Der Sicherheitsgurt: Mercedes-Benz Museum Inside

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Der Sicherheitsgurt: Mercedes-Benz Museum Inside

Stuttgart – 160 Fahrzeuge und insgesamt 1.500 Exponate präsentiert die vielfältige Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums. Ein besonderer Bestandteil sind die „33 Extras“: Sie lassen am Beispiel oft überraschender Details Mobilitätshistorie und Automobilkultur lebendig werden. Die Newsletter-Reihe Mercedes-Benz Museum Inside lenkt den Blick auf die „33 Extras“ und bringt ihre Geschichten auf den Punkt. In der heutigen Folge geht es um den Sicherheitsgurt.

23/33: Der Sicherheitsgurt
Sicherheit mit einem Klick: Einfach ausrollen, über Hüfte und Oberkörper ziehen und ins Schloss rasten lassen – das Anlegen des Sicherheitsgurts ist für Autofahrer und Passagiere vor dem Start des Fahrzeugs ganz selbstverständlich. Die Funktion ist so einfach wie wirkungsvoll: Bei einer Kollision fixiert der typische Dreipunktgurt das Becken im Sitz und hält den Oberkörper zurück. Damit spielt er eine Schlüsselrolle im umfangreichen System der passiven Sicherheit des Automobils. Denn in der Zeit vor dem Gurt gibt es viele schwere Verletzungen bei Unfällen, weil Menschen durch die Massenträgheit beim Aufprall ruckartig nach vorn oder zur Seite bewegt werden und sich unter Umständen an Interieur oder Karosserie stoßen. Die Wucht kann die Insassen gar aus dem Fahrzeug schleudern. Der Sicherheitsgurt verbessert diese Situation erheblich.

Der Sicherheitsgurt: Seit 1958 gibt es das Rückhaltesystem bei Mercedes-Benz. Den Anfang macht der 300 SL Roadster (W 198). Die Kunden können für den Supersportwagen einen Zweipunktgurt ordern, wie ihn das Mercedes-Benz Museum als eins von „33 Extras“ präsentiert. Der graue Gurt des Herstellers Autoflug zeigt noch deutliche Anleihen an die Verwendung im Flugzeug. (Fotosignatur der Mercedes-Benz Classic Archive: D587971)

Debüt im Supersportwagen der 1950er-Jahre: Im Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198) hat der Sicherheitsgurt bei der damaligen Daimler-Benz AG Premiere. Im März 1957 stellt das Unternehmen den offenen Supersportwagen auf dem Genfer Auto-Salon vor und kündigt den Sicherheitsgurt an. Dieser ist noch im gleichen Jahr auf Wunsch lieferbar. Je Sitz kostet die Sonderausstattung damals 110 DM. Das Rückhaltesystem wird 1957 als „Gurt zum Anschnallen, Flugzeugbauart“ beschrieben: Es handelt sich um einen Zweipunktbeckengurt, wie man ihn auch aus Passagierflugzeugen kennt. Eine solche Ausführung des norddeutschen Herstellers Autoflug zeigt das Mercedes-Benz Museum in der Serie der „33 Extras“.

Vordenker aus Frankreich: Schon frühe Automobilerfinder stellen Überlegungen zum Sicherheitsgurt an. Der Franzose Gustave-Désiré Leveau meldet am 11. Mai 1903 seine „Bretelles protectrices pour voitures automobiles“ zum Patent an, das ihm am 8. Oktober desselben Jahres erteilt wird. Die Patentzeichnung zeigt einen aufwendigen Vierpunktgurt, den sowohl der Fahrer als auch die Passagiere vorn und im Fond angelegt haben. Das Rückhaltesystem besteht jeweils aus einem Beckengurt und zwei sich kreuzenden Schultergurten. Die Darstellung des rasant fahrenden Automobils aus der Patentanmeldung mit der Nummer FR331926 passt zur damals in Frankreich herrschenden Begeisterung für die neue Form der Mobilität.

Quelle: Daimler

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