Porsche: Die Boxster-Familie wird 25

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Ein Vierteljahrhundert Fahrspaß pur

Porsche: Die Boxster-Familie wird 25

Der Boxster besitzt für Porsche eine besondere Bedeutung: Die Baureihe läutete eine Neuorientierung der Modellpolitik ein und wies dem Sportwagenhersteller Mitte der 1990er Jahre den Weg aus einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Dies spiegelte sich im ersten wassergekühlten Sechszylinder-Serienboxer ebenso wider, wie im intelligenten Gleichteilekonzept, das mit dem wendigen Mittelmotor-Roadster debütierte. Es fand Eingang in den ein Jahr später debütierenden 911 der Generation 996 und bescherte Porsche die Rückkehr zu einer profitablen Produktion.

Dabei hat der preislich attraktive Zweisitzer die Herzen neuer, jüngerer Kunden von Beginn an erobert. Optisch zitierte er die noch junge, aber bereits ruhmreiche Geschichte der Marke. Die Anmutung der Detroit-Studie „Boxster“ erinnerte an den legendären 550 Spyder und den Rennsportwagen 718 RS 60 Spyder. Sie fand im Januar 1993 so großen Anklang, dass der Porsche-Vorstand kurzerhand die laufende Designentwicklung des Serienmodells beeinflusste und anordnete: „Bitte die Studie genauso bauen“ – eine kluge Entscheidung, wie die Zeit zeigen sollte.

„Ursprünglich hatten wir geplant, unsere Studie im Frühjahr 1993 in Genf zu präsentieren. Aber wir entschieden uns für Detroit im Januar, denn wir wollten keine Zeit verschenken.“
Grant Larson

Der Name ist ein Kunstwort, das sich aus der ersten Silbe des Wortes Boxer und der zweiten Silbe des Wortes Roadster ableitet. Damit wird nicht nur ein prägnanter Hinweis auf die Fahrzeuggattung, sondern auch auf den Boxermotor geliefert – das technisch herausragende Merkmal, das seit 1948 den 356 und seit 1963 auch den Porsche 911 auszeichnet.

Für das Design der Studie zeichnet Grant Larson, heute Direktor Sonderprojekte, verantwortlich. Der Designer erinnert sich: „Im Oktober 1991 – ich war damals zuständig für die Vorentwicklung im Design – besuchte ich die Tokyo Motor Show. Dort stellte Audi die Studie Avus Quattro vor. Ende 1991 lief in anderen Bereichen bereits die Serienentwicklung von Boxster und 996 an und wir beschlossen, ein Show Car zu bauen. Dabei hatte ich volle Freiheit im Design. Sämtliche Entwürfe entstanden als 2D-Zeichnungen. Also noch nicht am Bildschirm wie heute.

Porsche Boxter Studie. Foto © Porsche

Tatsächlich ließ das Serienmodell, als es im August 1996 an den Start ging, eine große Ähnlichkeit mit dem Messe-Highlight erkennen. Da es sich den Vorderwagen mit der Elfergeneration 996 teilte, stand die Abstammung außer Frage: Der Boxster war ein echter Porsche. Zugleich war sein mittig installierter, zunächst 2,5 Liter großer und 150 kW (204 PS) starker Boxermotor dank Wasserkühlung, Vierventiltechnologie und variablen Einlasssteuerzeiten für strengere Abgasnormen gewappnet.

Ein Leistungszuwachs und weitere Modellverbesserungen folgten bald. Schon die erste Boxster-Generation 986 erhielt 1999 einen 2,7-Liter-Motor mit zunächst 162 kW (220 PS), später dann 168 kW (228 PS). Den neu eingeführten Boxster S trieb ein 3,2-Liter-Sechszylinder mit 185 kW (252 PS) an, woraus bald 191 kW (260 PS) wurden. 2004 folgte die Modellgeneration 987 mit verfeinertem Design, 17-Zoll-Rädern und neu gestaltetem Interieur sowie – optional – PASM mit variabler Dämpferkennung, PCCB-Keramikbremsen (Porsche Ceramic Composite Brake) und Sport Chrono-Paket mit modifizierten Kennfeldern. Die Motoren entwickelten bei unverändertem Hubraum 176 kW (240 PS) beziehungsweise 206 kW (280 PS). Bis zum Ende ihrer Bauzeit erreichten die Motorleistungen 188 kW (255 PS) aus 2,9 sowie 228 kW (310 PS) aus 3,4 Liter Hubraum und das PDK löste die bisher angebotene Tiptronic S-Automatik ab.

2012 präsentierte Porsche die Boxster-Generation 981
Dank komplett neuer Leichtbau-Karosserie und vollständig überarbeitetem Fahrwerk war der umfassend neu aufgestellte und auch optisch geschärfte Newcomer austrainierter, muskulöser, markanter und schneller denn je. Das vollelektrische Stoffdach kam ohne Verdeckkastendeckel aus, die Achsüberhänge fielen noch kürzer aus und die Windschutzscheibe rückte weiter vor. Die sparsameren Boxermotoren erhielten Benzin-Direkteinspritzung und gingen als 2,7-Liter-Sechszylinder mit 195 kW (265 PS) und 232 kW (315 PS) aus 3,4 Litern Hubraum an den Start. Im April 2014 folgte der Boxster GTS mit 243 kW (330 PS). Das Highlight setzte der Boxster Spyder: Sein 3,8-Liter-Motor sorgte mit 276 kW (375 PS) für Furore.

Die aktuelle Generation – der Porsche 718 Boxster der Modellreihe 982 – stellte im Januar 2016 die Weichen neu: Sie debütierte mit Vierzylinder-Turbomotoren und einem geschärften Design. Der Zweiliter leistet 220 kW (300 PS), der 2,5 Liter große Boxer ist dank Turbolader mit variabler Turbinengeometrie 257 kW (350 PS) stark. Kurz darauf folgte der Boxster GTS mit 269 kW (365 PS). An die Spitze rückte Mitte 2019 die Neuauflage des Boxster Spyder. Sie teilt sich den 309 kW (420 PS) starken Vierlitermotor mit dem geschlossenen sportlichen Spitzenmodell 718 Cayman GT4. Seit 2020 treibt dieser Sechszylinder-Mittelmotor auch den 718 Boxster GTS 4.0 mit 294 kW (400 PS) an.

Für 2021 ist eine Sonderausstellung im Porsche Museum Zuffenhausen geplant.

Quelle: Porsche

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