Aktuell: Blutlose Stierkämpfe auf den Balearen

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Die Balearen haben grundlegende Änderungen bezüglich ihrer Stierkampfregeln vorgenommen, die dem Stier Schmerzen, Leiden und Tod ersparen sollen.

Neue Bestimmungen, die vor Kurzem eingeführt wurden, legen fest, dass die “capote”, ein zweifarbiges Cape und die “Muleta”, ein scharlachrotes Tuch, die einzigen Mittel sind, die in der Arena erlaubt sind. Darüber hinaus dauert jeder Stierkampf nicht länger als 10 Minuten; nach Ablauf dieser Zeit trabt der Stier unversehrt zurück auf die Ranch.

Die neuen blutlosen Stierkampfregeln zeigen, dass ein komplettes Verbot des Stierkampfes nicht unbedingt notwendig ist und dass das Mitgefühl siegt, wenn der öffentliche und politische Wille groß genug ist, der Tierquälerei ein Ende zu setzen. Eine jüngste Umfrage in Spanien zeigt, dass die Befürworter des Stierkampfes vor allem unter den “Millennials” drastisch schwinden; über 60 % der zwischen 1980 und 2000 Geborenen befürworten ein Verbot der Aktivität.

Das neue Stierkampfgesetz wird von Tierschützern bejubelt. Joanna Swabe von der Tierschutzvereinigung Humane Society International, ist begeistert über das Resultat: „Das Reizen und Töten von Stieren zum Zweck der Unterhaltung ist eine brutale Tradition, die nicht mehr zeitgemäß ist. Die Verabschiedung dieses Gesetzes ist demnach ein sehr befriedigender Sieg für eine Politik des Mitgefühls.“

Stierkampf-Arena. Foto © Ferienwohnungen-Spanien.de

Jannich Petersen, CEO von Ferienwohnungen-Spanien.de, begrüßt die Nachricht ebenfalls begeistert: „Die Mehrheit der internationalen Urlauber, die nach Spanien reisen, wünschen sich, die meisten Aspekte des spanischen Lebensstils und der Kultur zu erleben, aber es scheint eine Verschiebung innerhalb Spaniens weg von der Tradition des Stierkampfes zu geben. Einen blutlosen spanischen Stierkampf zu sehen und zu erleben, würde ein wesentlich breit gefächertes Publikum, inklusive Familien, anziehen. Eine derartige Veranstaltung würde einen einzigartigen Einblick in die Geschicklichkeit des Toreros und die Kraft des Stiers bieten. “

Allerdings ist nicht jeder mit der Entscheidung der regionalen balearischen Regierung zufrieden. Im Jahr 2013 wurde der Stierkampf zum spanischen Kulturerbe erklärt. Die spanische Regierung widersetzt sich daher nun dem neuen Gesetz, das auf Ibiza, Mallorca und Menorca eingeführt wurde und behauptet, es sei verfassungswidrig.

Im vergangenen Jahr hoben die spanischen Verfassungsgerichte ein lokales Gesetz in Barcelona und Katalonien auf, das Stierkämpfe aus Gründen der Tierquälerei verboten hatte. Bis heute ist die einzige andere spanische Region, die den Stierkampf erfolgreich verboten hat, die Kanarischen Inseln.

Mehrere Städte haben die Stierrennen als Attraktion während ihrer jährlichen Feste gestrichen. In Mataelpino, einem Dorf in der Gegend von Madrid, kam man auf eine innovative Alternative zu den bislang üblichen Stierrennen. Anregung für diese Idee war der bekannte Stierlauf San Fermín in Pamplona. Wie in einer Szene, die an Indiana Jones erinnert, versuchen die Festivalteilnehmer einer rollenden riesigen, mit Styropor ummantelten Eisenkugel, die ein Gewicht von ca. 200 kg hat, zu entkommen. El Boloencierro findet am Wochenende vom 18. bis 20. August statt. Obwohl die Gefahren wesentlich geringer sind, als bei den Stierrennen, sind auch beim Boloencierro Verletzungen möglich. Jedes Jahr gibt es Fälle, bei denen Teilnehmer mit Gehirnerschütterungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die spanische Regierung beabsichtigt, das neue Gesetz auf den Balearen zu stürzen. Bislang haben allerdings 30 Städte der Inselgruppe, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft, ihren Rückhalt zum Ausdruck gebracht, durch diese neue Maßnahme dem Blutvergießen bei den Stierkämpfen ein Ende zu setzen.

Quelle: Ferienwohnungen-Spanien.de

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