Studie: 200 Städte im Hausmüll-Vergleich

Studie: 200 Städte im Müllvergleich

Deutschlands Müllhochburgen: 347 kg Hausmüll pro Einwohner in Bremerhaven / nur 86 kg in Konstanz / Studie belegt: Arme machen mehr Müll

Kürzlich machte eine Mini-Insel im Pazifik weltweit Schlagzeilen. Henderson Island, hieß es, sei weltweit der Ort mit der größten Müll-Ansammlung. 99,8 % der Müllberge bestünden dort aus kaum abbaubaren Kunststoffen. Gigantische 38 Millionen Stück Müll lägen an Stränden und auf der restlichen Insel. Täglich würden 13.000 Teile Müll neu angeschwemmt. Doch benötigt es keinen Blick zum Pazifik, um zu sehen: Die Menschheit hat ein dramatisches Müllproblem. Auch in Deutschland.

In welchen Städten die Deutschen den meisten Müll produzieren und wo am wenigsten, das schaute sich das Preis- und Produktvergleichsportal billiger.de in einer Studie einmal näher an. Dafür wurden 200 deutsche Städte sowie alle 16 Bundesländer für das Jahr 2015 unter die Lupe genommen. Das Studien-Team interessierte:

– Wo sind Deutschlands Müllhochburgen?
– Wo sind Deutschlands Bürger mit Abfall besonders sparsam und umweltschonend, produzieren also wenig nicht recyclebaren Müll?

Fakt ist: Die Deutschen gehören zu den Weltmeistern im Müllproduzieren – nicht nur in Europa, sondern im weltweiten Vergleich. Jede Sekunde werden zwischen Flensburg und Garmisch, Görlitz und Aachen, Saarbrücken und Rügen beispielsweise 89 Einwegbecher für Coffee-to-go oder Softdrinks weggeworfen. Umweltschutz? Kaum einen juckt‘s scheinbar.

Weiteres Beispiel: Jahr für Jahr wandern drei Milliarden Kaffeekapseln in deutsche Mülltonnen. Und das sind nicht nur jene von Nespresso, Dallmayr oder Jacobs. Hinzu kommen Milliarden Plastiktüten mit oder ohne Gebühr, Milchtüten und sonstiger Unrat. Klar: Alles klingt nach Kleinklein. Doch die Masse macht‘s: Jeder Deutsche produziert jährlich bis zu einer halben Tonne Müll – genau genommen gut 455 Kilogramm (kg) Haushaltsabfall.

Fast die Hälfte des 455 kg schweren Haushaltsabfalls, den jeder Deutsche im Jahr produziert, ist mit rund 188 kg der Haus- und Sperrmüll. Die andere Hälfte sind recyclebare Wertstoffe wie Glas, Papier, Verpackungen und Bioabfall sowie Sondermüll. Die schiere Menge zeigt: Mülltrennung lohnt sich der Umwelt zuliebe.

Seit den 1970er Jahren, mit Aufkommen der Grünen, trennen die Deutschen ihren Wohlstandsmüll. Auch deshalb gibt es mittlerweile hier gut 15.000 Entsorgungs- und Behandlungsanlagen, wie das neudeutsch heißt. Dazu zählen seit über 100 Jahren u.a. klassische Mülldeponien, später kamen Müllverbrennungsanlagen hinzu, seit gut 30 Jahren auch Kompostierspezial-Firmen und Ähnliches.

Die billiger.de-Studie belegt, dass Arme mehr Müll produzieren. So gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen den Müllbergen je Bürger und der Armutsquote. Es konnte hier ein mittlerer positiv-linearer Korrelationswert errechnet werden. Besonders betroffen sind beispielsweise Bremerhaven, Gelsenkirchen oder Berlin.

In Baden-Württemberg besonders wenig Restmüll
Betrachtet man sowohl die Stadt- als auch die Bundeslandebene, kommt die Studie zum Ergebnis: Die Stadtstaaten Hamburg (279 kg Müll pro Einwohner) und Berlin (247 kg Müll pro Einwohner) zählen auch im Bundes-Müll-Vergleich der Länder zu den Umweltsündern.

Ebenfalls wenig rühmlich ist der Stadtstaat Bremen mit einem Pro-Kopf-Aufkommen von 225 kg Restmüll im Jahr. Aber auch Schleswig-Holstein (230 kg pro Einwohner) und Mecklenburg-Vorpommern (228 kg pro Einwohner) sind im roten Bereich.

In Summe betrachtet befindet sich in Baden-Württemberg und Sachsen alles „im grünen Bereich“. Im schwäbisch-badischen Ländle kommt die Untersuchung auf durchschnittlich nur 141 kg Restmüll je Einwohner. Die Sachsen werfen 148 kg Restmüll pro Kopf in die Tonne.

Quelle: www.billiger.de

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