Atelierstipendien 2018/2019 im Künstlerhaus Stuttgart

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Atelierstipendien 2018/2019 im Künstlerhaus Stuttgart

Das Künstlerhaus Stuttgart freut sich, die neuen Atelierstipendiaten des Jahres 2018/2019 bekanntzugeben, die ab 01. März 2018 ihre Ateliers im Künstlerhaus bezogen haben.

Ülkü Süngün
Ülkü Süngün, 1970 in Istanbul geboren, lebt und arbeitet in Stuttgart. Aufgewachsen in der Türkei und Deutschland übte sie zunächst ihren Erstberuf als Ingenieurin aus, bevor sie Bildende Kunst bei Werner Pokorny, Udo Koch und Felix Ensslin studierte. Mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Installation, Bildhauerei und Lecture Performances setzt sie sich dabei kritisch mit Migrations- und Identitäts(politiken) und Erinnerung auseinander und betreibt mit ihren prozessorientierten und kollaborativen Ansätzen künstlerische Forschung. Als Dozentin an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigt sie sich auch mit emanzipatorischen Fragen in der Lehre.

Sie wird im Künstlerhaus ihr Projekt „Institut für Künstlerische Migrationsforschung” (IKMF) realisieren. Mit ihrem 2017 gegründeten Verein macht sie ihre bisherige künstlerische und sozial- und gesellschaftskritische Praxis strukturell sichtbar und nutzt dabei Räume nomadisch. Süngün wird das Atelier als Zentrale des IKMF für laufende Projekte und Gäste öffnen und in regelmäßigen Abständen Workshops, Lecture Performances und Diskussionen veranstalten. Mit interdisziplinären Kooperationen und Kollaborationen gibt sie anderen Künstlerin_innen, Aktivist_innen, Wissenschaftler_innen und Sozialarbeiter_innen eine Plattform.

Fotos (v.l.n.r./v.o.n.u.):
anorak, Types of Ambivalence, ein Dinner und Gespräch mit Mike Sperlinger, 24. Juli 2016, Künstlerhaus Stuttgart
Katharina Jabs, MAKAVA, 2015
Ülkü Süngün, L2 Interference Resistance, Lecture Performance 2017, BAZAAR/supercopy/Zeitraumexit e.V., Mannheim; Copyright: Ü.Süngün
anorak, 2016 (v.l.n.r. Johanna Markert, Florian Model, Lukas Ludwig)

anorak
Anorak ist ein Trio, bestehend aus Lukas Ludwig, Johanna Markert und Florian Model. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht der kollaborative Prozess und die Überzeugung, dass eine gemeinschaftliche Arbeitsweise Möglichkeiten eröffnet, die über ihre individuellen Herangehensweisen hinausgehen. Anoraks Projekte haben ihren Ausgangspunkt im Interesse an anderen künstlerischen Positionen und entstehen in enger Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen jungen Künstler_innen und Kulturschaffenden. Im Experimentieren mit Formaten wie Ausstellungen, Dinner, Gesprächen und Film-Screenings versucht anorak, Orte des ernsthaften, gegenseitigen Austauschs und Dialos junger Künstler_innen zu entwickeln. Seit 2016 leitet das Trio den gemeinnützigen Kunstverein Anorak e.V. Zu ihren letzten Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekten zählen Mixed Feelings (2016), in Kollaboration mit dem Künstlerhaus Stuttgart und der Palermo Galerie sowie In a Room (2017) in der Leopoldstr. 2 in Karlsruhe.

Das anorak Atelier im Künstlerhaus Stuttgart ist zugleich Arbeitsraum, Treffpunkt und Ausgangspunkt für neue Projekte. Zur Zeit arbeitet anorak an einem mehrteiligen Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt mit dem Titel Gemini, welches im Frühsommer 2018 eröffnen wird. Gemini wird unter anderem in Kooperation mit der Akademie Schloss Solitude realisiert.

Katharina Jabs
Katharina Jabs, 1986 in Kasachstan geboren, ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie studierte Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg und im Rahmen eines Auslandaufenthaltes Neue Medien an der Kyushu Sangyo University in Japan.

Von 2016 bis 2017 erhielt sie das Landesgraduiertenstipendium für das künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsvorhaben Ein Grinsen ohne Katze, mit Bezug auf die Methodik der japanischen Dokumentarfilm Avantgarde der 60er-Jahre und auf zeitgenössische filmästhetische Theorien zum Thema „OFF“. Die Dreharbeiten zu ihrem aktuellen Film Ein Grinsen ohne Katze – THE VERY TALE wurden durch den DAAD in Japan gefördert.

Katharina Jabs arbeitet in ihren Filmen an verschiedenen Aggregatzuständen von Absenz. Ein wesentliches Kriterium ihrer filmischen Praxis ist die Beschäftigung mit der Materialität des OFF (hors-champ, off-screen space), jenem imaginären Raum des Filmes, der außerhalb des Bildfeldes potentiell existiert/insistiert und durch Kamera und Mise en Scène von ihr konzipiert und inszeniert wird.
2017 erhielt ihr Film TERRY JO WANTED den „Link 2 Future“-Preis der Psychoanalytischen Gesellschaft Zürich.

Die Stipendien von Anna Romanenko & Björn Kühn, Sören Hiob (alle seit 2016) sowie LOWLAND (seit 2017) werden um ein weiteres Jahr verlängert. Maximilian Bauer sowie die Gruppe Staub 2 bestehend aus Abel Auer, Flora Lenzmann und Florian Siegert werden nach der maximalen Stipendiendauer von drei Jahren das Künstlerhaus Ende Februar verlassen. Erstmalig wurden in diesem Jahr sechs Stipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler sowie Künstlergruppen vergeben. Die Artist-in-Residency Stipendien erhalten in diesem Jahr Ulrike Buck (lebt in Berlin) sowie Sophie Innmann (lebt in Hof).

Im Rahmen des Atelierprogramms werden Arbeitsstipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler sowie Bewerber_innen aus den Bereichen Architektur und Theorie vergeben. Ihnen steht mietfrei ein Arbeitsraum im Künstlerhaus zur Verfügung. Zudem können die Werkstätten des Künstlerhauses kostenfrei genutzt werden. Die Arbeitsräume werden anhand der eingegangenen Bewerbungen jährlich vergeben. Die Entscheidung über die Vergabe trifft der Beirat des Künstlerhauses. Stipendienbeginn ist jeweils der 1. März des Jahres.

Künstlerhaus Stuttgart
Reuchlinstraße 4b
D–70178 Stuttgart

Quelle / mehr Infos unter www.kuenstlerhaus.de

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