Ältere Fahrer in älteren Fahrzeugen leben gefährlich

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Ältere Fahrer in älteren Fahrzeugen leben gefährlich

Je älter das Fahrzeug und je älter sein Fahrer, desto größer das Unfallrisiko. Das ist eine der Erkenntnisse aus dem Dekra-Verkehrssicherheitsreport 2021 „Mobilität im Alter“. Zunächst scheint es, als habe das Alter des Pkw keinen Einfluss, weil in Deutschland der Anteil der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle mit Personenschaden über die Jahre hinweg bei recht konstanten 0,75 Prozent lag. Doch das Alter eines Pkw hat so lange keinen Einfluss auf das Risiko, bis die Laufleistung betrachtet wird. Denn mit dem Alter nimmt die Jahresfahrleistung ab. Daraus folgt: Mit zunehmendem Fahrzeugalter wächst das Unfallrisiko. „Dieses Bild verstärkt sich, wenn die Hauptschuld an Unfällen mit Personenschaden und das Fahrzeugalter gemeinsam betrachtet werden“, sagt Dekra-Experte Walter Niewöhner.

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland knapp 50 Prozent der Unfälle, an denen ein Pkw im Alter von unter einem Jahr beteiligt war, von diesem verursacht. Dieser Wert erhöht sich mit zunehmendem Fahrzeugalter und erreicht bei Autos, die zwölf oder mehr Jahre alt sind, einen Anteil von 59,4 Prozent. Betrachtet man zusätzlich noch das Fahreralter, wird der größere Anteil der von Senioren verschuldeten Unfälle deutlich: Er lag 2019 bei Fahrzeugen, die mindestens zwölf Jahre alt waren, bei rund 70 Prozent.

Die Zahlen zeigen, dass die Weiterentwicklungen in der Fahrzeugtechnik durchaus das Potenzial haben, die Zahl an Unfällen insgesamt und auch das Risiko von Unfällen mit Personenschäden zu senken. Das zunehmende Durchschnittsalter von Pkw – es ist in Deutschland seit 2001 von damals 7,1 Jahren konstant auf 9,8 Jahre zu Jahresbeginn 2021 angestiegen – verlangsamt aber eine Abnahme der Zahl der im Straßenverkehr Verunglückten.

Der Zusammenhang zwischen Fahrzeugalter, Fahreralter und Unfallrisiko lässt sich anhand statistischer Daten aus Deutschland für die Vergleichszeiträume 2005 bis 2009 und 2015 bis 2019 beispielhaft aufzeigen. Als Basis dienen dabei alle Unfälle mit Personenschaden, an denen mindestens ein Pkw beteiligt war. Zwischen 2005 und 2009 stachen mit beteiligten Fahrzeugen von zehn und mehr Jahren vor allem die jungen Fahranfänger hervor. Diese verunfallten zu mehr als der Hälfte mit so alten Fahrzeugen. Mit zunehmendem Fahreralter sank auch das Alter der unfallbeteiligten Fahrzeuge. Bei den 55- bis 64-jährigen lag der Anteil der Fahrzeuge über zehn Jahren bei 30,6 Prozent. In der Altersgruppe 65+ stieg der Wert auf 34,1 Prozent, er lag damit aber unter dem Gesamtdurchschnitt von 35,9 Prozent.

Im Vergleichszeitraum 2015 bis 2019 haben sich teilweise erhebliche Änderungen ergeben. Bei den Pkw mit einem Alter von zehn und mehr Jahren kam es bei den jüngeren Fahrern bis 30 Jahre zu Zunahmen um bis zu 3,5 Prozentpunkte, in den folgenden Altersgruppen bis 65 Jahre um bis zu 4,8 Prozentpunkte. Bei der Altersgruppe 65+ betrug der Anstieg sogar 8,6 Prozentpunkte auf 42,7 Prozent. Damit lag der Anteil der Senioren mit alten Fahrzeugen deutlich über dem Gesamtschnitt von 39,6 Prozent. Die inzwischen für 2020 vorliegenden Unfallzahlen zeigen hierzu keine großen Veränderungen, eine Trendumkehr ist vorerst nicht in Sicht.

Grundsätzlich bestätigt das Unfallgeschehen die aus anderen Statistiken hergeleiteten Erkenntnisse: Der Anteil älterer Menschen, die ältere Pkw fahren, nimmt überproportional zu. Mit zunehmendem Lebensalter werden die Fahrzeuge seltener ersetzt, weil die Nutzung häufiger unter dem Aspekt „Es fährt doch noch“ in Verbindung mit einer geringen jährlichen Kilometerleistung erfolgt. „Entsprechend langsam halten aber auch Fahrerassistenzsysteme, die vor allem in komplexen und anspruchsvollen Verkehrssituationen unterstützen, Einzug in den Fahrzeugbestand der Senioren“, so Niewöhner. (aum)

Quelle: DEKRA / Auto-Medienportal.Net

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