt sich erstmals nach draußen

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Jüngstes Bongo-Kalb wagt sich erstmals nach draußen

Ihre 2016 umgestaltete Anlage scheint den Bongos der Wilhelma gut zu gefallen. Bei den extrem seltenen Waldantilopen im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart gibt es wie 2017 auch dieses Jahr wieder Nachwuchs. Mutter Asante hat am 16. März ein Kalb zur Welt gebracht. Tochter Amarie hat diese Woche das erste Mal ihre Hufe vorsichtig auf die Außenanlage gesetzt. In der Natur gibt es schätzungsweise nur noch 100 der ostafrikanischen Bongos, die zudem ausschließlich in Kenia vorkommen.

Die Neugeborenen der Bongos sind so genannte Ablieger. Statt der Mutter zu folgen, bleiben sie im Zoo daher zunächst einige Wochen im Stroh der Wurfbox liegen. Die Mutter schaut bei ihnen nur zum Säugen vorbei. In der Wildnis Ostafrikas dient dieses Verhalten dazu, dass Raubtiere möglichst nicht auf die Jungtiere aufmerksam werden, solange diese noch nicht groß genug sind, um zu flüchten. Ab dieser Woche folgt Amarie nun der kleinen Wilhelma-Herde nach draußen. Während der Bulle Tambo im Nachbargehege in Sicht-, Hör- und Riechweite residiert, lernt das Kälbchen das Außengehege mit Mutter Asante und ihrer vor einem Jahr geborenen Schwester Uzuri kennen. Mit dabei sind noch die Kühe Cindy sowie Wilma mit Sohn Robo.

Das am 16. März 2018 geborene Bongo-Kalb Amarie erkundet mit Mutter Asante in dieser Woche (KW 15) erstmals das Außengehege der Waldantilopen in der Wilhelma in Stuttgart. Foto: Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter

Durch die Altersstaffelung lassen sich aktuell bei den Bongos der Wilhelma die Wachstumsphasen gut vergleichen. Von Geburt an trägt das Kalb das kurze rotbraune Fell mit den fast parallel verlaufenden weißen Nadelstreifen. Im Wechsel von Licht und Schatten sind die Tiere damit in ihrem natürlichen Lebensraum, dem Wald, gut getarnt. Ebenfalls trägt Amarie bereits den schmalen, wie getrimmt wirkenden Bürstenkamm, der Bongos über den ganzen Rücken läuft. Noch fehlen ihr die Hörner, was ihre ohnehin großen Ohren völlig überproportional erscheinen lässt. Im Moment kann sie noch unter dem Bauch ihrer Mutter hindurchlaufen. Die einjährigen Jungtiere Uzuri und Robo nähern sich dagegen sichtbar der Schulterhöhe der Erwachsenen an. Und ihnen sprießen klar erkennbare Hörner. Die sind allerdings erst eine Hand lang und brauchen noch eine Weile, bis sie die letztliche Länge von einem Meter und die typische Drehung entwickeln haben.

Die 2016 im afrikanischen Stil umgestaltete Bongo-Anlage der Wilhelma bietet den scheuen Fluchttieren durch Sträucher und Palisaden aus aufragenden Baumstämmen viel Rückzugsraum. Gucklöcher in einer Sichtschutzwand erlauben den Besuchern, die Bongos ausführlich zu beobachten.

Die Zerstückelung ihres Lebensraums und Wilderei haben Waldantilopen extrem rar gemacht. Zu dem Erhalt ihrer Art trägt deswegen die Nachzucht in Zoos entscheidend bei. Weltweit leben in Zoos inzwischen um die 700 Bongos. In der Wilhelma sind seit 1980 bereits rund 50 Kälber geboren worden. (kni)

Quelle / Mehr Infos unter www.wilhelma.de

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