Mercedes-Benz Classic Notizen 2/2022

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Mercedes-Benz Classic Notizen 2/2022

Stuttgart – Seit 1886 erfindet Mercedes-Benz das Automobil immer wieder neu und begleitet damit auch den gesellschaftlichen Wandel: Die Geschichte des Unternehmens ist reich an Ereignissen und Geschichten. Hier kurz notiert: wichtige Jubiläen und Meilensteine aus der Chronik des ältesten Luxusautomobilherstellers der Welt.

22. Mai 1932 – vor 90 Jahren
Stromlinien-Sensationssieg im Avus-Rennen
Manfred von Brauchitsch gewinnt mit dem aerodynamisch optimierten Mercedes-Benz SSKL
Wegweisend für die Rennwagenentwicklung der Silberpfeilära
Aufwendige Rekonstruktion durch Mercedes-Benz Classic im Jahr 2019
Was für ein Triumph vor 90 Jahren: Gegen starke Konkurrenz gewinnt Manfred von Brauchitsch am 22. Mai 1932 mit einem aerodynamisch optimierten Mercedes-Benz SSKL das Internationale Avus-Rennen in Berlin. Reinhard Freiherr von Koenig-Fachsenfeld entwickelt die innovative Stromlinienkarosserie. Das Publikum spottet zunächst über die ungewöhnliche Form und nennt sie „Gurke“. Nach dem Sensationssieg von Brauchitschs vor rund 250.000 Zuschauern wird das Fahrzeug umso mehr gefeiert. Radioreporter Paul Laven prägt in seiner Liveübertragung den Begriff des „silbernen Pfeils“ für den Rennwagen mit unlackierter Karosserie, der ein echter „Gamechanger“ für die Rennwagenkonstruktion ist. Vor drei Jahren rekonstruiert Mercedes-Benz Classic das Einzelstück von 1932 aufwendig. Beim Pebble Beach Concours d’Elegance 2019 erlebt der Stromlinienrennwagen seine erneute Fahrpremiere.

23. bis 27. Mai 1962 – vor 60 Jahren
Rallyeerfolgsjahr für Eugen Böhringer und Mercedes-Benz startet in Griechenland
Sieg bei der 10. Internationalen Rallye Akropolis mit Mercedes-Benz 220 SE
Der vor 100 Jahren geborene Rallyefahrer wird Europameister 1962
Erfolgreich auf „Heckflosse“-Limousinen und „Pagode“-SL
Das ist der Auftakt für den Titel des Rallye-Europameisters 1962: Eugen Böhringer gewinnt vor 60 Jahren mit seinem Kopiloten Peter Lang die 10. Internationale Rallye Akropolis im seriennahen Mercedes-Benz 220 SE Rallyefahrzeug (W 111). Der Wettbewerb wird vom 23. bis 27. Mai 1962 in Griechenland ausgetragen. 1962 ist die erfolgreichste Saison in Böhringers Karriere, der vor 100 Jahren am 22. Januar 1922 geboren wird. Der Koch und Hotelier startet ab 1960 als Werksfahrer für Mercedes-Benz im Rallyesport und wird bereits 1961 Europäischer Rallye-Vizemeister. 1962, im Jahr des Meistertitels, gewinnt Böhringer auch die Polen-Rallye und die wohl härteste aller Rallyes, die Marathonfahrt Lüttich–Sofia–Lüttich. Dazu kommen zweite Plätze bei der legendären Rallye Monte Carlo und der Deutschland-Rallye. 1965 beendet Böhringer seine Motorsportkarriere.

Eugen Böhringer (rechts) und Peter Lang vor 60 Jahren mit ihrem Mercedes-Benz 220 SE Rallyefahrzeug (W 111) nach dem Sieg bei der 10. Internationalen Rallye Akropolis vom 23. bis 27. Mai 1962. Eugen Böhringer wird Rallye-Europameister 1962. (Fotosignatur der Mercedes-Benz Classic Archive: U7979). Quelle: Mercedes Benz

2. Juni 1957 – vor 65 Jahren
Erster Sieg von O’Shea mit dem Mercedes-Benz 300 SLS
Perfektes Triple in der amerikanischen Sportwagenmeisterschaft
Erfolgreiche Rennversion des Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198)
430 Kilogramm leichter als die Serienversion
Paul OʼShea ist bereits zweifacher amerikanischer Sportwagenmeister mit Mercedes-Benz, als er am 2. Juni 1957 in Fort Worth, Texas, zum ersten Mal mit dem neuen 300 SLS („Super-Leicht-Sport“) antritt. Prompt gewinnt er dieses Debüt, am Ende der Saison hat er sich seine dritte Meisterschaft in Folge gesichert. Es ist zugleich der dritte Titel für Mercedes-Benz. Denn 1955 und 1956 wird O’Shea mit dem 300 SL Coupé („Gullwing“) Meister der beliebten, vom Sports Car Club of America (SCCA) ausgerichteten Rennserie auf permanenten Rennstrecken sowie Flugplätzen. Die Basis für das offene Wettbewerbsfahrzeug von 1957 bildet der im gleichen Jahr vorgestellte 300 SL Roadster. Gegenüber der Serienversion steigt beim SLS die Leistung von 158 kW (215 PS) auf 173 kW (235 PS), und das Gewicht fällt deutlich von 1.330 Kilogramm auf 900 Kilogramm.

9. Juni 1992 – vor 30 Jahren
Offen für klassischen Fahrspaß
Mercedes-Benz nimmt die Tradition viersitziger Cabriolets wieder auf
Fünfte Karosserievariante der erfolgreichen Baureihe 124
Jetzt reif für das H-Kennzeichen in Deutschland
Darüber nur der Himmel: Nach der Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon 1991 bringt Mercedes-Benz 1992 für die überaus erfolgreiche Baureihe 124 der oberen Mittelklasse eine fünfte Karosserievariante auf den Markt – ein klassisches viersitziges Cabriolet mit Stoffverdeck. Technische Basis ist das Coupé, mit hohem Aufwand sind jedoch rund 1.000 Teile neu konstruiert. Das 300 CE-24 Cabriolet (A 124) knüpft nach rund 20 Jahren Pause an die Tradition der viersitzigen Mercedes-Benz Cabriolets an, die Komfort und Raum für vier Passagiere mit dem luxuriösen Flair des offenen Fahrens verbinden. Als die Marke die Nomenklatur der Personenwagen 1993 neu ordnet, wird der offene Viersitzer zum ersten E-Klasse Cabriolet. Heute führt das E-Klasse Cabriolet der Baureihe 238 diese Faszination fort.

13. Juni 1907 – vor 115 Jahren
Fritz Erle gewinnt mit dem Benz 50 PS die dritte Herkomer-Konkurrenz
Fernfahrt mit drei Wertungen steigert die Begeisterung für das damals noch junge Automobil
Benannt nach dem Künstler Hubert von Herkomer
Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit stehen im Vordergrund
Zuverlässig, schnell und schön: Fritz Erle aus Mannheim gewinnt mit dem Benz 50 PS (7,4-Liter-Vierzylindermotor, 37 kW/50 PS) von Edgar Ladenburg vor 115 Jahren die dritte und letzte Herkomer-Konkurrenz vom 3. bis 13. Juni 1907. Diese Reihe von Langstreckenfahrten ruft der Landsberger Künstler Professor Hubert von Herkomer ins Leben: Als begeisterter Automobilist lobt er einen Wanderpreis im Wert von 10.000 Mark für einen Wettbewerb aus für Tourenwagen mit vier Sitzen, Kotflügeln, Beleuchtung, Regenschutz und Gepäckraum. Gewertet werden drei Teilbereiche: eine Tourenfahrt mit den sechs Etappen Dresden–Eisenach–Mannheim–Lindau–München–Augsburg–Frankfurt am Main, zwei Schnelligkeitsprüfungen sowie eine Schönheitskonkurrenz. Das öffentliche Interesse an der Herkomer-Konkurrenz ist groß. So wächst in Deutschland und Europa auch die Begeisterung für das noch junge Automobil.

Quelle: Mercedes Benz

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