Ein „Sechser im Lotto“ für die Kultur

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Landesmuseum präsentiert aus Lotterieerträgen erworbene Kulturschätze

Das silberne Kinderservice der Prinzessin Sophie von Württemberg oder Wilhelm Meyers Gemälde mit einer Innenansicht aus einem maurischen Palast bei der Alhambra – dies sind zwei von mehreren Spitzenwerken, die das Landesmuseum Württemberg aus Mitteln des Zentralfonds in den letzten Jahren erwerben konnte. Dieser Fonds wird u. a. aus den jährlichen Überschüssen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg gespeist. Über den Wettmittelfonds des Landes werden für den Zentralfonds 2017 rund 263.000 Euro bereitgestellt. Beim Pressegespräch im Stuttgarter Alten Schloss präsentierte Museumsdirektorin Cornelia Ewigleben die aus dem Zentralsfonds finanzierten Neuankäufe der Jahre 2008 bis 2016. Einige davon sind Bestandteil der Schausammlung „LegendäreMeisterWerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg“.

Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: „Das Sammeln gehört neben dem Bewahren, der Vermittlung und der Forschung zu den Kernaufgaben der Museen. Eine Sammlung ist daher nichts Statisches, sie muss gepflegt, sinnvoll ergänzt und um neue Werke bereichert werden. Es ist ein Glücksfall, dass das Land den fünf Staatlichen Kunstsammlungen über den Zentralfonds und die Museumsstiftung derzeit jährlich insgesamt fast 4,2 Millionen Euro zur Verfügung stellen und so bedeutende Kulturschätze für das Land sichern kann.“

Medaille auf die Geburt des Kronprinzen Karl von Württemberg
Carl Friedrich Voigt (1800-1874) und
Gottfried Bernhard Loos (1774-1843), 1823
Gold, Durchmesser 41 mm, Gewicht 41,55 g
© Landesmuseum Württemberg, Stuttgart; Foto: Hendrik Zwietasch

Lotto-Geschäftsführerin Marion Caspers-Merk betonte die Bedeutung der Lotterieerträge zur Förderung der Kunst und Kultur: „Allein in diesen Bereich fließen aus dem Wettmittelfonds des Landes jährlich über 33 Millionen Euro. Das ist vielen gar nicht bekannt. Kunst und Kultur in Baden-Württemberg profitieren enorm von den Lotto-Überschüssen. Die vielen treuen Tipper im Südwesten sind die heimlichen Mäzene. Ihnen gebührt der Dank für die umfangreiche Förderung, die auf anderem Wege kaum zu leisten wäre.“ Das Landesmuseum Württemberg mit einem Schwerpunkt auf der regionalen Kulturgeschichte zieht großen Nutzen aus den Lotto-Mitteln. „Ich bin glücklich, dass durch den Erwerb dieser bedeutenden Kulturschätze Lücken in unseren Sammlungen geschlossen werden konnten“, so Cornelia Ewigleben.

Die Mittel des Zentralfonds ermöglichten dem Landesmuseum Württemberg zwischen 2008 und 2016 den Erwerb von rund 35 Objekten und Objektgruppen von zum Teil großer Seltenheit. Neben den eingangs genannten Erwerbungen befindet sich darunter ein weiteres Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert, von Wilhelm Emil Robert Heck, das eindrucksvoll einen Aspekt der Landeskulturgeschichte Württembergs beleuchtet: Es zeigt den Empfang des neuen Pfarrers durch seine Gemeinde im Schwarzwald. Die Fotoserie „Topfpflanzen“ von Volker Schrank ist im Museum der Alltagskultur – Schloss Waldenbuch zu sehen. Auch das zwischen 1891 und 1894 entstandene Ölgemälde „Württemberg in der Neuzeit“ von Ferdinand Keller und eine Medaille zur Geburt des Kronprinzen Karl von Württemberg gehören zu den Ankäufen.

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